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Stefan Sagmeister
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Mittwoch, 13.05.2026, 16:47 Uhr
Bilanz
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Wind sorgt für gute Geschäfte bei RWE
Die Investitionen in die Erzeugung mit erneuerbaren Energien zahlen sich beim RWE-Konzern immer aus. Der Energiehandel rutschte hingegen ins Minus.
RWE ist mit deutlichen Ergebniszuwächsen in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Energiekonzern profitierte im ersten Quartal insbesondere von besseren Windbedingungen in Europa sowie vom weiteren Ausbau seines Portfolios an Wind- und Solaranlagen. Belastend wirkte dagegen der Energiehandel, der in den ersten drei Monaten ins Minus rutschte. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen dennoch.

Der Umsatz lag im ersten Quartal bei 8,2 Milliarden Euro nach 7,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 25 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im ersten Quartal 2025. Der bereinigte Überschuss erhöhte sich auf 608 Millionen Euro nach 505 Millionen Euro im Vorjahr.

Offshore-Wind mit besonders positivem Ergebnis

Finanzvorstand Michael Müller verwies auf die operative Entwicklung und den Fortschritt beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten. „Nach einem guten Start ins Jahr bekräftigen wir unsere Ergebnisprognose. Aufgrund der guten finanziellen Performance und des positiven Einmaleffektes konnten wir bereits ein Drittel unseres prognostizierten Ergebnisses je Aktie erreichen“, sagte Müller.

Treiber der Ergebnisentwicklung war vor allem das Offshore-Windgeschäft. Das bereinigte Ebitda des Segments Offshore Wind stieg auf 570 Millionen Euro nach 380 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Ausschlaggebend waren höhere Produktionsmengen infolge normalisierter Windverhältnisse, nachdem das Vorjahresquartal von einer längeren Windflaute geprägt gewesen war.

Das Segment Onshore Wind/Solar legte leicht zu. Das bereinigte Ebitda stieg auf 507 Millionen Euro nach 496 Millionen Euro im Vorjahr. RWE profitierte hier vom Ausbau der Erzeugungskapazitäten und insgesamt besseren Windbedingungen in Europa. Belastend wirkten jedoch negative Währungseffekte bei der Umrechnung von US-Dollar in Euro sowie niedrigere Strompreise.

Im Segment Flexible Erzeugung, in erster Linie der Betrieb von Gas- und Kohlekraftwerken, erhöhte sich das bereinigte Ebitda deutlich auf 657 Millionen Euro nach 379 Millionen Euro im Vorjahr. Positiv wirkte sich dabei eine Entschädigungszahlung des niederländischen Staates in Höhe von 332 Millionen Euro aus. Hintergrund sind gesetzliche Einschränkungen der Kohleverstromung im Jahr 2022, durch die das Kraftwerk Eemshaven nur eingeschränkt Strom produzieren konnte. Gegenläufig wirkte eine geringere Stromproduktion der britischen Gaskraftwerke infolge hoher Windstromeinspeisungen.

Schwache Entwicklung im Eigenhandel

Schwach entwickelte sich dagegen der Energiehandel. Das bereinigte Ebitda des Segments fiel auf minus 84 Millionen Euro nach plus 15 Millionen Euro im Vorjahr. RWE führte dies insbesondere auf eine schwache Entwicklung im Eigenhandel zurück. Für das Gesamtjahr hält der Konzern dennoch an seiner Prognose eines Ergebnisses zwischen 100 Millionen Euro und 500 Millionen Euro fest.

Seit März 2025 hat RWE nach eigenen Angaben neue Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher mit einer Leistung von insgesamt 2.300 MW in Betrieb genommen. Weitere Projekte mit einer Kapazität von 10.400 MW befinden sich derzeit im Bau. Im ersten Quartal investierte der Konzern netto 2,3 Milliarden Euro in den Ausbau seines Erzeugungsportfolios. Für das Gesamtjahr plant RWE Netto-Investitionen zwischen 6 Milliarden Euro und 8 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Unternehmens erzeugen inzwischen erste Turbinen der Offshore-Projekte Sofia in Großbritannien und Thor in Dänemark bereits Strom. Insgesamt will RWE im laufenden Jahr mehr als 4.000 MW neue Kapazitäten ans Netz bringen.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet RWE weiterhin ein bereinigtes Ebitda zwischen 5,2 Milliarden Euro und 5,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Überschuss soll zwischen 1,55 Milliarden Euro und 2,05 Milliarden Euro liegen.