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Enerige & Management > Stromnetz - Verbrauch in Berlin sank um vier Prozent wegen Corona-Lockdown
Bild: Transnet BW
STROMNETZ:
Verbrauch in Berlin sank um vier Prozent wegen Corona-Lockdown
Der Stromverbrauch in der Hauptstadt ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken, weil große Verbraucher in Produktion und in der Kulturbranche wie Clubs und Museen geschlossen hatten.
 
In ihrer Bilanz des Jahres 2020 sieht die Stromnetz Berlin eine deutliche Verlagerung des Stromverbrauchs von der Mittelspannungsebene des Gewerbes zur Niederspannungsebene der Haushalte. Dennoch sank der Verbrauch der 2,38 Mio. Kunden absolut. Knapp 12,8 Mrd. kWh wurden in Berlin im Jahr 2020 verbraucht, gegenüber 13,3 Mrd. kWh 2019, wie der Netzbetreiber am 4. März mitteilte. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Schäfer, führt dies auf die Schließung von Produktionsbetrieben sowie von größeren Kultureinrichtungen zurück.

Ungeachtet der Krise will Stromnetz Berlin in den kommenden Jahren weiter deutlich mehr ins Netz investieren und rechnet deshalb auch mit weiter steigenden Netzentgelten für die Verbraucher. „Wir planen für dieses Jahr mit Investitionen von 234 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es 197 Millionen Euro“, sagte Schäfer. Man werde sich aber bemühen, durch Nutzung von Fördergeldern und Effizienzgewinne die Steigerung der Netzentgelte so gering wie möglich zu halten, versprach er.

Investitionen in Erhalt, Modernisierung und Digitalisierung

Zum laufenden Jahr hatte Stromnetz Berlin die Netzentgelte auf 6,47 Ct/kWh erhöht, zuvor waren es 5,85 Cent/kWh. Rund die Hälfte der Investitionen für 2021 soll in den Erhalt sowie die Modernisierung des bestehenden Stromnetzes fließen. Weitere rund 80 Mio. Euro sind laut Schäfer für neue Infrastrukturen in der Stadt vorgesehen, etwa den Aufbau von Datenzentren für Unternehmen oder Ladepunkten für Elektroautos. Bis 2025 plant das Unternehmen mit Investitionen von bis zu 257 Mio. Euro.

Dabei liege der Fokus der Investitionen weiterhin auf der Unterstützung der Stadt auf ihrem Weg zur Klimaneutralität. Durch Verlagerung der letzten 110-kV-Oberleitung in ein Erdkabel sollen der Stadt auch nutzbare Flächen zurückgegeben werde, kündigte Schäfer an. Etwa die Hälfte des Geldes (112 Mio. Euro) fließt in den „Erhalt und die Modernisierung“ des Berliner Verteilnetzes, rund ein Drittel der Gesamtsumme mit etwa 80 Mio. Euro in die Herausforderungen, die sich aus der „Stadtentwicklung“ ergeben und 42 Mio. Euro sind für den Bereich „Digitalisierung“ vorgesehen.
 
Investitionsbedarf der Stromnetz Berlin bis 2025 (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Grafik: Stromnetz Berlin GmbH

Smart Meter Rollout geht voran
 
Zu den Schwerpunkten des Unternehmens für das laufende Jahr zählen weitere Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität, insbesondere mit der dafür notwendigen Netzintegration der Ladeinfrastruktur. Außerdem der Smart Meter Rollout, die Fortsetzung der Arbeiten an einem neuen Betriebsführungskonzept für die Digitalisierung in der Niederspannung, weitere Aktivitäten zur Automatisierung von Mittelspannungsstationen sowie Planung, Bau und Inbetriebnahme neuer Umspannwerke und Netzknoten.

Stromnetz Berlin gehört noch zum Stromkonzern Vattenfall. Das schwedische Staatsunternehmen hatte vergangenes Jahr angekündigt, das gesamte Netz sowie den Betrieb an das Land Berlin verkaufen zu wollen. Dem war ein jahrelanger und weiterhin offener Rechtsstreit vorausgegangen. Zum Stand der Verhandlungen konnte Schäfer aber nichts sagen. „Wir haben die grundsätzliche Aussage bekommen, dass das, was wir in der Planung haben vom Land Berlin so fortgesetzt wird“, sagte Schäfer.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 04.03.2021, 15:02 Uhr

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