Mit einem erweiterten Konzept will der Verband der Speicherbetreiber den Wasserstoffspeicherbedarf in Deutschland abfragen.
Bessere Entscheidungsgrundlagen für Speicherbetreiber und Mitbestimmungsmöglichkeiten für potenzielle Nutzer: Mit dem „Market Assessment for Hydrogen Storage“ (MAHS) will die Initiative Energien Speichern (Ines) die Entwicklung eines marktbasierten Wasserstoffspeichermarktes unterstützen. Die Abfrage soll am 14. April starten und richtet sich an Unternehmen, die künftig Wasserstoff speichern wollen, wie Ines mitteilt.
Der Berliner Verband, in dem sich 17 deutsche Gas- und Wasserstoffspeicherbetreiber zusammengeschlossen haben, hatte bereits 2024 eine erste Marktabfrage durchgeführt. Mit der Neuauflage, so Ines, soll das Instrument nun weiterentwickelt und an veränderte Markt- und Regulierungsbedingungen angepasst werden. Dabei habe man die Abfragestruktur differenziert, um genauere Angaben zu Speicherbedarf, Wasserstoffaufkommen und Nutzung zu ermöglichen. Auch die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre sollen dabei systematisch erfasst werden.
„Mit der erneuten Durchführung der MAHS schaffen wir Transparenz über die Speicherbedarfe im entstehenden Wasserstoffmarkt. Die Ergebnisse sind für Speicherbetreiber eine wichtige Grundlage für Investitionsentscheidungen und helfen, Wasserstoffspeicher bedarfsgerecht und wettbewerbsorientiert zu entwickeln“, erklärt Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der Ines. „Gleichzeitig geben wir potenziellen Nutzern von Wasserstoffspeichern die Möglichkeit, ihre Anforderungen frühzeitig einzubringen. Ihre Bedarfsmeldungen leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, das künftige Speicherangebot passgenau auszurichten.“
Bottom-Up-Analyse
Wasserstoff werde eine zentrale Rolle im zukünftigen Energiesystem einnehmen, insbesondere für die Integration erneuerbarer Energien, die Gewährleistung von Versorgungssicherheit sowie die Dekarbonisierung von Industrie, heißt es in der Mitteilung von Ines. Entsprechend zeigten bisherige Szenarien einen erheblichen Bedarf an Wasserstoffspeichern: Für das Jahr 2045 werde ein Bedarf von bis zu 80 TWh allein in Deutschland erwartet. Die MAHS 2026 soll diese Top-Down-Szenarien durch eine marktorientierte Bottom-Up-Analyse ergänzen.
Die Ergebnisse der Abfrage werden anonymisiert und aggregiert aufbereitet und an Speicherbetreiber, Ministerien und Regulierungsbehörden übermittelt. Sie sollen unter anderem in Planungsprozesse wie den Netzentwicklungsplan Gas und Wasserstoff einfließen und so zur Verbesserung der Investitions- und Planungssicherheit beitragen.
Zugleich diene die MAHS der Umsetzung regulatorischer Anforderungen auf europäischer Ebene. Speicherbetreiber sind gemäß Artikel 9 der EU-Verordnung (2024/1789) verpflichtet, regelmäßige Marktbewertungen für Investitionen in Speicher für erneuerbare und kohlenstoffarme Gase durchzuführen. Ines koordiniert diesen Prozess auf nationaler Ebene.
Die Teilnahme an der webbasierten Abfrage ist freiwillig und steht Unternehmen aus dem In- und Ausland offen. Begleitend bietet Ines am 22. April 2026 ein Webinar zur Erläuterung der Inhalte und Fragestellungen an.