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Enerige & Management > Vertrieb - PPA-Ehe zwischen Statkraft und Mercedes Benz
Bild: Fotolia.com, Photo-K
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PPA-Ehe zwischen Statkraft und Mercedes Benz
Für die erste Power-Purchase-Agreement-Vereinbarung in Deutschland hat Statkraft den Automobilhersteller Mercedes Benz als Abnehmer gewonnen.
 
Das Rätselraten hat ein Ende: Stratkraft Markets hat mit Mercedes Benz Cars als erstem industriellen Großkunden eine Power-Purchase-Vereinbarung (PPA) abgeschlossen. Vor mehr als drei Monaten hatte die deutsche Dependance des norwegischen Energiekonzerns den bundesweit ersten sogenannten „Weiterbetriebs-PPA“ verkündet, den Namen des Grünstromabnehmers aber offengelassen – was als Indiz für die schwierigen Vertragsverhandlungen zu werten ist.

Der PPA mit einer Laufzeit zwischen drei und fünf Jahren umfasst die Stromlieferung aus sechs norddeutschen Bürgerwindparks mit einer Gesamtleistung von rund 46 MW und einem jährlichen Volumen von etwa 74 Mio. kWh im Jahr. Die 31 Windenergieanlagen erhalten ab Anfang 2021 nach 20-jähriger Förderung keine Vergütung mehr nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, der PPA sichert so gesehen ihren Weiterbetrieb bis Mitte der 2020er Jahre.

Bis 2022 sollen deutsche Werke CO2-neutrale Energie erhalten

Mercedes Benz wird diesen Grünstrom nach eigenen Angaben für die Energieversorgung des Werkes in Bremen sowie für die deutschen Batteriestandorte wie beispielsweise in Stuttgart-Untertürkheim und im sächsischen Kamenz nutzen. Den Windstrom wird der Autobauer in die bestehende Stromversorgung durch die Enovos Energie Deutschland einbinden: „Enovos stellt vor allem die Abrechnung, die Netznutzung und Integration der Grünstrommengen in das Stromportfolio der Mercedes Benz Werke sicher.“ Der mit Statkraft abgeschlossene PPA ist für den Automobilhersteller ein Baustein der konzerneigenen Strategie, bis 2022 alle deutschen Werke mit CO2-neutraler Energie zu versorgen.

Statkraft, bundesweit größter Direktvermarkter von Ökostromstrom aus EEG-Anlagen, rechnet mit einer wachsenden Zahl von solchen „Weiterbetriebs-PPA“ für alte Windturbinen wie mit Mercedes Benz. „Je näher das Förderende heranrückt, desto mehr solcher Verträge wird es geben“, sagt Sascha Schröder aus der Abteilung Commercial Strategy bei Statkraft Markets. Absehbar dabei ist folgende Entwicklung: „Die Kontrakte haben meist eine Laufzeit von zwei, drei bis maximal sechs Jahren. Die Vertragslaufzeiten hängen unter anderem vom technischen Zustand der Anlagen und der Möglichkeit zum Repowering ab“, erklärt Schröder.

Neben diesem Segment für die sogenannten Ü20-Anlagen gibt es auch die Corporate PPA: Das sind die wirklich langfristigen Stromlieferverträge, mit denen Investoren ihre Solar- und Windparks finanzieren und absichern. Vor wenigen Wochen haben Statkraft und Baywa Re einen PPA für ein Solarprojekt mit der europaweit bislang längsten Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen. Der Solarpark Don Rodrigo in der Nähe des südspanischen Stadt Sevilla hat eine Leistung von rund 175 MW. Die Installation der annähernd 500 000 Module soll, so der Plan, Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Nicht nur die höhere Solareinstrahlung in Südspanien hat Statkraft für diesen PPA motiviert. „Spanien zählt zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen. Aber auch Faktoren wie die geringere Solarstromanteil dort und ein funktionierenden Forward-Strommarkt tragen dazu bei, dass sich ein PPA-Projekt wie Don Rodrigo rechnet“, betonte Statkraft-Mann Schröder gegenüber E&M.
 
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 12.12.2018, 12:34 Uhr

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