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Stefan Sagmeister
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Mittwoch, 04.02.2026, 09:12 Uhr
Photovoltaik
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Solarzubau in NRW verliert an Schwung
Es geht nicht mehr so schnell, trotzdem wurde im größten Bundesland im vergangenen Jahr wieder mehr als 2.000 MW an Photovoltaik zugebaut.  
Der Solarzubau in Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2025 an Dynamik verloren. Das geht aus einer Auswertung des Landesverbands Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW) hervor. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 173.000 neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 2.000 MW in Betrieb genommen. Im Vorjahr lag der Zubau noch bei gut 209.000 Anlagen und 2.348 MW, so der LEE NRW. „Im Bundesländervergleich rangiert NRW nach Bayern und Baden-Württemberg auf Rang drei.“

Den größten Anteil am Zubau hatten weiterhin Anlagen auf Gebäuden. Auf Dachanlagen entfielen 2025 rund 1.512 MW Leistung, was einem Anteil von mehr als 75 Prozent am gesamten Leistungszubau entspricht. Darunter sind knapp 85.000 Balkonkraftwerke, die mit 106 MW rund 5 Prozent des Zubaus ausmachen und sich für immer mehr Bundesbürger als Einstiegstechnik in die Energiewende etabliert haben. 218 Freiflächenprojekte kamen auf 379 MW.

Nach Einschätzung des LEE NRW liegt eine zentrale Ursache für den Rückgang bei den privaten Dachanlagen. Dieses Segment habe sich in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren zum tragenden Pfeiler des Solarausbaus entwickelt. 2025 ging die Zahl dieser Anlagen jedoch deutlich zurück. Freiflächenprojekte konnten dieses Minus nicht ausgleichen. Mit einem Anteil von 19 Prozent an der Gesamtleistung erreichte die Freifläche in NRW aber erstmals einen zweistelligen Prozentsatz. Für den LEE NRW ist diese Entwicklung ein „erster Hoffnungsschimmer“.

Verband kritisiert Sparpläne der Bundesregierung

Der LEE-NRW-Vorsitzende Hans-Josef Vogel lehnt die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche entschieden ab, mit der anstehenden Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) die Vergütung für private Dachanlagen zu streichen. Die Bundesregierung plane demnächst Milliarden-Subventionen für neue fossile Gaskraftwerke, die von bekannten Energiekonzernen betrieben werden. „Dass viele Bundesbürger dagegen keine Unterstützung mehr für den Einstieg in ihre private Energiewende erhalten sollen, ist ein Unding“, so Vogel.

„Die Landesregierung wäre gut beraten, schnell die Bundesnetzagentur, viele Netzbetreiber, die Wind- und Solarbranche, die Politik und die Verbände an einen Tisch zu bringen, damit die Netze nicht zur Achillesferse für die NRW-Energiewende werden“, betont Wolfgang Glahn, NRW-Regionalleiter von Enerparc, einem Solarpark-Entwickler und -Betreiber mit Sitz in Hamburg.

Insbesondere sei es wichtig, sich auf Vorgaben zu einigen, die einheitlich und für alle Beteiligten akzeptabel umgesetzt werden können. Die Zurückhaltung einiger Netzbetreiber, allen voran des Eon-Tochterunternehmens Westnetz GmbH, ist für den Solarmanager unverständlich: „Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Netzsituation in NRW nicht so angespannt, als dass mehr oder weniger durch die Bank fast alle Netzanschlussanträge für Batteriespeicher abgelehnt oder massiv verzögert werden müssen.“

Es werde übersehen, dass gerade die subventionsfreien Speicher helfen könnten, den Bau neuer Netze zu reduzieren und Preisspitzen an den Strommärkten zu glätten.