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Geschäftsführer Müller: Der Transformationsprozess läuft. Quelle: Stadtwerke Lippstadt
Stefan Sagmeister
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Freitag, 02.01.2026, 09:08 Uhr
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Stadtwerke Lippstadt bauen Batteriespeicher
Das Stadtwerk in Nordrhein-Westfalen nimmt im Jahr 2026 so viel Geld für Investitionen in die Hand wie nie zuvor.
Die Energiewende mitsamt ihrer Transformation der Erzeugung und dem Wandel der Mobilität verlangt der Stadtwerke Lippstadt GmbH einen außergewöhnlich hohen Kapitaleinsatz ab. Das kommunale Stadtwerk in Nordrhein-Westfalen plant für das Jahr 2026 Investitionen in einem bisher nicht erreichten Umfang.

Der Versorger plant, Aufträge in einer Größenordnung von mehr als 25 Millionen Euro zu vergeben, heißt es in einer Mitteilung vom 29. Dezember des Unternehmens. Die Mittel fließen in die Strom- und Gasversorgung, die Wassersparte sowie in das Freizeitbad „CabrioLi“.

Ein zentraler Investitionspunkt ist die Beteiligung an einem Windpark im Sauerland. Gemeinsam mit der „HochsauerlandEnergie“ und weiteren Partnern beteiligen sich die Stadtwerke Lippstadt mit 25 Prozent an dem Projekt. Für das begonnene Jahr sind dafür 5,6 Millionen Euro eingeplant. Der Windpark soll aus sieben Anlagen bestehen und eine Gesamtleistung von 50,4 MW erreichen. Die Gesamtinvestition aller beteiligten Partner beläuft sich auf rund 90 Millionen Euro.

Darüber hinaus investieren die Stadtwerke in den Ausbau der Photovoltaik, heißt es weiter. In eine Freiflächen-Photovoltaikanlage im Verbund der Energie Allianz Bayern, an der die Stadtwerke Lippstadt seit mehreren Jahren beteiligt sind, fließen weitere 550.000 Euro.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Netzinfrastruktur. Für die Netzerweiterung stehen in den nächsten zwölf Monaten 4,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel werden vor allem für die Erschließung neuer Baugebiete eingesetzt sowie für die Erweiterung des Umspannwerkes im Stadtteil Roßfeld. Dort entsteht eine neue 10-kV-Schaltanlage mit rund 70 Schaltfeldern und einer eingeplanten Zukunftsreserve. Allein dafür sind im kommenden Jahr Investitionen von 2,5 Millionen Euro vorgesehen.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung investieren die Stadtwerke auch in einen Batteriespeicher, der zur Stabilisierung des Stromnetzes und zur besseren Integration erneuerbarer Energien beitragen soll. Details zur Leistung wurden bislang nicht veröffentlicht. Für die Anschaffung stellen die Stadtwerke nach eigenen Angaben Jahr 8,5 Millionen Euro bereit.

Erdgas spielt in der künftigen Investitionsplanung hingegen eine deutlich geringere Rolle. „Gas als Primärenergie ist politisch als Auslaufmodell markiert“, heißt es dazu aus Lippstadt. In Neubaugebieten werden keine neuen Gasanschlüsse mehr vorgesehen, Erneuerungen erfolgen nur bei zwingendem Bedarf.

Dennoch fließen 210.000 Euro in die Erweiterung des Hauptrohrnetzes in vier Straßen, was nahezu ein Drittel des gesamten Budgets dieser Sparte ausmacht. Insgesamt sollen im Jahr 2026 doch noch knapp 700.000 Euro in die Gassparte investiert werden. Zum Vergleich: Für den Strombereich planen die Stadtwerke Ausgaben von 21,8 Millionen Euro.

„Man sieht: Der Transformationsprozess läuft. Wir machen hier Rekordinvestitionen“, lässt sich Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Müller zitieren.