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Quelle: Naturenergie
Stefan Sagmeister
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Montag, 27.07.2026, 15:47 Uhr
Bilanz
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Naturenergie mit deutlichem Ergebnisrückgang
Die deutsch-schweizerische EnBW-Tochter Naturenergie musste Einbußen beim Gewinn und Absatz von Strom und Erdgas hinnehmen.
Die Naturenergie Holding AG hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Hauptursachen waren niedrigere Vermarktungserlöse für die eigene Stromerzeugung sowie eine erneut unterdurchschnittliche Wasserführung am Hochrhein und im Kanton Wallis. Die deutsch-schweizerische Unternehmensgruppe hält dennoch an ihrer Jahresprognose fest.

Der in der Schweiz gebräuchliche Betriebsertrag, der neben den Umsatzerlösen auch weitere Erträge aus dem operativen Geschäft umfasst, verringerte sich im ersten Halbjahr von 810,2 Millionen Euro auf 661,6 Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank in den ersten sechs Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23,1 Millionen Euro von 91,4 Millionen Euro auf 68,3 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern ging zurück von 70,3 Millionen Euro auf 46,0 Millionen Euro, heißt es vom Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Laufenburg an der deutschen Grenze. 

Auch der Energieabsatz entwickelte sich rückläufig. Die Naturenergie-Gruppe setzte in den ersten sechs Monaten 3,36 Milliarden kWh Strom und Erdgas ab. Das entspricht einem Minus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 3,73 Milliarden kWh. Nach Unternehmensangaben ist dies vor allem auf geringere Absatzmengen im Geschäftskundensegment zurückzuführen. Zudem wirkten sich niedrigere Strompreise am Terminmarkt aus.

Starker Rückgang bei Erneuerbaren

Besonders die Stromerzeugung, gebündelt im Geschäftsfeld „Erneuerbare Erzeugungsinfrastruktur“, hat im ersten Halbjahr gelitten. Dessen Ebit verringerte sich von 75,5 Millionen Euro auf 52,8 Millionen Euro. Dabei machte dem Unternehmen vor allem Niedrigwasser an den Wasserkraftstandorten zu schaffen. Am Hochrhein lag die Wasserführung 22,1 Prozent unter dem langjährigen Mittel, im Kanton Wallis 6,5 Prozent darunter. 

Das Segment „Systemrelevante Infrastruktur“ musste dagegen einen Ergebnisrückgang von 13,7 Millionen Euro auf 10,4 Millionen Euro hinnehmen. Hier wirkten sich höhere operative Kosten und gestiegene Abschreibungen trotz regulatorisch höherer Erlöse negativ aus, heißt es weiter im Halbjahresbericht. Ein Lichtblick bot das Segment „Kundennahe Energielösungen“. Das Adjusted Ebit stieg als einziges Geschäftsfeld von 1,5 Millionen Euro auf 3,5 Millionen Euro.

Trotz des Ergebnisrückgangs investierte Naturenergie im ersten Halbjahr weiterhin umfangreich in den Ausbau ihrer Infrastruktur. Die Bruttoinvestitionen beliefen sich auf 65,8 Millionen Euro nach 74,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Mehr als 60 Prozent davon entfielen erneut auf die Stromnetze. 

Für das Gesamtjahr hält die EnBW-Beteiligung an ihrer bisherigen Prognose fest. Erwartet wird weiterhin ein operatives Ebit von rund 120 Millionen Euro. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit einem deutlich positiven zweiten Halbjahr. Das Bruttoinvestitionsvolumen soll 2026 mehr als 180 Millionen Euro erreichen. (sag)