Das Amtsgericht München hat das Insolvenzverfahren gegen den Energiedienstleister Ampeers Energy eröffnet. Insolvenzverwalter sucht nach dauerhafter Lösung für den Weiterbetrieb.
Das Amtsgericht München hat am 1. Januar das Insolvenzverfahren gegen den Energiedienstleister Ampeers Energy eröffnet. Das teilte das Amtsgericht am 2. Januar mit. Als Grund für die Insolvenz nennt das Gericht „Zahlungsunfähigkeit“. Zuvor hatte das Amtsgericht München am 31. Oktober 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und den Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Axel Bierbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Ampeers Energy ist ein junger Münchner IT-Dienstleister und Hersteller von Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) für die Energieoptimierung von Immobilien. Das Leistungsspektrum umfasst den gesamten Prozess von der Analyse der Optimierungspotenziale, der Umsetzungsbegleitung bis hin zum Betrieb und zur Abrechnung von Mieterstrom.
Wie der Insolvenzverwalter Axel Bierbach von der Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen bereits am 21. November mitteilte, läuft der Geschäftsbetrieb „stabilisiert“ und „uneingeschränkt“ weiter. Ziel des Verfahrens ist es laut der Mitteilung des Insolvenzverwalters, einen Investor zu finden, der das operative Geschäft in einer neuen Gesellschaft übernimmt, sodass die Leistungen, Projekte und Kundenbeziehungen erhalten bleiben können. Auf Nachfrage der Redaktion teilte das Unternehmen dazu am 5. Januar mit, dass man in den nächsten Tagen dazu wohl eine positive Meldung verkünden könnte.
Ampeers Energy ist eine Ausgründung aus dem Institutsteil Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) und wurde 2019 gegründet. Mehr als 150 Kunden mit insgesamt rund 300.000 Wohneinheiten betreut Ampeers Energy derzeit. Das Unternehmen beschäftigt nach Auskunft des Insolvenzverwalters 56 Beschäftigte. Zu den Kunden zählen vor allem Wohnungsbaugesellschaften bundesweit, aber auch Versorger und Stadtwerke.
Zuletzt hatten die Münchner Kooperationen bekannt gegeben, etwa mit dem Hamburger Unternehmen „1KOMMA5°“ (Einskommafünfgrad). Die Hamburger teilten im Juni 2025 mit, künftig die technische Umsetzung von Mieterstromprojekten im Auftrag des Software- und Energiedienstleisters Ampeers Energy umzusetzen. Mit dem Solartechnikunternehmen Solaredge kooperiert Ampeers Energy seit 2024 und seit dem Jahr 2023 besteht auch eine Kooperation mit dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW).