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Davina Spohn
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Donnerstag, 23.07.2026, 15:11 Uhr
Regenerative
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Hybrid-PPA legen in Deutschland zu
Deutschland treibt den Anstieg europäischer Solar-PPA-Preise. Das US-Plattform- und Analyseunternehmen Level Ten Energy registriert zugleich mehr Angebote für Hybrid-PPA.
Die Preise europäischer Solarstromverträge sind im zweiten Quartal 2026 erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen. Das in Seattle im US-Bundesstaat Washington ansässige Plattform- und Analyseunternehmen Level Ten Energy ermittelte für europäische Power Purchase Agreements (PPA), also langfristige Stromabnahmeverträge, einen Anstieg des Preisindikators um 2,8 Prozent. Neben Deutschland verzeichnete vor allem Polen deutliche Zuwächse. In mehreren anderen Ländern sanken die Preise.

Level Ten Energy betreibt einen digitalen Marktplatz, auf dem Projektentwickler Preisangebote für Stromabnahmeverträge mit erneuerbaren Energien einstellen. Diese Angebote wertet das Unternehmen für seinen vierteljährlichen PPA-Preisindex aus. Der Preisindikator gibt die Preisgrenze an, unter der 25 Prozent der Angebote liegen; 75 Prozent sind teurer. Bei Wind-PPA sank der Indikator im zweiten Quartal um 1,6 Prozent.

Den Anstieg bei Solarverträgen in Deutschland und Polen führt Level Ten Energy auf höhere Großhandelsstrompreise zurück. Ein knappes globales Gasangebot habe die Strompreise dort stärker beeinflusst als in anderen europäischen Märkten.

Negative Preise belasten Solarprojekte

Die höheren Angebotspreise ändern nichts daran, dass Solarprojekte in Deutschland während ihrer Haupterzeugungszeiten häufig niedrige Erlöse erzielen. Speisen viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom ein, wächst das Angebot vor allem mittags stark. Die Börsenstrompreise können dadurch auf ein niedriges Niveau oder ins Negative sinken. Der Marktwert des Solarstroms sinkt – ein Effekt, den die Branche als Preiskannibalisierung bezeichnet.

Laut Level Ten Energy verzeichneten Deutschland, Frankreich, Spanien und Polen bereits im ersten Halbjahr 2026 jeweils mehr Stunden mit negativen Strompreisen als im gesamten Jahr 2025. Besonders ausgeprägt sei die Entwicklung in Deutschland und Spanien.

Dieses Preisrisiko betrifft vor allem klassische Pay-as-produced-PPA. Bei ihnen richtet sich die abgerechnete Strommenge nach der tatsächlichen Erzeugung. Solarparks vermarkten daher besonders viel Strom, wenn viele Anlagen gleichzeitig einspeisen und die Preise unter Druck stehen.

Hybrid-PPA verschieben die Lieferung des Stroms

Entwickler kombinieren Solarparks deshalb zunehmend mit Batteriespeichern. In den dazugehörigen Hybrid-PPA werden Erzeugungsanlage und Speicher gemeinsam vermarktet. Meist ergänzt ein Batteriespeichersystem (Battery Energy Storage System, BESS) die Photovoltaikanlage.

Der Speicher nimmt Solarstrom in Stunden mit niedrigen Preisen auf und gibt ihn später wieder ab. Je nach Vertrag verschiebt er die Lieferung in höherpreisige Stunden oder glättet sie nach einem vereinbarten Profil. Betreiber müssen dadurch weniger Strom während der mittäglichen Solarspitze zu niedrigen Preisen vermarkten.

Hybrid-PPA können eine Erzeugungsanlage und einen Speicher am selben Standort umfassen oder einen Stromabnahmevertrag für die Erzeugungsanlage mit einem gesonderten Speichervertrag kombinieren. Ziel ist, den Wert des Stroms durch einen flexibleren Lieferzeitpunkt zu erhöhen.

Dem erstmals veröffentlichten Hybrid-Index von Level Ten Energy zufolge lagen die für den Vergleich normalisierten Preise dieser Verträge europaweit 24 Prozent über denen reiner Solar-PPA. Gegenüber Wind-PPA waren sie 15 Prozent günstiger. Bei einem Solarprojekt in Deutschland könne ein Speicher den Abrechnungswert um bis zu 80 Prozent steigern.

In Deutschland beobachtet Level Ten Energy vor allem eine Nachfrage nach Green-BESS-Verträgen. Der Batteriespeicher steht am selben Standort wie die Erzeugungsanlage und lädt ausschließlich deren Strom. So lässt sich die erneuerbare Herkunft eindeutig zuordnen. Laut Level Ten Energy sind die regulatorischen Hürden geringer als bei Speichern mit beidseitigem Netzzugang.

Deutschland und Spanien bilden derzeit den Schwerpunkt des europäischen Markts für Hybrid-PPA. Auf Hybridprojekte in beiden Ländern entfielen 29 Prozent aller europäischen PPA-Angebote im Index. Europaweit hat sich die Zahl neuer Angebote für Hybrid-PPA gegenüber dem zweiten Quartal 2025 mehr als verdoppelt. (ds)
 
Batteriespeicher erhöhen den durchschnittlich erzielten Strompreis von Solarprojekten. Bei vier Stunden Speicherdauer steigt er laut Level Ten Energy gegenüber der Vermarktung ohne Speicher in Deutschland um rund 35 Euro je MWh und in Spanien um rund 28 Euro je MWh.
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Quelle: Level Ten Energy