Die Feldwerke GmbH mit Sitz in München hat ihre erste größere Fremdkapitalfinanzierung abgeschlossen. Ein nicht namentlich genannter französischer Debt Fund, der sich auf erneuerbare Energien spezialisiert hat, stellt dem Unternehmen im Rahmen einer revolvierenden Kreditlinie 12
Millionen Euro zur Verfügung. Einer Mitteilung zufolge soll das Kapital dazu beitragen, innerhalb der kommenden 18 Monate ein Portfolio von rund 100 MW an Agri-Photovoltaik-Anlagen zu realisieren.
Die Finanzierung markiere einen wichtigen Schritt für die weitere Expansion, heißt es in der Mitteilung weiter. Die nun vereinbarte Kreditlinie ist revolvierend ausgestaltet. Dies bedeutet, dass Mittel nach Fertigstellung und Übergabe einzelner Projekte erneut genutzt werden können. Dadurch könne Feldwerke mehrere Vorhaben parallel finanzieren und abwickeln. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, Anlagen mit insgesamt 1.000
MW Leistung bis zum Jahr 2030 zu errichten. Derzeit entwickelt Feldwerke nach eigenen Angaben rund 50 Projekte mit zusammen mehr als 400 MW Leistung.
Die nun geschlossene Finanzierungsvereinbarung sei ein klares Indiz dafür, dass
institutionelle Kapitalgeber das Potenzial von Agri-PV als zukunftsweisende Form der Flächennutzung erkannt haben, sagt
Nils Kuchenbuch. „Die revolvierende Kreditlinie gibt uns die Flexibilität, unser 100-MW-Portfolio zügig und kapitaleffizient umzusetzen“, so der Geschäftsführer der Feldwerke.
Bis 2030 rund 1.000 MW installierte Leistung Das Unternehmen wurde im Jahr 2023 gegründet und hat bislang rund 20
MW an Agri-PV-Leistung errichtet. Dazu zählt auch eine Anlage in Oberndorf am Lech im bayerischen Landkreis Donau-Ries. Auf einer Fläche von 28 Hektar wurde im März dieses Jahres eine Anlage mit 17
MW in Betrieb genommen. Laut dem Projektentwickler ist es das größte Kombi-Projekt für Stromerzeugung aus Photovoltaik und landwirtschaftlicher Flächennutzung in Süddeutschland. Rund 90 Prozent der Fläche könnten landwirtschaftlich genutzt werden.
Feldwerke setzt in den Projekten auf einachsige Tracker-Systeme, die die Module dem Sonnenstand nachführen. Dadurch lasse sich die Stromerzeugung erhöhen und die Einspeisung in den Morgen- und Abendstunden verbessern.
Das Kapital aus der nun vereinbarten Kreditlinie soll ausschließlich in die Errichtung neuer Agri-PV-Anlagen fließen. Die Projekte befänden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien – von der Planung bis zur Bauphase. Revolvierende Kreditlinien gelten in der Infrastrukturfinanzierung als übliches Instrument, um Bauphasen flexibel zu finanzieren. Sobald Projekte an langfristige Finanzierungen übergeben oder in Betrieb genommen werden, kann der Kreditrahmen erneut genutzt werden.
Nach Einschätzung des Unternehmens wächst das Interesse an Agri-PV bei Investoren und Finanzierern. Die kombinierte Nutzung der Flächen für Landwirtschaft und Stromerzeugung gilt als Vorteil gegenüber klassischen Freiflächenanlagen. Denn Wind- und Solarenergie sollen einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele auf europäischer und nationaler Ebene leisten. Gleichzeitig stellt jedoch der Klimawandel die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen.
Mit Agri-Photovoltaik lassen sich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Erzeugung von Solarstrom steigern, die Resilienz landwirtschaftlicher Kulturen erhöhen und den gebeutelten Landwirten planbare Erlöse bescheren.