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Stefan Sagmeister
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Donnerstag, 05.03.2026, 16:28 Uhr
Regenerative
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Hybridparks neu berechnet
Das Unternehmen Vind AI ergänzt sein Cloud-Planungstool für Windparks um ein Tool für die Bewertung von Erneuerbaren-Hybridparks, bestehend aus Windkraft, PV und Batteriespeicher.
Das norwegische Softwarehaus Vind AI ist in Deutschland bislang mit seiner cloudbasierten Plattform auf dem Markt. Diese führt Planung, Design und Wirtschaftlichkeitsbewertung von On- und Offshore-Windprojekten in einer gemeinsamen Datenumgebung zusammen – vom Standort bis zur Investitionsentscheidung. Nach Angaben des Unternehmens soll dies für mehr Transparenz in der Projektentwicklung sorgen.

Windkraftvorhaben geraten häufig bereits in der frühen Planungs- und Designphase ins Stocken, heißt es in einer Mitteilung. Grund seien unter anderem verschiedene Softwarelösungen und uneinheitliche Modellstände.

Die Plattform von Vind AI ersetzt isolierte Einzellösungen durch ein gemeinsames Systemmodell. Restriktionen und Anforderungen eines Projekts würden zentral erfasst und strukturiert. Dadurch basieren technische Planung und wirtschaftliche Bewertung auf derselben Datengrundlage.

Layoutvarianten lassen sich damit schneller und strukturiert vergleichen. Gleichzeitig können Ertrags- und Restriktionseffekte konsistent bewertet und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden, ohne Versionskonflikte oder manuelle Datenübertragungen zwischen unterschiedlichen Anwendungen.

Zunehmend kombinieren Projektentwickler Windkraftanlagen mit Photovoltaik und Batteriespeichern. In der Praxis werden solche Hybridkonzepte jedoch häufig weiterhin getrennt modelliert, etwa Windkraft, Photovoltaik und Finanzmodelle in separaten Anwendungen. Dadurch lassen sich Auswirkungen von Designänderungen nur eingeschränkt vergleichen.

Mit dem neuen Modul „Solar & Battery“ erweitert Vind AI seine Plattform daher um ein kollaboratives digitales System für solche Hybridparks. Entwickler und Planer können Anlagen aus Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern in einem gemeinsamen Modell auslegen und technisch sowie wirtschaftlich als Gesamtsystem bewerten.

Ändern Teams beispielsweise das Turbinenlayout, die Leistung der Photovoltaikanlage oder die Dimensionierung des Batteriespeichers, aktualisieren sich Ertragsannahmen und finanzielle Kennzahlen automatisch – sowohl auf Projektebene als auch über mehrere Projekte hinweg. Entscheider können damit in Echtzeit nachvollziehen, wie sich Designentscheidungen auf Kennzahlen wie die interne Verzinsung, die Stromgestehungskosten und die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Projekts auswirken.

Nach Angaben des Unternehmens lassen sich Standorte mit dem Modul besser vergleichen und Projekte früher priorisieren. Investitionsmittel könnten damit gezielter auf Vorhaben gelenkt werden, die unter realistischen Restriktionen und Marktannahmen wirtschaftlich tragfähig sind.

Vind AI mit Hauptsitz in Oslo wurde 2022 gegründet.