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Energie & Management > Windkraft  - RWE prüft Offshore-Wind-Projekte mit Masdar
Quelle: Shutterstock / Thampapon
Windkraft

RWE prüft Offshore-Wind-Projekte mit Masdar

RWE und Unternehmen aus den VAE wollen bei Offshore-Wind und LNG enger zusammenarbeiten. Im Fokus stehen Ausschreibungen in Deutschland und künftige Lieferverträge.
Die RWE AG mit Sitz in Essen und Aktivitäten in der Stromerzeugung und im Energiehandel hat mit zwei Partnern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Vereinbarungen zur Vertiefung der Zusammenarbeit geschlossen.

RWE und Masdar unterzeichneten ein Memorandum of Understanding (MoU) für eine mögliche gemeinsame Teilnahme an deutschen Offshore-Wind-Ausschreibungen im Jahr 2027. Mit dem Energiekonzern Adnoc vereinbarte RWE zudem weitere Gespräche über langfristige Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland und Europa.

Die Vereinbarungen wurden laut RWE am Rande des Staatsbesuchs von Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der VAE, in Deutschland unterzeichnet. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen deutschen und emiratischen Unternehmen im Energiesektor ausbauen. Dabei geht es sowohl um den Ausbau erneuerbarer Energien als auch um die Absicherung der Energieversorgung.

Milliardeninvestitionen in Offshore-Wind

Im Rahmen des MoU wollen RWE und Masdar eine gemeinsame Beteiligung an den deutschen Offshore-Wind-Ausschreibungen 2027 prüfen. Laut RWE könnte das damit verbundene Investitionsvolumen mehr als drei Milliarden Euro betragen. Konkrete Projekte haben die Unternehmen mit der Vereinbarung noch nicht festgelegt.

Masdar mit Sitz in Abu Dhabi ist ein staatlich geprägtes Unternehmen der VAE, das auf erneuerbare Energien und saubere Technologien spezialisiert ist. Die Partnerschaft mit RWE besteht bereits seit mehr als einem Jahrzehnt. Gemeinsam betreiben und entwickeln die Unternehmen Offshore-Windprojekte in Großbritannien mit einer Gesamtkapazität von 3.600 MW.

Dazu gehört der Offshore-Windpark London Array, der seit 2013 in Betrieb ist und über eine Leistung von mehr als 600 MW verfügt. Weitere gemeinsame Vorhaben sind die Projekte Dogger Bank South East und West mit einer Gesamtkapazität von 3.000 MW. RWE und Masdar erhielten dafür Anfang 2026 im Rahmen der britischen Ausschreibungsrunde „Allocation Round 7“ sogenannte Contracts for Difference (CfD).

Mit der geplanten Zusammenarbeit in Deutschland wollen beide Unternehmen ihre Erfahrungen aus dem britischen Offshore-Wind-Markt nutzen. RWE-Chef Markus Krebber sagte, Deutschland biete „erhebliches Potenzial“ für Offshore-Wind. „Starke Partnerschaften sind erforderlich, um dieses Potenzial in konkrete Projekte umzusetzen“, sagte Krebber.

Masdar-Chef Mohamed Jameel Al Ramahi verwies auf die Erfahrungen des Unternehmens mit Offshore-Windprojekten in Großbritannien und Europa. Die Zusammenarbeit mit RWE verbinde unterschiedliche Erfahrungen und einen gemeinsamen Fokus auf die Umsetzung neuer Projekte, erklärte er.

LNG-Gespräche mit Adnoc

Parallel dazu haben RWE Supply & Trading und Adnoc einen Letter of Intent (LoI) unterzeichnet. Die Unternehmen wollen demnach die Bedingungen für bis zu zwei langfristige LNG-Lieferverträge prüfen. Die Lieferungen könnten Deutschland sowie weitere Märkte in Europa und Asien versorgen (Wir berichteten).

Adnoc mit Sitz in Abu Dhabi ist der staatliche Öl- und Gaskonzern der VAE. Das LNG-Angebot soll laut RWE aus dem wachsenden Portfolio von Adnoc Gas und XRG stammen. Genannt werden unter anderem Projekte in Ruwais und Das sowie Vorhaben in Rio Grande, Mosambik und Argentinien.

Offshore-Wind und LNG als Ergänzung

Die VAE sehen sowohl Offshore-Wind als auch LNG als Bestandteile des künftigen deutschen Energiesystems. Industrieminister und Adnoc-Chef Sultan Ahmed Al Jaber verwies auf die Absicht der VAE, zusätzlich 40 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Die beiden Vereinbarungen vertieften nach seinen Angaben die Partnerschaft mit RWE.

RWE und Masdar hatten bereits 2022 vereinbart, eine Zusammenarbeit bei Offshore-Windprojekten in wichtigen Märkten weltweit zu prüfen. Daraus entstand unter anderem die Beteiligung von Masdar an den beiden Dogger-Bank-South-Projekten.

Mit den aktuellen Vereinbarungen weiten die Partner ihre Zusammenarbeit nun auf den deutschen Offshore-Wind-Markt und mögliche langfristige LNG-Lieferungen aus. Für die Offshore-Wind-Ausschreibungen 2027 und die LNG-Verträge stehen zunächst weitere Prüfungen und Verhandlungen an. (sh)

Montag, 14.09.2026, 13:44 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Windkraft  - RWE prüft Offshore-Wind-Projekte mit Masdar
Quelle: Shutterstock / Thampapon
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RWE prüft Offshore-Wind-Projekte mit Masdar
RWE und Unternehmen aus den VAE wollen bei Offshore-Wind und LNG enger zusammenarbeiten. Im Fokus stehen Ausschreibungen in Deutschland und künftige Lieferverträge.
Die RWE AG mit Sitz in Essen und Aktivitäten in der Stromerzeugung und im Energiehandel hat mit zwei Partnern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Vereinbarungen zur Vertiefung der Zusammenarbeit geschlossen.

RWE und Masdar unterzeichneten ein Memorandum of Understanding (MoU) für eine mögliche gemeinsame Teilnahme an deutschen Offshore-Wind-Ausschreibungen im Jahr 2027. Mit dem Energiekonzern Adnoc vereinbarte RWE zudem weitere Gespräche über langfristige Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland und Europa.

Die Vereinbarungen wurden laut RWE am Rande des Staatsbesuchs von Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der VAE, in Deutschland unterzeichnet. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen deutschen und emiratischen Unternehmen im Energiesektor ausbauen. Dabei geht es sowohl um den Ausbau erneuerbarer Energien als auch um die Absicherung der Energieversorgung.

Milliardeninvestitionen in Offshore-Wind

Im Rahmen des MoU wollen RWE und Masdar eine gemeinsame Beteiligung an den deutschen Offshore-Wind-Ausschreibungen 2027 prüfen. Laut RWE könnte das damit verbundene Investitionsvolumen mehr als drei Milliarden Euro betragen. Konkrete Projekte haben die Unternehmen mit der Vereinbarung noch nicht festgelegt.

Masdar mit Sitz in Abu Dhabi ist ein staatlich geprägtes Unternehmen der VAE, das auf erneuerbare Energien und saubere Technologien spezialisiert ist. Die Partnerschaft mit RWE besteht bereits seit mehr als einem Jahrzehnt. Gemeinsam betreiben und entwickeln die Unternehmen Offshore-Windprojekte in Großbritannien mit einer Gesamtkapazität von 3.600 MW.

Dazu gehört der Offshore-Windpark London Array, der seit 2013 in Betrieb ist und über eine Leistung von mehr als 600 MW verfügt. Weitere gemeinsame Vorhaben sind die Projekte Dogger Bank South East und West mit einer Gesamtkapazität von 3.000 MW. RWE und Masdar erhielten dafür Anfang 2026 im Rahmen der britischen Ausschreibungsrunde „Allocation Round 7“ sogenannte Contracts for Difference (CfD).

Mit der geplanten Zusammenarbeit in Deutschland wollen beide Unternehmen ihre Erfahrungen aus dem britischen Offshore-Wind-Markt nutzen. RWE-Chef Markus Krebber sagte, Deutschland biete „erhebliches Potenzial“ für Offshore-Wind. „Starke Partnerschaften sind erforderlich, um dieses Potenzial in konkrete Projekte umzusetzen“, sagte Krebber.

Masdar-Chef Mohamed Jameel Al Ramahi verwies auf die Erfahrungen des Unternehmens mit Offshore-Windprojekten in Großbritannien und Europa. Die Zusammenarbeit mit RWE verbinde unterschiedliche Erfahrungen und einen gemeinsamen Fokus auf die Umsetzung neuer Projekte, erklärte er.

LNG-Gespräche mit Adnoc

Parallel dazu haben RWE Supply & Trading und Adnoc einen Letter of Intent (LoI) unterzeichnet. Die Unternehmen wollen demnach die Bedingungen für bis zu zwei langfristige LNG-Lieferverträge prüfen. Die Lieferungen könnten Deutschland sowie weitere Märkte in Europa und Asien versorgen (Wir berichteten).

Adnoc mit Sitz in Abu Dhabi ist der staatliche Öl- und Gaskonzern der VAE. Das LNG-Angebot soll laut RWE aus dem wachsenden Portfolio von Adnoc Gas und XRG stammen. Genannt werden unter anderem Projekte in Ruwais und Das sowie Vorhaben in Rio Grande, Mosambik und Argentinien.

Offshore-Wind und LNG als Ergänzung

Die VAE sehen sowohl Offshore-Wind als auch LNG als Bestandteile des künftigen deutschen Energiesystems. Industrieminister und Adnoc-Chef Sultan Ahmed Al Jaber verwies auf die Absicht der VAE, zusätzlich 40 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Die beiden Vereinbarungen vertieften nach seinen Angaben die Partnerschaft mit RWE.

RWE und Masdar hatten bereits 2022 vereinbart, eine Zusammenarbeit bei Offshore-Windprojekten in wichtigen Märkten weltweit zu prüfen. Daraus entstand unter anderem die Beteiligung von Masdar an den beiden Dogger-Bank-South-Projekten.

Mit den aktuellen Vereinbarungen weiten die Partner ihre Zusammenarbeit nun auf den deutschen Offshore-Wind-Markt und mögliche langfristige LNG-Lieferungen aus. Für die Offshore-Wind-Ausschreibungen 2027 und die LNG-Verträge stehen zunächst weitere Prüfungen und Verhandlungen an. (sh)

Montag, 14.09.2026, 13:44 Uhr
Susanne Harmsen

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