Nach dem Brand an einer Windkraftanlage im westfälischen Bönen beginnt die Suche nach der Ursache. Das Feuer in Gondel und an einem Rotor hatte spürbare Folgen für den Bahnverkehr.
Ein Feuer hat eine betagte Windenergieanlage im westfälischen Bönen unbrauchbar gemacht. Der Brand an der Vestas-Turbine betraf Maschinenhaus und einen Rotor. Weil die Anlage in der Nähe der Bahnstrecke steht, die Hamm und Dortmund verbindet, fuhren über mehrere Stunden keine Züge auf dieser Verbindung.
Die Maschine des Typs V-90 stammt aus dem Jahr 2007. Im kommenden Jahr hätte sie das für die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz relevante Alter von 20 Jahren erreicht. Dann läuft die feste Vergütung aus. Die Ursache für den Brand ist noch ungeklärt. Ob ein technischer Defekt den Brand ausgelöst hat, ist Gegenstand der nun beginnenden Untersuchungen.
Der Betreiber Zehnte Windpark Support GmbH aus Berlin hat Medienberichten zufolge den Weiterbetrieb und den Ersatz der beschädigten Teile angekündigt. Der Turm soll demnach keinen Schaden genommen haben.
Erste Meldungen über starke Rauchentwicklung an der Anlage hatte es am 14. Juni in den Mittagsstunden gegeben. Die örtliche Feuerwehr rückte aus, konnte aber in den Brand in 95 Metern (Naben-)Höhe nicht eingreifen. Den unmittelbaren Bereich um die Anlage, die eine von vier baugleichen Turbinen ist, sperrten die Einsatzkräfte ab. Die Deutsche Bahn ließ zudem über annähernd fünf Stunden keine Züge auf dem Streckenabschnitt fahren, die betroffenen Ruhrgebietslinien mussten Umleitungen nehmen.
Das Feuer ging nach etwa zweieinhalb Stunden von selbst aus. Nach Angaben der Bönener Feuerwehr habe es offenbar kein brennbares Material mehr gegeben. Üblicherweise verfügt eine Anlage dieses Typs mit Getriebe über etwa 300 Liter Getriebeöl. Wegen der Rauchentwicklung hatten die Behörden zeitweise einen Warnhinweis an die Bevölkerung ausgesprochen und empfohlen, die Fenster vorsorglich geschlossen zu halten.
Daneben geriet auch ein Rotor in Brand. Vom Flügel brachen nach und nach Teile ab, die den Boden verunreinigten. Wie stark das Erdreich und die landwirtschaftlich genutzten Flächen betroffen sind, sollten Untersuchungen der Kreisverwaltung Unna ergeben. Für die Bahnstrecke war zu klären, ob Teile des Rotors auch die Schienen in Mitleidenschaft gezogen hatten. Erst als diese Gefahr nicht mehr bestand, lief der Zugverkehr wieder. Einen angrenzenden, asphaltierten Feldweg gab die Gemeinde Bönen am 17. Juni wieder frei.