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Heidi Roider
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Donnerstag, 03.09.2026, 15:51 Uhr
Politik
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Deneff fordert Effizienzstrategie für Energie- und Verteidigungspolitik
Der Effizienzverband Deneff und die ​europäische Initiative für Energiesicherheit EIES wollen Energieeffizienz als Instrument der Sicherheitspolitik etablieren. 
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und die European Initiative for Energy Security (EIES) wollen die Senkung des Energiebedarfs stärker in der deutschen Sicherheits-, Industrie- und Verteidigungspolitik verankern. In einem am 3. September vorgelegten Policy Brief fordern die Organisationen unter anderem eine Energiesicherheitsstrategie, die Energieeffizienz als strategische Ressource einordnet. Auch für Bundeswehr und kritische Infrastruktur schlagen sie neue Vorgaben vor.

Die Organisationen begründen ihren Vorstoß mit der Importabhängigkeit der deutschen Energieversorgung und geopolitischen Risiken. Nach ihren Berechnungen deckten Importe 2025 rund 65,6 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs. „Rechnerisch reichten die heimischen Energiequellen damit nur für 125 Tage des Jahres – bis zum 5. Mai“, betonte Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff, bei der Vorstellung der Handlungsempfehlung. Deneff und EIES leiten daraus die Forderung ab, neben der Diversifizierung von Lieferanten und Bezugswegen auch den Energiebedarf stärker als Faktor der Versorgungssicherheit zu berücksichtigen.

„Energieeffizienz ist weit mehr als Klimaschutz. Sie ist ein strategischer Faktor zur Reduzierung von Energieabhängigkeiten“, erklärte Noll. Wer den Energiebedarf senke, müsse weniger Energie importieren, transportieren und im Krisenfall absichern. „Energieeffizienz verringert damit die Angriffsfläche.“

Auch EIES-Direktorin Sabrina Schulz stellt die Importabhängigkeit in den Mittelpunkt. Versorgungssicherheit beschränke sich nicht auf neue Lieferanten, Lieferrouten oder zusätzliche Reserven. Deutschland müsse seinen Energiebedarf strukturell senken. Die Organisationen bezeichnen Energieeffizienz deshalb als „First Fuel of Security“.
 
Policy Brief von Deneff und EIES.
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Quelle: Deneff

Der Policy Brief verweist dabei auch auf Veränderungen der Importstruktur. Die Abkehr von russischem Pipelinegas habe die grundsätzliche Abhängigkeit von Energieimporten nicht beseitigt. So stammten nach Angaben der Autoren 2025 rund 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA. Die Diversifizierung könne Risiken einzelner Lieferanten oder Transportrouten reduzieren, ändere aber nichts an der Abhängigkeit von externen Energiequellen.

Effizienz soll Infrastruktur entlasten

Deneff und EIES verbinden einen geringeren Energieverbrauch zudem mit der Widerstandsfähigkeit der Energieinfrastruktur. Eine niedrigere Grundlast könne insbesondere die Stromnetze entlasten und den Umgang mit Störungen erleichtern. Gleichzeitig reduziere sie den Bedarf an zusätzlicher Erzeugungskapazität, Netzausbau und strategischen Öl- und Gasreserven. Dadurch sinke auch der Umfang der Infrastruktur, die errichtet, gewartet und gegen Ausfälle abgesichert werden müsse.

Als Ansatzpunkte nennen die Autoren unter anderem Gebäudesanierungen, Smart Meter, digitale Energiemanagementsysteme und Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs in der Industrie. Solche Investitionen sollten nach ihrer Auffassung künftig auch unter dem Gesichtspunkt der zivilen Vorsorge und der Resilienz betrachtet werden. 

Förderung an Effizienzmaßnahmen koppeln

Das Bundesinnenministerium soll nach ihrer Vorstellung einen Mindeststandard für Energieeffizienz als Resilienzindikator im Rahmen des KRITIS-Dachgesetzes etablieren. Für Einrichtungen des Bundes, darunter Bundespolizei und Technisches Hilfswerk, wollen die Organisationen zudem Ziele für die Energieproduktivität einführen. Darüber hinaus schlagen die Autoren vor, Investitionen in Energieeffizienz bei den Nato-Ausgaben für zivile Vorsorge und Resilienz zu berücksichtigen. Dafür sei ein Bilanzierungsrahmen erforderlich. 

Neben der Versorgungssicherheit führen Deneff und EIES industriepolitische Gründe an. Europa verfüge bei Technologien wie industrieller Abwärmenutzung, Gebäudedämmung, Energiemanagementsystemen und Smart-Grid-Lösungen weiterhin über eigene industrielle Kompetenzen.

Aus diesen Überlegungen leiten die Organisationen mehrere Forderungen an die Bundesregierung ab. Das Bundeswirtschaftsministerium soll den Grundsatz „Efficiency First“ bei industrie-, energie- und investitionspolitischen Entscheidungen anwenden. Industriesubventionen und Klimaschutzverträge sollen nach Vorstellung der Autoren an Effizienzverbesserungen gekoppelt werden. Als Maßnahmen nennt das Papier Abwärmenutzung, Prozessoptimierung und Lastmanagement.
 

Zugleich wenden sich Deneff und EIES gegen eine Abschwächung des Energieeffizienzgesetzes. Die nationalen Ziele und die Verpflichtungen zum Energiemanagement in Unternehmen sollten bestehen bleiben. Ergänzend fordern die Organisationen eine Energiesicherheitsstrategie, die die Senkung des Energiebedarfs ausdrücklich in die Resilienzplanung aufnimmt. (hr)