Jetzt ist bekannt, wer die ersten Rastplätze an deutschen Autobahnen mit Ultraschnellladern für Elektro-Lastwagen bestücken darf. Die in fünf Paketen (Losen) vergebenen 124 Standorte des Deutschland-Netzes sind an fünf verschiedene Bieter gegangen. Das zuständige Bundesverkehrsministerium und die Autobahn GmbH des Bundes versprechen sich laut Mitteilung von der Vergabe an mehrere Marktakteure eine Stärkung des Wettbewerbs und eine zügige Umsetzung.
Zuschläge erhalten haben nach Angabe des Ministeriums
- das Berliner Unternehmen „eliso Voltix Charging GmbH“, eine Tochter von Vinci Concessions (für 25 Rastanlagen),
- das Hannoveraner Joint Venture „autostrom.plus GmbH“ (24) unter Beteiligung von Enercity, Rheinenergie, Stadtwerke Neumünster,
- „EMI ElektroMobilitätsInfrastruktur GmbH“ aus Berlin (26), eine Tochter von Engie Vianeo (Frankreich),
- eine Bietergemeinschaft von Eon und „Tank & Rast“ (24) sowie
- „STRA-loaded“, ein gemeinsames Unternehmen von „R:loaded“, „eLoaded“ und dem Baukonzern Strabag (25).
Etwa eine Milliarde Euro beträgt die Fördersumme des Bundes, die mit den Zuschlägen fließen soll. Bei den Standorten handelt es sich ausdrücklich um bisher nicht bewirtschaftete Rastplätze. Um die ebenfalls vorgesehene Entwicklung von bewirtschafteten Anlagen (mit Ladestationen für Elektro-Pkw) hatte es einen Rechtsstreit gegeben.
Rechtsstreit bremste Entwicklung an entwickelten RaststättenDer niederländische Ladenetzbetreiber Fastned sah sich im Nachteil gegenüber Tank & Rast, weil es an existierenden Autobahn-Anlagen keine Ausschreibung für E-Lade-Punkte, sondern lediglich eine Ergänzungsvereinbarung des Bundes mit den vorhandenen Betreibern geben sollte (wir berichteten). Tank & Rast gehören etwa 90 Prozent der entwickelten Rastplätze.
Das Oberlandesgericht Düsseldorf sah im März 2026 ein Vergabeverfahren als zwingend an. Bereits in Erwartung des Urteils hatte der Bund das Vergabeverfahren für das Laden von E-Lastern an unbewirtschafteten Rastplätze vorgezogen, die anderen Standorte sollen im nächsten Schritt ab 2030 folgen.
Der Bund gibt mit der Vergabe vor, insgesamt 824 Ladepunkte errichten zu lassen. Davon sind 447 als Megacharging-Stationen (MCS) auszubauen. Mit einer Leistung von mindestens 1.000 kW erlaubt das ultraschnelle Laden, den Akku in 30 Minuten von 20 auf etwa 80 Prozent der Kapazität aufzufüllen. Schnelligkeit ist bei gängigen Lkw-Batterien mit etwa 600 kWh Fassungsvermögen ein entscheidendes Kriterium für die Antriebswende im Schwerlastverkehr. Geringere Ladeleistungen werden die weiteren 157 Ladepunkte (CCS, mindestens 400 kW) für das Zwischenladen und die 232 vergebenen Ladepunkte für das Laden über Nacht (CCS, 100 kW) anbieten.
Eon und der Raststättenbetreiber „Tank & Rast“ weisen in einer gemeinsamen Mitteilung darauf hin, mit 101 MCS-Ladepunkten den Zuschlag für „eine der ersten großskaligen Anwendungen dieser Technologie im öffentlichen Raum“ erhalten zu haben. Die Unternehmen erklären weiter, an den 24 Rastanlagen insgesamt 195 Landepunkte errichten zu dürfen (weitere 32 CCS400 und 62 CCS150). Zum Auftrag zählen neben dem Aufbau der Ladeinfrastruktur auch das Einrichten von Netzanschlüssen, Trafostationen, IT-Anbindung und Reservierungssystemen. Mit dem Bau wollen die Partner 2027 beginnen.