Die Connectivity Standards Alliance und die Open ADR Alliance haben eine Kooperation für netzgekoppeltes Energiemanagement vereinbart. Beide Organisationen wollen damit nach eigenen Angaben die Entwicklung interoperabler Lösungen beschleunigen, die Verbrauchseinrichtungen von Haushaltskunden mit Energieversorgern und Netzbetreibern verbinden.
Mit der wachsenden Verbreitung von Wärmepumpen, Elektrofahrzeugen, Batteriespeichern und Photovoltaikanlagen steige der Bedarf an standardisierten Kommunikationswegen zwischen Geräten und Stromnetz, teilten die Verbände mit. Zugleich müssten Hersteller bislang unterschiedliche Energiemanagementstandards berücksichtigen, was Entwicklung und Implementierung erschwere.
Die Zusammenarbeit sieht eine klare Aufgabenteilung der beiden Standards vor. Das von der CSA betreute Smart-Home-Protokoll Matter soll die Kommunikation innerhalb des Haushalts zwischen Geräten und einem Gateway übernehmen. Open ADR 3, entwickelt von der Open ADR Alliance, soll die Verbindung zwischen diesem Gateway sowie Energieversorgern und Netzbetreibern herstellen. Gemeinsam entstehe so ein durchgängiger Kommunikationspfad vom Stromnetz bis zum einzelnen Endgerät.
Bessere Einbindung in Flexibilitätsprogramme
Jon Harros, bei der Connectivity Standards Alliance für Tests und Zertifizierungen verantwortlich, erklärte, Gerätehersteller erhielten eine klarere Orientierung bei der Entwicklung, während Versorgungsunternehmen Lösungen einfacher skalieren könnten. Ziel seien praxistaugliche und zuverlässige Anwendungen. Die beiden Organisationen verweisen darauf, dass dann Energieversorger und Netzbetreiber ein Lastmanagement und flexible Stromtarife schneller umsetzen können. Außerdem eröffne die netzdienliche Steuerung von Geräten finanzielle Anreize für die Verbraucher. Darüber hinaus könnten die Hersteller den Entwicklungs- und Wartungsaufwand reduzieren, indem sie nur noch einen standardisierten Entwicklungspfad unterstützen müssten.
Rolf Bienert, Managing und Technical Director der Open ADR Alliance, verwies darauf, dass sich Open ADR seit Jahren als Standard für Lastmanagement im Stromnetz etabliert habe. Durch die Zusammenarbeit mit der CSA solle die nächste Generation vernetzter Haushaltsgeräte besser in Flexibilitätsprogramme eingebunden werden.
Die Connectivity Standards Alliance ist ein internationaler Industrieverband für offene Standards im Internet der Dinge. Die Organisation wurde 2002 gegründet und entwickelt unter anderem den Smart-Home-Standard Matter. Zu den Mitgliedern zählen Technologie- und Industrieunternehmen wie Amazon, Apple, Bosch, Google, Siemens, Schneider Electric und Samsung.
Die Open ADR Alliance ist eine gemeinnützige Organisation zur Förderung offener Standards für Energieflexibilität und Lastmanagement. Ihr Schwerpunkt liegt auf der standardisierten Kommunikation zwischen Energieversorgern und dezentralen Energieressourcen wie Batteriespeichern, Ladeinfrastruktur oder Demand-Response-Systemen.