E&M Home > E&M Marktplatz > E&M Nachrichten
Quelle: Equinor / Arne Reidar Mortensen
Katia Meyer-Tien
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 09.01.2026, 09:09 Uhr
Technik
E&M News
KI spart Equinor Millionen an Dollar
Das norwegische Gas- und Ölunternehmen Equinor setzt auf künstliche Intelligenz. Dabei soll es nicht nur um Einsparungen gehen. 
330 Millionen US-Dollar seit 2020, davon 130 Millionen allein im Jahr 2025: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz spart dem norwegischen Energiekonzern Equinor nach eigenen Angaben dreistellige Millionenbeträge und generiert darüber hinaus noch zusätzliche Wertschöpfung.

Und das soll nur der Anfang sein: „Künftig wird KI noch wichtiger werden, um industrielle Aufgaben sicher, schneller, profitabler und in großem Maßstab zu lösen. Mit KI können wir seismische Daten zehnmal schneller analysieren, Bohrungen sowie die Feldentwicklung auf neue und bessere Weise planen und unsere Anlagen effizienter betreiben“, lässt sich Hege Skryseth, Executive Vice President für Technologie, Digitales und Innovation bei Equinor, zitieren.

Derzeit setzt Equinor KI auf Offshore-Plattformen und an Landanlagen ein, unter anderem für folgende Aufgaben:
  • Predictive Maintenance: Über 700 rotierende Maschinen werden mit insgesamt 24.000 Sensoren überwacht. Die vorausschauende Wartung soll ungeplante Ausfälle, Sicherheitsrisiken und CO2-Emissionen durch Abfackelung vermeiden. Seit 2020 seien so rund 120 Millionen US-Dollar eingespart worden, berichtet Equinor.
  • Bohr- und Felderplanung: KI generiert tausende Entwicklungsvarianten, sodass Expertenteams gezielt optimale Lösungen identifizieren können. In der Phase drei des Ölfeld-Entwicklungsprojektes „Johan Sverdrup“ auf dem norwegischen Kontinentalschelf habe die KI sogar eine bislang übersehene Option gefunden, die Einsparungen von 12 Millionen US-Dollar ermöglichte.
  • Seismik-Interpretation: Durch KI-gestützte Auswertung könne zehnmal mehr seismisches Datenmaterial analysiert werden. Im Jahr 2025 wurden mit KI-Tools rund zwei Millionen Quadratkilometer interpretiert. Dies verbessere das geologische Verständnis und erhöhe die Chancen auf neue Entdeckungen.
Ziel des Unternehmens ist es, das Produktionsniveau auf dem norwegischen Festlandsockel bis 2035 auf dem Stand von 2020 zu halten – rund 1,2 Millionen Barrel Öläquivalente pro Tag. „Wir nutzen vor allem klassische Machine-Learning-Methoden auf unseren Betriebsdaten. Unsere Mitarbeitenden arbeiten zunehmend mit KI-gestützten Werkzeugen wie Copiloten, Chatbots oder Agenten“, sagt Technologie-Vorständin Hege Skryseth.

Die Technologie ermöglicht es, mehr geologische Daten auszuwerten, mehr Bohrungen zu planen und durchzuführen, Anlagen sicher und produktiv zu betreiben und gleichzeitig den Energieverbrauch zu optimieren und CO2-Emissionen zu reduzieren.

„Industrielle Prozesse erzeugen enorme Datenmengen, und wir können KI nutzen, um aus diesen Daten Wissen zu ‚produzieren‘“, fasst Skryseth zusammen. „Das war bereits transformativ und profitabel, obwohl wir uns noch früh in der KI-Revolution befinden.“