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Quelle: Jonas Rosenberger
Heidi Roider
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Freitag, 09.01.2026, 11:10 Uhr
Nordrhein-Westfalen
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Duisburg erhält Fördergeld für Erkundungsbohrung
Die Stadtwerke Duisburg planen eine Erkundungsbohrung, um das geothermische Potenzial besser abschätzen zu können. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt. 
Die Stadtwerke Duisburg haben vom Land NRW eine Förderung für eine Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie erhalten, teilte der Versorger am 8. Januar mit. Das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium hat einen Förderbescheid in Höhe von 7,5 Millionen Euro übergeben. Insgesamt investieren die Stadtwerke Duisburg und das Land NRW rund 12,5 Millionen Euro in die Erkundungsbohrung. 

„Wenn wir die erforderlichen, wasserführenden und nutzbaren Reservoire finden, könnten wir hier eine rund 20 Megawatt leistungsstarke Anlage errichten“, erläutert Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Digitalisierung bei den Stadtwerken Duisburg. Nach Untersuchungen durch den Geologischen Dienst des Landes NRW sowie der Stadtwerke selbst, ist nach Auskunft des Versorgers klar, dass ein geeigneter Bohrplatz auf dem Gelände der Stadtwerke selbst – im hinteren Bereich eines ehemaligen Heizkraftwerks – zu finden ist. 

Erste Bohrungen sind für 2028 geplant

Bis der Bohrer seine erste Umdrehung in den Untergrund an der Bungertstraße in Duisburg-Hochfeld macht, werden aber noch Monate vergehen. Vor Beginn der Bohrung müssen noch die erforderlichen Genehmigungen mit Blick auf Berg- und Wasserrechte erteilt werden, teilten die Stadtwerke weiter mit. „Unsere Planungen sehen vor, dass wir ab März 2028 mit der Bohrung beginnen, die dann mehrere Monate dauern wird“, sagte Gutschek. 

Zunächst soll – wenn es so weit ist – ein rund 4.000 Meter tiefes Bohrloch abgeteuft werden. Im Bohrloch selbst sollen dann verschiedene Testarbeiten durchgeführt werden, um die Eigenschaften des Untergrundes zu untersuchen. Anschließend folgen seismische Untersuchungen der Bohrumgebung, um die genaue Lage der am stärksten wasserführenden Gesteine zu ermitteln. Wenn alles klappt, könnte die erste Tiefengeothermie-Fernwärme Anfang der 2030er Jahre genutzt werden. Für das Unternehmen wäre die Nutzung von Tiefengeothermie der Einstieg in eine neue Technologie der Wärmeerzeugung. 

Die Unterstützung des Landes über das Förderangebot „progres.nrw-Risikoabsicherung hydrothermale Geothermie“ solle laut dem Ministerium dazu beitragen, das Potenzial für Geothermie in Nordrhein-Westfalen besser nutzbar zu machen und Investitionsrisiken für Kommunen und Stadtwerke in einer frühen Projektphase zu senken. Nordrhein-Westfalen verfolgt mit dem Masterplan Geothermie das Ziel, bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs im Jahr 2045 aus Erdwärme zu decken (wir berichteten).