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Quelle: Jonas Rosenberger
Manfred Fischer
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Freitag, 02.01.2026, 16:26 Uhr
Stadtwerke
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Teterow verlängert Millionen-Bürgschaft für Stadtwerke
Zur Sicherung des laufenden Geschäftsbetriebs: Die Stadt Teterow bürgt weiter mit 1,6 Millionen Euro für ihren kommunalen Energieversorger.
Der Aufschrei aus dem Chefzimmer liegt mehr als zwei Jahre zurück: „Wir baden die Sozialpolitik der Bundesregierung aus“, ließ sich der damalige Chef der Stadtwerke Teterow im März 2023 in einer Pressemitteilung zitieren. Konkret ärgerte er sich über den Aufwand, den die Einführung der staatlichen Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme bedeuteten. Jahresabrechnungen verzögerten sich, fällige Abschlusszahlungen mussten ausgesetzt werden, „was eine große finanzielle Belastung für das Unternehmen ergab“, so der Chef des kommunalen Versorgers im Landkreis Rostock.

Er monierte, dass von den in der Politik viel gepriesenen Unterstützungen für Unternehmen, gar einem länderpolitisch initiierten Schutzschirm für Stadtwerke, in Teterow nichts zu merken sei. „Helfen können jetzt kurzfristig nur noch Kredite oder aber Ausfallbürgschaften der Kommunen“, betonte der Ex-Chef. Bei der Stadtverwaltung stieß er auf offene Ohren.

„Die Prüfung der Vereinbarkeit der Bürgschaftsübernahme mit dem Beihilferecht durch PWC (Anmerkung d. Red: die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) ergab, dass aus beihilferechtlicher Sicht die Gewährung einer 80-prozentigen Ausfallbürgschaft Voraussetzung wäre“, heißt es in einer Mitteilungsvorlage der Stadt vom Juni 2023. Weiter heißt es: Somit kürze sich der Betrag der Bürgschaft der Stadt Teterow von 2 auf 1,6 Millionen Euro.

Die 1,6 Millionen stehen seither im Raum. Zuletzt hatte die Kommune im April dieses Jahres beschlossen, die Ausfallbürgschaft bis 31. Dezember für das Unternehmen, das zu 100 Prozent der Stadt gehört, aufrechtzuerhalten. Die untere Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Rostock genehmigte die Verlängerung am 20. Mai 2025. Jetzt ist eine erneute Verlängerung bis Ende 2026 durchgewinkt worden. „Mit dieser Entscheidung stellt die Stadt sicher, dass die Stadtwerke Teterow GmbH weiterhin über die notwendige Liquidität verfügt, um ihren laufenden Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten“, zitiert der Norddeutsche Rundfunk aus einer Mitteilung des Rathauses.

Insolvente Beteiligung in Laage

Im April dieses Jahres war öffentlich geworden, dass die Stadtvertretung Teterow mögliche Regressansprüche gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Stadtwerke prüfen lassen will. Hintergrund: Der neue Geschäftsführer, der im Januar den Posten übernommen hat, hatte laut Bericht der Lokalzeitung Nordkurier „Managementfehler“ seines Vorgängers und eines Prokuristen festgestellt.

Ein Kritikpunkt: Unter dem alten Management soll es im Jahr 2023 versäumt worden sein, Gelder aus der Energiepreisbremse zu beantragen. Der Ex-Chef wies gegenüber Medien Anschuldigen zurück und hielt eine Prüfung von Regressansprüchen für überflüssig.

Zu spüren bekommen hat man in Teterow auch die Probleme im nahe gelegenen Laage. Die Stadtwerke dort befinden sich im Insolvenzverfahren. Den Insolvenzantrag hatten die Stadtwerke Teterow gestellt, sie sind seit dem Jahr 2011 mit 25 Prozent an dem Versorger in Laage beteiligt. Gegen Ende 2024 gab es einen Krisengipfel der Gesellschafter. Christin Zimmermann (FDP), Bürgermeisterin der Stadt Laage, die Muttergesellschaft des angeschlagenen Versorgers soll die Kollegen in Teterow gebeten haben, von Forderungen an die Laager zurückzutreten. Es soll damals um einen Fehlbetrag in Höhe von etwa 1 Million Euro gegangen sein.