Die ersten Module im Klimapark Steinhöfel stehen. Das Agri-PV-Projekt in Brandenburg soll bis zu 753 MW Leistung erreichen
„Ich bin überrascht, wie viel hier schon wächst“, sagt Landwirt Benjamin Meise in einem aktuellen Video, dass den Baufortschritt im Klimapark Steinhöfel im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree zeigt. Auf rund 500 Hektar, die sich über acht Ortsteile der Gemeinde erstrecken, sollen hier Agri-PV-Module entstehen, die im Endausbau eine installierte Leistung von bis zu 753 MW erreichen (wir berichteten).
Für den ersten Bauabschnitt − ingesamt 106 MW − erhielt die „SUNfarming GmbH“ in der EEG-Ausschreibung den Zuschlag und begann im vierten Quartal 2025 mit den Arbeiten. Nun stehen die ersten bifazialen Glas-Glas-Module. Um ausreichend Platz für die landwirtschaftliche Nutzung zu lassen, beträgt die Durchgangshöhe 2,1 Meter. Landwirt Meise, Geschäftsführer der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH, zieht eine erste positive Bilanz: „Unter den Solaranlagen wächst es besser als außerhalb“, sagt er im Video und zeigt auf die gelben Felder neben der Anlage. „Die Sonne brennt erbarmungslos ohne Schatten auf die Pflanzen nieder. Wir haben viel zu viel Sonne und viel zu wenig Wasser. Unter den Solaranlagen ist noch alles schön grün.“
Möglich sei dies durch eine spezielle Unterkonstruktion, die das Regenwasser unter den Modulen gleichmäßig verteile. „Ich denke, es wird Pflanzen geben, die hier optimal wachsen werden“, sagt Meise: „Ich bin überzeugt, dass wir auch Pflanzen im hochwertigen Bereich, zum Beispiel Heil- und Gewürzpflanzen, finden werden, die unter den Bedingungen hier super klarkommen.“
Sunfarming entwickelt den Klimapark gemeinsam mit der Gemeinde Steinhöfel, örtlichen Landwirtschaftsbetrieben, dem Landkreis Oder-Spree sowie den Unternehmen Spie und Edis. Das Projekt soll neben der Stromerzeugung auch die regionale Wertschöpfung stärken und wirtschaftliche Impulse für den ländlichen Raum setzen. (kmt)