Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV veröffentlichte am 7. April seinen kombinierten Geschäftsbericht für das Jahr 2025. In diesem ist neben dem Konzernlagebericht auch der zwölf Seiten umfassende konsolidierte Corporate-Governance-Bericht enthalten.
Wie anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 4. Februar berichtet, sank der Gewinn im Vergleich zu 2024 um etwa 25
Prozent auf 1,52
Milliarden Euro. Der Umsatz belief sich auf 24,31
Milliarden Euro und fiel damit um rund 7
Prozent. Als Grund nannte die OMV insbesondere „niedrigere Verkaufsmengen aus Kundenverträgen im Gas Marketing & Power-Bereich“ sowie ihren um etwa 14
Prozent auf 66,8
US-Dollar/Barrel gefallenen durchschnittlich realisierten Ölpreis. Nicht ausgleichen ließ sich dies durch den um 21
Prozent auf rund 30,3 Euro/MWh durchschnittlich realisierten Gaspreis.
Aufsichtsratspräsident Lutz Feldmann hält im Geschäftsbericht fest: „Im Jahr 2025 erzielte OMV trotz eines herausfordernden Marktumfelds erneut ein solides Ergebnis und stellte damit die Stärke und Robustheit des integrierten Geschäftsmodells unter Beweis. Diese Qualitäten zeigten sich auch darin, dass bei der Umsetzung unserer Strategie 2030 und im damit verbundenen Transformationsprozess wichtige Meilensteine erreicht wurden.“ Generaldirektor Alfred Stern verlässt die OMV Ende September. Die Entscheidung über seine Nachfolge ist bis dato offen.
Im Corporate-Governance-Bericht heißt es unter anderem, der Anteil der Frauen an der Belegschaft habe sich von 25,5
Prozent im Jahr 2024 auf 25,7
Prozent im Jahr 2025 erhöht: „Ziel ist es, den Frauenanteil in Führungspositionen von 24,2
Prozent (2024: 23,7
Prozent) bis 2030 auf 30
Prozent zu erhöhen.“ Im Aufsichtsrat der OMV sind fünf Frauen vertreten. Ihr Anteil beläuft sich somit auf etwa 33
Prozent. Die Republik Österreich, der 31,5
Prozent des Konzerns gehören, ist im Aufsichtsrat durch Edith Hlawati vertreten, die Alleinvorständin der Österreichischen Beteiligungs AG (Öbag), die die Unternehmensbeteiligungen des Bundes verwaltet.
Feuer in Borouge-FabrikWie berichtet, finalisierten die OMV und die XRG, eine Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi, am 31. März die Gründung des Polyolefinkonzerns Borouge Group International (BGI). In die BGI eingebracht werden der österreichische Kunststoffkonzern Borealis, der US-amerikanische Chemiekonzern Nova Chemicals und die Borouge, eine Tochter der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc). Der Adnoc gehört die XRG. Ferner ist sie mit 24,9
Prozent an der OMV beteiligt. Am 5. März meldete die Borouge, ein Gemeinschaftsunternehmen der OMV und der Adnoc, in ihrer petrochemischen Fabrik Ruwais in Abu Dhabi hätten Trümmer von Raketen nach der Abwehr eines iranischen Angriffs drei Brände verursacht und einen Produktionsstillstand erzwungen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben ausreichende Vorräte, um kurzfristige Ausfälle zu kompensieren.
Das Ergebnis des ersten Quartals 2026 veröffentlicht die OMV am 30. April. Ihre Hauptversammlung hält sie am 27. Mai ab. Der kombinierte Geschäftsbericht der OMV für 2025 ist auf ihrer
Website verfügbar.