Abschreibungen auf das Kraftwerk in Wilhelmshaven und eine geringe Stromproduktion drücken das Ergebnis der Berner BKW für das Geschäftsjahr 2025.
Der Schweizer Energie- und Infrastrukturdienstleister BKW hat im Geschäftsjahr 2025 ein rückläufiges Ergebnis ausgewiesen. Die sogenannte Gesamtleistung der BKW belief sich 2025 auf 4,54 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet 5,04 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen bei Vorlage der Bilanz 2025 mit. Das entspricht einem Rückgang von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben Umsatzerlösen fließen in die Gesamtleistung auch aktivierte Eigenleistungen sowie Bestandsveränderungen ein.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 561,0 Millionen Franken. Ohne die Wertkorrektur auf die Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Höhe von 113,7 Millionen Franken hätte das operative Ergebnis 674,6 Millionen Franken erreicht. Im Jahr zuvor hatte die BKW ein Ebit von 789,9 Millionen Franken erzielt. Der operative Reingewinn betrug 353,1 Millionen Franken. Im Jahr 2024 lag dieser Wert bei 550,4 Millionen Franken.
Der Erzeugungsbereich „Energy Solutions“ erzielte ein operatives Ergebnis von 387,9 Millionen Franken (2024: 586,5 Millionen Franken). „Einen signifikanten Einfluss auf das gesunkene Ergebnis hatte die wetterbedingt unterdurchschnittliche Stromproduktionsmenge in den Bereichen Wasser- und Windkraft“, schreibt der Versorger.
130.000 intelligente Stromzähler installiert
Zudem fiel das Handelsergebnis geringer aus als im Vorjahr. Hintergrund sei eine weitere Normalisierung der Energiemärkte, die sich unter anderem in einer sinkenden Volatilität der Terminmarktpreise zeigt, so die BKW.
Das Netzgeschäft „Power Grid“ erzielte ein Ebit von 130,6 Millionen Franken (2024: 140,4 Millionen Franken). Die Investitionen in das Stromnetz beliefen sich auf 182,8 Millionen Franken. Dazu gehörten unter anderem neue Transformatorenstationen. Zudem installierte das Unternehmen rund 130.000 intelligente Stromzähler und nahm eine neue Netzleitstelle in Betrieb.
Das Geschäftsfeld „Infrastructure & Buildings“ steigerte seine Profitabilität weiter. Das Ebit lag bei 80,0 Millionen Franken (2024: 56,9 Millionen Franken) und damit 40,6 Prozent über dem Vorjahr. Der Umsatz der Sparte blieb mit 1,98 Milliarden Franken stabil. „Als größte Anbieterin von Architektur- und Ingenieurleistungen im DACH-Raum konnten wir in diesem Bereich weitere Großvorhaben gewinnen“, heißt es. Zu den Projekten zählen unter anderem Planungsarbeiten im Zusammenhang mit der möglichen Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr sowie städtebauliche Projekte wie das Seidensticker-Areal in Bielefeld.
Projekte in Deutschland
2025 gelang der Eintritt in den deutschen Regelenergiemarkt mit der Übernahme des Flexibilitätsanbieters Südvolt GmbH. „Damit gehört die BKW nun zu den zehn größten Direktvermarktern in Deutschland“, heißt es dazu. Darüber hinaus ist das Unternehmen an mehreren großen Netzausbauprojekten beteiligt, darunter die Ostküstenleitung und die Gleichstromverbindung Ultranet in Deutschland. Zudem plant die BKW den Bau eines Großbatteriespeichers im nordrhein-westfälischen Waltrop mit 300 MW Leistung und einer Speicherkapazität von 600 MWh zusammen mit der Aachener Trianel (wir berichteten).
Die BKW beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Mitarbeitende in rund 140 Tochterunternehmen. Die Standorte des Unternehmens verteilen sich auf mehrere europäische Länder, darunter Deutschland.