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Startschuss für die Seismik-Messkampagne (v.l.): Philipp Schramek, Kai Zosseder, Karin Thelen, Linus Diergarten und Christian Nolte. Quelle: SWM
Stefan Sagmeister
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Freitag, 10.07.2026, 15:24 Uhr
Geothermie
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Größte Geothermie-Erkundung Deutschlands läuft an
Vor dem Start der größten Geothermie-Seismik Deutschlands informieren die Projektpartner betroffene Kommunen und Anwohner über das Vorhaben.
Mit einer groß angelegten 3D-Seismik wollen die Projektpartner des Forschungsvorhabens „GIGA-M“ die geologischen Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Tiefengeothermie im Großraum München genauer erfassen. Am 10. Juli haben in Garching bei München die Projektpartner die bevorstehende Seismik-Messkampagne offiziell vorgestellt.

Im Rahmen von Giga-M startet im Großraum München die nach Angaben der Projektpartner bislang umfassendste seismische Untersuchung zur Erkundung von Geothermiepotenzialen in Deutschland. Giga-M steht dabei für das Bezeichnungsungetüm: Großräumige Integrierte Gesamt-Analyse des tiefengeothermischen Potenzials und seiner synergetischen Nutzung im Großraum München.

Nach Angaben der Stadtwerke München (SWM) sollen mehrere Informationsveranstaltungen die betroffenen Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger auf die in den kommenden Wochen beginnenden Messungen vorbereiten und über deren Ablauf und Auswirkungen informieren.

Ziel ist es, ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds zu erstellen. Die Daten sollen die Planung neuer Geothermieprojekte verbessern und allen interessierten Akteuren nach Abschluss des Forschungsvorhabens kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Der Großraum München liegt über dem Süddeutschen Molassebecken, das zu den geologisch günstigsten Regionen Europas für die Nutzung der Tiefengeothermie zählt.
 
Geologischer Schnitt durch das Süddeutsche Molassebecken.
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Quelle: SWM

Die Messkampagne erstreckt sich über rund 1.110 Quadratkilometer und mehr als 60 Kommunen. Sie beginnt Ende August im südlichen Landkreis München und wird anschließend schrittweise auf weitere Teile im Umland von München sowie auf das Stadtgebiet der Landeshauptstadt ausgeweitet. Die Arbeiten sollen bis November abgeschlossen sein. Mehrere Messteams werden parallel im Einsatz sein.

Zum Einsatz kommen sogenannte Vibrotrucks. Die Spezialfahrzeuge erzeugen kontrollierte Schwingungen, die in den Untergrund eingeleitet werden. Tausende Geophone erfassen die reflektierten Signale aus mehreren Kilometern Tiefe. Aus den Messdaten entsteht ein hochauflösendes 3D-Modell, das geologische Strukturen und wasserführende Gesteinsschichten deutlich präziser abbilden soll als bisher verfügbare Datensätze. Die Projektpartner erwarten dadurch eine verlässlichere Auswahl künftiger Bohrstandorte und geringere Erkundungsrisiken.

Karin Thelen, Geschäftsführerin Regionale Energiewende der Stadtwerke: „Mit unserer langjährigen Erfahrung in Entwicklung und Betrieb von Geothermieanlagen und dem regionalen Schulterschluss im Projekt Giga-M schaffen wir die Voraussetzungen, um neue Geothermieprojekte gezielter zu planen und die sichere, lokale und klimafreundliche Wärmeversorgung im Großraum München weiter auszubauen.“ 

Koordiniert wird Giga-M von der Technischen Universität München. Zu den Projektpartnern gehören neben den SWM unter anderem die Energie-Wende-Garching, die Energieagentur Ebersberg-München, die Landeshauptstadt München sowie der Landkreis München. (sag)