Im früheren Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen befinden sich in der Anlage keine Brennstäbe mehr. Der Meiler wurde am 31. Dezember 2021 abgeschaltet und befindet sich seit Januar 2024 im Rückbau. Seit 2023 sind, wie das zuständige Unternehmen Preussen Elektra mitteilte, insgesamt 694 Brennelemente aus dem Lagerbecken in Castor-Behälter verladen und ins Zwischenlager Grohnde gebracht worden.
Am 7. April 2026 hat der letzte Castor das Reaktorgebäude in Richtung Zwischenlager Grohnde verlassen. „Damit ist der radioaktive Kern der Anlage vollständig entfernt – und mit ihm über 99 Prozent der Radioaktivität“, heißt es bei Preussen Elektra. Der frühere Betreiber der Anlage ist auch für den Rückbau verantwortlich.
„Die Kernbrennstofffreiheit ist ein wichtiger Meilenstein beim Rückbau. Sie bildet die Grundlage für weitere technische und organisatorische Anpassungen“, erklärte dazu Anlagenleiter Jörg Bornemann. „Nun können wir weitere Systeme stillsetzen und demontieren sowie die Schichtbesetzung reduzieren. Ihr wertvolles Fachwissen wird an anderer Stelle dringend gebraucht − beispielsweise für die Zerlegung der Einbauten im Reaktordruckbehälters, die ab Ende dieses Jahres beginnt.“
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Der Sekundärdeckel des letzten Castors wird verschraubt. Quelle: Preussen Elektra / Arnd Wöbbeking |
Für dieses wichtige Rückbauvorhaben, so Preussen Elektra, müssen im Bereich des geleerten Brennelement-Lagerbeckens zunächst verschiedene Komponenten und Anlagenteile entfernt werden, um die erforderlichen Lager-, Hantierungs-, Zerlege- und Verpackungsflächen zu schaffen.
Für die Aufnahme der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus dem Rückbau steht die neu errichtete Transportbereitstellungshalle zur Verfügung. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hatte die Genehmigung für die Lagerung von radioaktiven Abfällen und Reststoffen dort Anfang April erteilt.
Das Kernkraftwerk Grohnde ist ein Druckwasserreaktor, der eine elektrische Bruttoleistung von 1.430 MW hatte. Der Leistungsbetrieb wurde am 31. Dezember 2021 eingestellt. Seit Januar 2024 befindet sich die Anlage im Rückbau. Er soll bis 2039 abgeschlossen werden. Am Standort sind derzeit noch rund 500 Personen beschäftigt.