Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hat ihre Anteile am Braunkohlekraftwerk Lippendorf zum 31. Dezember 2025 verkauft. Das Bundeskartellamt gab den Deal frei.
Die EnBW hat ihre Geschäftsanteile am Gemeinschaftskraftwerk (GKW) Lippendorf mit Ablauf des 31. Dezembers 2025 an die EP Energy Transition, Teil der EP Group, verkauft, teilte der Karlsruher Energieversorger am 2. Januar mit. Die Transaktion war im Mai vergangenen Jahres von beiden Unternehmen angekündigt worden (wir berichteten). Zu den Details haben beide Parteien Vertraulichkeit vereinbart.
Die EP Energy Transition war zuvor bereits über Lausitz Energie Kraftwerke AG (Leag) zu 50 Prozent am Kraftwerk Lippendorf beteiligt und hat nun die verbleibenden 50 Prozent von der EnBW erworben. Das Bundeskartellamt hatte nach Auskunft der EnBW zuvor seine Genehmigung erteilt.
Das Gemeinschaftskraftwerk Lippendorf ist seit 1999 in Betrieb und verfügt über zwei Kraftwerksblöcke (R und S) mit einer elektrischen Nettoleistung von jeweils 875 MW. Block R gehört der Leag, die mit ihrem Personal vor Ort beide Kraftwerksblöcke betreibt, Block S befand sich bislang im Besitz der EnBW.
EnBW ist mit Lippendorf-Verkauf „braunkohlefrei“
Die EnBW will durch den Verkauf des Braunkohleblocks die Dekarbonisierung ihres Erzeugungsportfolios fortsetzen. „Durch den Verkauf unseres Braunkohleblocks in Lippendorf machen wir einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung unseres Erzeugungsportfolios. Wir senken damit unsere CO2-Emissionen um bis zu zweieinhalb Millionen Tonnen jährlich“, sagte Peter Heydecker, EnBW-Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur.
Die kohlebasierte Stromerzeugungskapazität der EnBW verringert sich durch den Verkauf auf 2.200 MW elektrischer Leistung. Damit hat die EnBW mit Jahresbeginn 2026 nach eigenen Angaben ihre Erzeugungskapazität im Bereich Kohle innerhalb von zwei Jahren um rund 40 Prozent reduziert.
Die Leag hatte zuvor im Mai bekannt gegeben, eine strategische Neuausrichtung vollziehen zu wollen (wir berichteten). Seit März 2025 ist EP Alleineigentümer der Leag. Der Bergbau- und Kraftwerksbereich soll vom Geschäft mit erneuerbaren Energien und nachhaltigen Energielösungen abgegrenzt werden. Der ostdeutsche Energiekonzern wird künftig unter dem Dach der Holding Leag GmbH mit Sitz in Cottbus in zwei Sparten operieren: der Gigawatt GmbH für grüne Geschäftsfelder sowie der Lausitz Energie Verwaltungs GmbH für das traditionelle Kerngeschäft.