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Manfred Fischer
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Dienstag, 01.09.2026, 11:08 Uhr
Vertrieb
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Haushaltstrompreise im weltweiten Vergleich
Deutschland hatte im zweiten Quartal 2026 mit 35,6 Cent/kWh nach einer Analyse von Verivox den vierthöchsten Haushaltsstrompreis im internationalen Vergleich.
Strom kostet hierzulande mehr als doppelt so viel wie im Schnitt in den G20-Staaten. Das geht aus einer Preisanalyse von 144 Ländern hervor, die das Vergleichsportal Verivox auf Basis von Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices erstellt hat. Nach der Auswertung lag der Strompreis in Deutschland im zweiten Quartal dieses Jahres bei 35,6 Cent. 

Durchschnittlich kostete die Kilowattstunde in den G20-Staaten im zweiten Quartal 16,3 Cent. In Italien waren es 34,5 Cent, in Großbritannien 32,4 Cent.

Den im weltweiten Vergleich höchsten nominalen Strompreis zahlten private Haushalte laut Verivox in Irland mit 42,6 Cent je kWh. Es folgten Bermuda mit 38,8 Cent und Belgien mit 37,4 Cent. Am unteren Ende des Rankings stand Kuba mit umgerechnet 0,51 Cent /kWh. In Äthiopien kostete die Kilowattstunde 0,64 Cent. In sechs weiteren Ländern lag der Preis unter 2 Cent/kWh: Myanmar, Ägypten, Angola, Kirgisistan, Irak und Bhutan.

Kaufkraftbereinigt auf Rang 24

Der weltweite Durchschnittspreis betrug laut Verivox-Auswertung im zweiten Quartal 15,1 Cent je kWh. Damit sei Strom im internationalen Durchschnitt rund 30 Prozent teurer gewesen als 2021, teilt das Vergleichsportal mit.

Unter Berücksichtigung der Kaufkraft verschiebt sich das internationale Ranking deutlich. Kaufkraftbereinigt errechnete sich für Deutschland ein Preis von 50,1 Dollarcent/kWh. Damit bedeutete Rang 24 im Vergleich.
 
Haushaltsstrompreise im internationalen Vergleich
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Quelle: Verivox

An der Spitze standen Sierra Leone mit 96,6 kaufkraftbereinigten Dollarcent je kWh und Ruanda mit 93,7 Dollarcent. In Kanada lag der kaufkraftbereinigte Strompreis laut Analyse rund 71 Prozent unter dem deutschen Wert. Für Island betrug der Abstand 67 Prozent, für Israel 62 Prozent und für Norwegen 59 Prozent. Auch in Südkorea, den USA und Finnland lag der kaufkraftbereinigte Preis rund 57 bis 58 Prozent niedriger als in Deutschland. Für die kaufkraftbereinigte Betrachtung rechnete Verivox die Strompreise nach eigenen Angaben mithilfe des von der Weltbank 2025 veröffentlichten Kaufkraftparitätsfaktors in die gemeinsame Recheneinheit „International Dollar“.

Kleine Industriebetriebe zahlen bei Neuabschlüssen 17 Cent/kWh

Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) beziffert den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis im laufenden Jahr in seiner August-Analyse auf 37,0 Cent (Jahresverbrauch: 3.500 kWh). 41 Prozent des Preises machen Kosten für Beschaffung und Vertrieb aus, 25 Prozent Netzentgelte, 34 Prozent Steuern, Abgaben und Umlagen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 bezahlte Haushalte mit 3.500 kWh Jahresverbrauch 32,8 Cent/kWh. Beschaffung und Vertrieb verursachten 26 Prozent des Preises, Netzentgelte 24 Prozent. Auf Steuern, Abgaben und Umlagen entfielen damals 50 Prozent.

Kleine bis mittlere Industriebetriebe sehen sich laut aktueller BDEW-Analyse bei Neuabschlüssen einem durchschnittlichen Strompreis von 17,2 Cent/kWh gegenüber. Beschaffung, Netzentgelte und Vertrieb machen 85 Prozent aus, Steuern, Abgaben und Umlagen 15 Prozent. Im Jahr 2021 kostete die Kilowattstunde 21,5 Cent. Beschaffung, Netzentgelte und Vertrieb trugen mit 58 Prozent zum Preis bei, Steuern, Abgaben und Umlagen mit 42 Prozent.

Mit 17,2 Cent/kWh liegt der Durchschnittspreis für kleine und mittlere Betriebe auf dem Niveau des Jahres 2017. (mf)