Die Bundesregierung hat den Nationalen Wasserstoffrat reformiert und neu besetzt. Das Gremium soll den Wasserstoffhochlauf künftig stärker aus Sicht von Wirtschaft und Praxis begleiten.
Die Bundesregierung hat den Nationalen Wasserstoffrat (NWR) neu aufgestellt und die Mitglieder des reformierten Beratungsgremiums berufen. Grundlage ist die von Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) vorgelegte Reform, die das Bundeskabinett am 10. Juni dieses Jahres beschlossen hatte. Die neue Satzung trat am 1. Juli in Kraft. Gleichzeitig endeten die Mandate der bisherigen Ratsmitglieder.
Nach den Vorstellungen Reiches soll der NWR künftig schlagkräftiger und praxisnäher arbeiten. Mit der Reform wurde die Gremienstruktur verschlankt und die wirtschaftliche Expertise gezielt gestärkt. Gleichzeitig bleiben Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingebunden. Ziel ist eine ausgewogene Beratung der Bundesregierung in einer Phase, in der der Wasserstoffhochlauf zunehmend von der Strategie in die praktische Umsetzung übergeht.
Dem neuen Wasserstoffrat gehören 17 Mitglieder an. Sie wurden auf Vorschlag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie weiterer Ressorts für Forschung, Verkehr, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit berufen. Zehn Mitglieder sind neu im Gremium, sieben gehörten bereits dem bisherigen Rat an. Damit soll einerseits Kontinuität gewährleistet, andererseits neue Impulse für den Markthochlauf von Wasserstoff gesetzt werden.
Den Vorsitz übernimmt Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG und seit 2024 Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Stellvertretender Vorsitzender bleibt Felix Matthes, Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut, der bereits dem bisherigen Wasserstoffrat angehörte und diesen zeitweise kommissarisch leitete.
Die Zusammensetzung des Gremiums spiegelt die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette wider. Vertreten sind Unternehmen aus Energieversorgung, Industrie, Infrastruktur, Anlagenbau, Mobilität und Logistik ebenso wie Finanzwirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Umweltverbände.
Die Mitglieder des Nationalen Wasserstoffrats
Neben Dohler und Matthes gehören dem Rat außerdem an: Tilman Altenburg (IDOS), Thomas Behrends (Totalenergies), Alexander Bercht (IGBCE), Andreas Gorbach (Daimler Truck), Gunnar Groebler (Salzgitter AG), Thomas Hüwener (Open Grid Europe), Karsten Lemmer (DLR), Velibor Marjanovic (KfW IPEX-Bank), Dr. Julia Metz (Agora Industrie), Andreas Mündel (DHL), Karsten Pinkwart (Hochschule Karlsruhe), Werner Ponikwar (Thyssenkrupp Nucera), Viviane Raddatz (Klima-Allianz Deutschland/WWF), Nicole Schödel (Linde) sowie Kirsten Westphal (BDEW). (gd)