Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat am 6. Januar 2026 ein Positionspapier zur geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorgestellt. Darin skizziert der Verband aus Sicht seiner Mitgliedsunternehmen, wie Politik und Gesetzgebung den bisherigen Transformationskurs fortführen und zugleich stärker auf die Systemintegration der Erneuerbaren ausrichten können.
Nach Einschätzung des BEE entscheidet die anstehende EEG-Novelle maßgeblich über die künftige Ausgestaltung der Energieversorgung in Deutschland. Die erneuerbaren Energien hätten sich inzwischen zur tragenden Säule des Stromsystems entwickelt und leisteten einen zentralen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur wirtschaftlichen Stabilität. BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser erklärte, das EEG müsse diese Entwicklung abbilden und verlässliche Rahmenbedingungen für die nächste Phase der Energiewende schaffen.
Ausbauziele beibehaltenKernforderung des Verbands ist es, die bestehenden Ausbauziele für erneuerbare Energien beizubehalten. Gleichzeitig fordert der BEE, Systemdienlichkeit und Flexibilität stärker in den Fokus zu rücken. Laut dem Verband steige der Strombedarf unter anderem durch die fortschreitende Elektrifizierung, den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sowie durch neue Großverbraucher wie Rechenzentren künftig deutlich an. Vor diesem Hintergrund seien langfristig verlässliche Ausbaupfade notwendig, um Investitionen abzusichern – sowohl aufseiten der Unternehmen als auch für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Darüber hinaus spricht sich der BEE für eine effizientere Nutzung der vorhandenen Netzinfrastruktur aus. Der Verband plädiert zugleich für einen konsequenten Ausbau der Stromnetze. Nach Angaben des BEE können flexible Netzanschlussvereinbarungen, eine weiterentwickelte Überbauung von Netzverknüpfungspunkten sowie standardisierte und digitalisierte Netzanschlussverfahren dazu beitragen, Netzkosten zu senken und den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen.
Heinen-Esser betonte, das Stromnetz müsse sich stärker an einer dezentralen und erneuerbaren Erzeugungsstruktur orientieren und den Anpassungsprozess beschleunigen. Aus Sicht des Verbands braucht es mehr Flexibilität auf Erzeugungs-, Transport- und Verbrauchsseite sowie eine umfassendere Digitalisierung zur besseren Steuerbarkeit des Systems.
Erneuerbare können auch Backup leistenEin weiterer Schwerpunkt des Positionspapiers liegt auf steuerbaren erneuerbaren Energien. Dazu zählen nach Darstellung des BEE Biomasse, Wasserkraft und Geothermie. Diese Technologien könnten sektorenübergreifend eingesetzt werden und einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Der Verband fordert, ihre besonderen Eigenschaften im EEG 2027 gezielt zu berücksichtigen und bestehende Flexibilitätspotenziale weiterzuentwickeln.
Zur Sicherung von Dezentralität und Akteursvielfalt hebt der BEE zudem die Bedeutung einheitlicher und praxistauglicher gesetzlicher Rahmenbedingungen hervor. Instrumente wie Bürgerenergie, Energy Sharing, Direktbelieferungsmodelle und vereinfachte Beteiligungsformate könnten laut dem Verband regionale Wertschöpfung fördern, die Akzeptanz für den Ausbau erhöhen und die Resilienz des Energiesystems stärken.
Differenzverträge realistisch gestaltenBei der Weiterentwicklung der EEG-Förderung hin zu zweiseitigen Contracts for Difference (CfDs) fordert der BEE eine Ausgestaltung, die sich an realen Erlösen orientiert und Risiken für Investoren begrenzt. Nach Ansicht des Verbands lassen sich so Finanzierungskosten stabil halten und unterschiedliche Marktakteure weiterhin einbinden.
Abschließend verweist der BEE auf den wachsenden Beitrag der Erneuerbaren zur Stromversorgung. Nach Angaben des Verbands deckten Erneuerbare in den Jahren 2024 und 2025 jeweils mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland. Daraus leite sich ein Anspruch ab, künftig noch mehr Verantwortung für die Energieversorgung zu übernehmen. Voraussetzung dafür seien jedoch verlässliche und praktikable Rahmenbedingungen im EEG 2027, erklärte Heinen-Esser.
Das
BEE-Positionspaper zur EEG-Novelle 2027 steht im Internet bereit.