Das Gasunternehmen „Securing Energy for Europe“ (Sefe) hat für das Geschäftsjahr 2025 knapp 300 Millionen Euro an den Bund überwiesen. Damit summiert sich die Gesamthöhe der Rückzahlungen seit 2024 auf fast eine Milliarde Euro. Das zeige, dass Sefe auch in einem herausfordernden Marktumfeld verlässlich Dividenden erwirtschaftet, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt.
Die Zahlungen erfolgen auf Grundlage der Beihilfeentscheidung der Europäischen Kommission vom Dezember 2022. Damals hatte Brüssel die Stabilisierung und Rekapitalisierung des früheren Gazprom-Germania-Konzerns durch den deutschen Staat genehmigt.
Verbunden war die Freigabe der Hilfen in Höhe von 6,3 Milliarden Euro mit klaren Auflagen: Sobald sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens stabilisiert, sollen Teile der staatlichen Unterstützung an den Bund zurückgeführt werden. Die aktuelle Rückzahlung gilt deshalb nicht nur als finanzielle Entlastung für den Bundeshaushalt, sondern auch als Signal für die wirtschaftliche Konsolidierung des Unternehmens.
CEO Laege: Ertragskraft nachhaltigSefe war infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und des Ausfalls russischer Gaslieferungen in eine existenzielle Krise geraten. Um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, mussten kurzfristig große Mengen Erdgas zu extrem hohen Preisen beschafft werden. Ohne staatliche Unterstützung hätte das Unternehmen seine Lieferverpflichtungen gegenüber Industrie, Stadtwerken und weiteren Kunden kaum erfüllen können.
Egbert Laege, CEO von Sefe, erklärte dazu: „Die vergangenen drei Jahre zeigen, dass das Geschäftsmodell von Sefe selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich hohe Rückzahlungen an den Bund ermöglicht. Dass sich die Gesamtsumme inzwischen auf fast eine Milliarde Euro beläuft, verdeutlicht nicht nur die kurzfristige Stabilisierung, sondern vor allem die nachhaltige strukturelle Ertragskraft und konsequente finanzielle Disziplin von Sefe. Damit verfügen wir heute über eine solide und glaubwürdige Ausgangsbasis für die nächste Phase der Unternehmensentwicklung einschließlich einer erfolgreichen Privatisierung.“
Sefe zählt heute zu den wichtigsten Gas- und Stromlieferanten für Industriekunden in Europa. Nach Unternehmensangaben liegt das jährliche Vertriebsvolumen bei mehr als 200 Terawattstunden. Beliefert werden mehr als 50.000 Kunden – von mittelständischen Betrieben über Stadtwerke bis hin zu multinationalen Industriekonzernen. Neben dem klassischen Gasgeschäft investiert das Unternehmen mit weltweit 2.000 Mitarbeitenden zunehmend in LNG-Infrastruktur sowie in Dekarbonisierungslösungen für Industrie und Energieversorgung. Sefe ist die Nachfolgegesellschaft der verstaatlichen Gesellschaft Gazprom Germania.