In Betrieb gehen sollen sie erst im Jahr 2029, doch Kunden können schon jetzt Kapazitäten buchen: Der Infrastrukturbetreiber HES International hat die Ausschreibungsphase für die CO2-Exportterminals in Wilhelmshaven und Rotterdam gestartet. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des niederländischen Unternehmens hervor.
Die Terminals mit einer Umschlagskapazität von zusammen bis zu 20
Millionen Tonnen CO2 pro Jahr (MTPA) sollen Onshore-Emittenten mit dauerhaften Lagerstätten unter der Nordsee verbinden. HES verspricht dafür eine „sichere, zuverlässige und effiziente Exportabwicklung für flüssiges CO2 auf Schiffen, die zertifizierte Lagerstätten in Norwegen, Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden und Deutschland anfahren / ansteuern“.
Die zum 30.
März 2026 eröffnete Open Season adressiere den Bedarf des gesamten Marktes und sei für alle Parteien offen. Dabei hat HES die in Deutschland voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 startenden Gebotsverfahren für Klimaschutzverträge (CfD) im Blick: „HES steht bereit, Kunden bei der Vorbereitung ihrer Angebote zu unterstützen“, schreibt das Unternehmen. Emittenten in den Niederlanden können SDE++-Fördermittel − Subventionen, die für Erneuerbaren- oder Dkarboniserungsprojekte gewährt werden − für die CO2-Abscheidung in Anspruch nehmen.
Planung in Wilhelmshaven abgeschlossenNoch allerdings sind die Terminals nicht gebaut. 2022 hat HES mit einer Machbarkeitsstudie für Wilhelmshaven begonnen. Die Planung sei abgeschlossen, heißt es jetzt, die FEED-Phase (Front-End Engineering Design) stehe unmittelbar bevor. Die Ergebnisse des Open-Season-Verfahrens sollen dabei in die endgültigen Planungsentscheidungen einfließen. Parallel dazu soll die Machbarkeitsstudie für Rotterdam, die sich am Entwurf für Wilhelmshaven orientieren solle, voraussichtlich bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein.
Eine Schienenverkehrsstudie hat HES gemeinsam mit DB Cargo und Harbour Energy im 1. Quartal 2026 abgeschlossen. Diese belege, schreibt HES, dass die CO2-Logistik auf Schienenbasis machbar, wirtschaftlich und auf mindestens 10 MTPA skalierbar sei.
Ab dem Jahr 2029 ist für beide Terminals je eine anfängliche Kapazität von 1,5
MTPA CO2 geplant. Die Kapazitäten beider Terminals könnten dann mit steigender Kundennachfrage erweitert werden. Die Zwischenlagerkapazität, so HES, lasse sich durch zusätzliche CO2-Tanks ausbauen, wobei die Kapazitäten in aufeinanderfolgenden Phasen auf 8 bis 10
MTPA steigen können. Zeitpunkt und Umfang der Erweiterung richte sich nach der Marktnachfrage für Exporte, von verflüssigtem CO2 ab 2030. Beide Terminals fungierten dabei als gegenseitiges Back-up, um einen jederzeit reibungslosen Betrieb zu garantieren.
Die Frist für die Interessensbekundung läuft bis Ende April 2026. Das
Anmeldeformular ist auf den Internetseiten der HES zu finden.