Heidi Roider
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Donnerstag, 26.02.2026, 10:13 Uhr
KWK
E&M News
Die Rolle der KWK im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz
Die neue Technologie-Offenheit im Eckpunktepapier zum Gebäudemodernisierungsgesetz stellt für die KWK wieder eine Perspektive im Gebäudesektor dar.
Die Koalition hat die Eckpunkte für ein Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgelegt. Das Vorhaben soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz neu ausrichten. Nach Darstellung des Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) schafft der Ansatz neue Perspektiven für die Kraft-Wärme-Kopplung. Der Verband verweist vor allem auf die vorgesehene Technologieoffenheit.
Mit der Abkehr von einer Fokussierung auf einzelne Anlagentypen erhalten Gebäudeeigentümer künftig größere Spielräume bei der Wahl der Wärmeversorgung. Der B.KWK bewertet dies als Kurswechsel.
„Mit den Eckpunkten wird dem Grundsatz Rechnung getragen, dass der Gebäudewärmebereich in der Realität je nach Rahmenbedingungen wie Größe, Umfeld und Lage des Gebäudes extrem unterschiedlich ausfallen kann“, erklärte B.KWK-Hauptgeschäftsführerin Barbara Minderjahn. So müsse etwa ein freistehendes Einfamilienhaus am Stadtrand anders beheizt werden als ein Bürogebäude.
Viele Anlagen verfügten bereits heute über flexible Fahrweisen und ließen sich mit unterschiedlichen klimaneutralen Brennstoffen kombinieren. Damit adressiere die Branche zentrale Anforderungen an ein künftiges Energiesystem, etwa die Bereitstellung gesicherter Leistung in Zeiten geringer Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen.
Fehlende explizite Verankerung
Trotz der damit eröffneten Chancen zur Stärkung der Rolle von innovativen KWK-Konzepten in der Nah- und Quartiersversorgung fehlt es laut dem Branchenverband aber weiterhin an einer expliziten Festschreibung der KWK in der Gebäudewärme. Aus Sicht des Verbands reicht die allgemeine Technologieoffenheit nicht aus, um Investitionsentscheidungen abzusichern. Er fordert eine konkrete Anerkennung der KWK im weiteren Gesetzgebungsverfahren.
Zugleich bewertet der Verband die geplante Ablösung der bisherigen 65-Prozent-Vorgabe durch eine „Bio-Treppe“ als relevantes Signal. Der vorgesehene steigende Anteil grüner Gase könne zusätzliche Optionen für den Einsatz klimaneutraler Brennstoffe eröffnen. Entscheidend bleibe jedoch die regulatorische Ausgestaltung. Nur verbindliche Vorgaben im Gesetzestext könnten Planungssicherheit schaffen.
Aus Sicht des B.KWK hängt die weitere Entwicklung davon ab, ob der Gesetzgeber die Rolle der KWK im Gebäudesektor klar definiert. Die Branche verweist auf ihre Bandbreite an klimaneutralen Brennstoffen und auf bestehende Anlagenstrukturen. Sie erwartet, dass der parlamentarische Prozess diese Aspekte aufgreift und in verbindliche Regelungen überführt.