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Susanne Harmsen
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Dienstag, 01.09.2026, 11:01 Uhr
Photovoltaik
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Solarpark Nauen liefert Strom an Wieland
Vattenfall hat einen 46-MW-Solarpark in Nauen eröffnet. Die Wieland Gruppe nimmt dessen Stromproduktion über ein Power Purchase Agreement (PPA) für zehn Jahre vollständig ab.
Der Energieversorger Vattenfall hat am 1. September den Solarpark „Nauen“ im brandenburgischen Havelland offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage liegt rund 40 Kilometer westlich von Berlin und verfügt über eine Nennleistung von 46 MW. Sie soll jährlich gut 47 Millionen kWh erneuerbaren Strom erzeugen. Vattenfall errichtete den Solarpark nach eigenen Angaben ohne staatliche Förderung.

Die gesamte Stromproduktion der Anlage nimmt künftig die Wieland Gruppe ab. Der Kupfer- und Kupferlegierungshersteller mit Sitz in Ulm hat sich den Strom über einen langfristigen Stromliefervertrag gesichert. Das Power Purchase Agreement (PPA) läuft über zehn Jahre. Nach Angaben von Vattenfall bildet der Vertrag die wirtschaftliche Grundlage für Bau und Betrieb des Solarparks.

Im Juni schloss Vattenfall die Anlage an das Verteilnetz des regionalen Netzbetreibers „E.DIS“ an. Die erwartete Jahresproduktion entspricht laut Vattenfall rund 15 Prozent der Strommenge, die die Wieland Gruppe jährlich für ihre deutschen Standorte zukauft. Der erzeugte Solarstrom soll damit zur Dekarbonisierung der Produktion von Halbzeugen aus Kupfer und Kupferlegierungen in Süddeutschland beitragen.

Bei der offiziellen Inbetriebnahme waren neben Vertretern von Vattenfall und Wieland auch Brandenburgs Infrastruktur- und Landesplanungsminister Robert Crumbach (SPD) sowie Lars Rohwer, CDU-Mitglied des Deutschen Bundestags und des Ausschusses für Wirtschaft und Energie, anwesend.

PPA sichert Investition ab

Für Vattenfall steht beim Solarpark Nauen insbesondere die Vermarktung des Stroms im Vordergrund. Claus Wattendrup, Leiter des Geschäftsbereichs Solar and Batteries bei Vattenfall, bezeichnete langfristige Strompartnerschaften als marktliches Instrument für den Ausbau erneuerbarer Erzeugung. „Sie schaffen Planungssicherheit für Investitionen und unterstützten zugleich Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Klimaziele“, erklärte Wattendrup.

Das PPA verbindet dabei die Finanzierung der Erzeugungsanlage mit einem langfristig gesicherten Absatz der produzierten Strommenge. Die Wieland Gruppe übernimmt für zehn Jahre die gesamte Erzeugung des Solarparks. Damit erhält Vattenfall einen vertraglich abgesicherten Abnehmer für den Strom, während Wieland die erneuerbare Stromproduktion für die eigenen deutschen Standorte einplanen kann.

Für Wieland ist der Strombezug Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. CFO Gregor Tschernjavski erklärte, die Dekarbonisierung der Produktion gehöre zu den zentralen Zielen des Unternehmens. „Der langfristige Bezug erneuerbaren Stroms aus Nauen ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2045“, sagte er. Gleichzeitig könnten solche Partnerschaften dazu beitragen, Nachhaltigkeitsziele und die Wettbewerbsfähigkeit der industriellen Produktion in Deutschland miteinander zu verbinden.

PPA sollen Ausbau unterstützen

Vattenfall sieht langfristige Stromlieferverträge zudem als Schnittstelle zwischen Energie- und Industriepolitik. Nach Einschätzung des Unternehmens können PPA den Bau zusätzlicher Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien unterstützen und Unternehmen zugleich eine längerfristige Kalkulationsgrundlage für ihre Stromkosten geben.

Darüber hinaus könnten die Verträge nach Darstellung von Vattenfall Voraussetzungen schaffen, damit Unternehmen regulatorische Instrumente zur Entlastung energieintensiver Verbraucher nutzen können. Genannt werden unter anderem ein möglicher Industriestrompreis und die Strompreiskompensation. (sh)