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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Autohandel braucht Training für E-Mobile
Bild: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Autohandel braucht Training für E-Mobile
Laut einer Umfrage von Prolytics könnten sich zwar 25 % der Deutschen vorstellen, binnen fünf Jahren ein Elektroauto zu kaufen, Händler und Energieversorger seien aber noch nicht fit.
 

Die Recherche über das Fahrzeug, die Nutzung und viele weitere Fragen zum Gebrauch des E-Autos gerate beim Kunden zu einer Odyssee, die nicht selten im Internet in den Social Media Kanälen endet – zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Marktforschungsinstituts UScale im Auftrag des Bundesverbandes eMobilität e.V. (BEM). Ausgangspunkt der Untersuchung war die Frage, warum der Kunde im Verkaufsprozess verloren gehe. Dabei wurden E-Mobilisten und solche, die es werden wollen, systematisch nach ihren Erwartungen und Erfahrungen befragt. Entlang des gesamten Weges von der Orientierungs- und Informationsphase bis über den Kauf, die Übernahme und die Nutzung des neuen Wagens fehlten Informationen und Service.

In der Auswertung von mehr als 1 100 Befragten wurde deutlich, dass potenzielle Kunden bis zu vier Automodelle für ihren Kauf ins Auge fassen, wobei der ökologische Gedanke, der Fahrspaß und der Komfort die wichtigsten Kaufmotive darstellten. 41 % der Befragten fanden auf den Webseiten der Hersteller und Händler keine ausreichenden Argumente und 21 % nur teilweise ausreichende Argumente für den Kauf der recherchierten Marke. Vielmehr empfanden die Kunden, dass die Online-Angebote auf Verbrenner-Modelle ausgelegt sind und offene Fragen nicht beantwortet werden. Auch beim Besuch im Autohaus gingen viele Kunden verloren: Nur 40 % der Befragten waren nach dem Besuch überzeugt und bestätigt, ein Auto der gewählten Marke zu kaufen. 36 % verneinten diesen Punkt, 24 % waren sich unsicher. Befragte spürten „keinen Willen“ oder schlicht „Unkenntnis“ beim Verkäufer und fühlten sich in der Verantwortung, sich selbst schlau zu machen.

Ein neues Ökosystem aufbauen

„E-Mobilität ist mehr als ein neuer Antrieb“, sagte Markus Emmert, Wissenschaftlicher Beirat und Leiter der BEM-Arbeitsgruppen zu den Ergebnissen der Studie. „Um die neue Technologie dreht sich ein ganzes Ökosystem neuer Aspekte wie zum Beispiel die Ladestationen, der Energievertrag, die Werkstattfrage, Versicherung, Fahrzeugbedienung und vieles mehr." Das betreffe neben den Autoherstellern und -händlern auch die Energieversorger, weshalb der BEM dringend die strukturierte Zusammenarbeit empfehle. Autohändler verkauften E-Mobile wie Verbrenner und die Energieversorger Fahrstrom wie Hausstrom. Da die Kunden aber eine komplette Mobilitätslösung suchten, würden sie enttäuscht. „Von dieser Perspektive sind die Anbieter noch weit entfernt“, fasste Axel Sprenger, Geschäftsführer von UScale, die Studienergebnisse zusammen.

Bislang fänden zu Hause und am Arbeitsplatz rund 80 % der Ladevorgänge statt, stellte der BDEW fest. Die öffentliche Ladeinfrastruktur sei bereits gut aufgestellt: An rund 20 700 Ladepunkten könnten über 430 000 Elektroautos geladen werden. Nur etwa halb so viele sind derzeit beim Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet. Die Stromnetze könnten heute sogar schon bis zu 13 Mio. Elektroautos versorgen. Es fehlten noch die preiswerten Automodelle für eine breite Käuferschicht kritisierte eine repräsentative Umfrage von prolytics und BDEW, die ebenfalls am 11. September veröffentlicht wurde.

 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 12.09.2019, 16:13 Uhr

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