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Energie & Management > Wärmenetz - Mehr Fernwärme aus Abfall für Hannover
Quelle: Shutterstock / Ayrat A
Wärmenetz

Mehr Fernwärme aus Abfall für Hannover

Enercity und EEW bauen ihre Zusammenarbeit für die Fernwärme in Hannover aus. Durch eine technische Optimierung soll mehr Wärme aus derselben Abfallmenge gewonnen werden.
Nach der Abschaltung des ersten Steinkohleblocks im Heizkraftwerk Stöcken im Nordwesten Hannovers baut Enercity den Ersatz der kohlebasierten Fernwärmeerzeugung weiter aus. Gemeinsam mit der EEW Energy from Waste GmbH (EEW) soll künftig mehr Wärme aus der thermischen Abfallverwertungsanlage in Hannover-Lahe in das Fernwärmenetz fließen. EEW ist ein Entsorgungs- und Energieunternehmen mit Sitz in Helmstedt.

Kern des Projekts ist eine energetische Optimierung der bestehenden Müllverwertungsanlage. EEW investiert in den Umbau der Anlage und erhöht nach eigenen Angaben die nutzbare Wärmeleistung von bisher 50 MW auf bis zu 85 MW. Die zusätzliche Wärme entsteht nicht durch höhere Abfallmengen, sondern durch eine effizientere Nutzung der vorhandenen Energie, wie die Partner betonen.

Die Rollen der Partner sind klar verteilt: EEW betreibt die Anlage zur thermischen Abfallverwertung und liefert die Wärme. Enercity übernimmt die Integration der zusätzlichen Wärmemengen in das Fernwärmesystem. Parallel dazu erweitert es die Fernwärmeleitungen, damit die zusätzliche Wärme aus Hannover-Lahe in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden kann. So soll die höhere Wärmemenge künftig im gesamten Stadtgebiet genutzt werden können.

Technik erhöht Wärmepotenzial

Technisch basiert das Vorhaben auf einer neuen Dampfturbinenumfahrung. Dadurch lässt sich der bei der Abfallverbrennung entstehende Dampf je nach Bedarf unterschiedlich nutzen. An kalten Tagen kann mehr Dampf direkt für die Fernwärme ausgekoppelt werden. Sinkt der Wärmebedarf, kann die Anlage weiterhin im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb Strom erzeugen. Nach Angaben von EEW steigt dadurch die Effizienz der Anlage, da weniger Wärme ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird.

Die ersten Umbauarbeiten haben bereits in der derzeit laufenden Revision der Anlage begonnen. Mit dem Abschluss der Umbaumaßnahmen rechnen die Partner im zweiten Quartal 2027. Die zusätzliche Wärmeleistung soll erstmals in der Heizperiode 2027/2028 vollständig zur Verfügung stehen.

Partner setzen auf flexible Wärmeerzeugung

Nach Angaben der Unternehmen reicht die Zusammenarbeit über den reinen Ausbau der Fernwärme hinaus. Enercity will die optimierte Anlage als flexiblen Baustein seines Erzeugungsportfolios einsetzen und die Fahrweise an Wärmebedarf und Marktbedingungen anpassen. Je nach Situation soll entschieden werden können, ob mehr Fernwärme oder mehr Strom erzeugt wird. Laut Enercity soll dies sowohl die Versorgungssicherheit erhöhen als auch zusätzliche Möglichkeiten für die Sektorkopplung eröffnen.

Bereits Anfang 2025 hatten beide Unternehmen vereinbart, die Potenziale der bestehenden Anlage langfristig gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit dem nun begonnenen Umbau soll die thermische Abfallverwertung eine größere Rolle bei der Wärmeversorgung Hannovers übernehmen.

Montag, 29.06.2026, 09:15 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Wärmenetz - Mehr Fernwärme aus Abfall für Hannover
Quelle: Shutterstock / Ayrat A
Wärmenetz
Mehr Fernwärme aus Abfall für Hannover
Enercity und EEW bauen ihre Zusammenarbeit für die Fernwärme in Hannover aus. Durch eine technische Optimierung soll mehr Wärme aus derselben Abfallmenge gewonnen werden.
Nach der Abschaltung des ersten Steinkohleblocks im Heizkraftwerk Stöcken im Nordwesten Hannovers baut Enercity den Ersatz der kohlebasierten Fernwärmeerzeugung weiter aus. Gemeinsam mit der EEW Energy from Waste GmbH (EEW) soll künftig mehr Wärme aus der thermischen Abfallverwertungsanlage in Hannover-Lahe in das Fernwärmenetz fließen. EEW ist ein Entsorgungs- und Energieunternehmen mit Sitz in Helmstedt.

Kern des Projekts ist eine energetische Optimierung der bestehenden Müllverwertungsanlage. EEW investiert in den Umbau der Anlage und erhöht nach eigenen Angaben die nutzbare Wärmeleistung von bisher 50 MW auf bis zu 85 MW. Die zusätzliche Wärme entsteht nicht durch höhere Abfallmengen, sondern durch eine effizientere Nutzung der vorhandenen Energie, wie die Partner betonen.

Die Rollen der Partner sind klar verteilt: EEW betreibt die Anlage zur thermischen Abfallverwertung und liefert die Wärme. Enercity übernimmt die Integration der zusätzlichen Wärmemengen in das Fernwärmesystem. Parallel dazu erweitert es die Fernwärmeleitungen, damit die zusätzliche Wärme aus Hannover-Lahe in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden kann. So soll die höhere Wärmemenge künftig im gesamten Stadtgebiet genutzt werden können.

Technik erhöht Wärmepotenzial

Technisch basiert das Vorhaben auf einer neuen Dampfturbinenumfahrung. Dadurch lässt sich der bei der Abfallverbrennung entstehende Dampf je nach Bedarf unterschiedlich nutzen. An kalten Tagen kann mehr Dampf direkt für die Fernwärme ausgekoppelt werden. Sinkt der Wärmebedarf, kann die Anlage weiterhin im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb Strom erzeugen. Nach Angaben von EEW steigt dadurch die Effizienz der Anlage, da weniger Wärme ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird.

Die ersten Umbauarbeiten haben bereits in der derzeit laufenden Revision der Anlage begonnen. Mit dem Abschluss der Umbaumaßnahmen rechnen die Partner im zweiten Quartal 2027. Die zusätzliche Wärmeleistung soll erstmals in der Heizperiode 2027/2028 vollständig zur Verfügung stehen.

Partner setzen auf flexible Wärmeerzeugung

Nach Angaben der Unternehmen reicht die Zusammenarbeit über den reinen Ausbau der Fernwärme hinaus. Enercity will die optimierte Anlage als flexiblen Baustein seines Erzeugungsportfolios einsetzen und die Fahrweise an Wärmebedarf und Marktbedingungen anpassen. Je nach Situation soll entschieden werden können, ob mehr Fernwärme oder mehr Strom erzeugt wird. Laut Enercity soll dies sowohl die Versorgungssicherheit erhöhen als auch zusätzliche Möglichkeiten für die Sektorkopplung eröffnen.

Bereits Anfang 2025 hatten beide Unternehmen vereinbart, die Potenziale der bestehenden Anlage langfristig gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit dem nun begonnenen Umbau soll die thermische Abfallverwertung eine größere Rolle bei der Wärmeversorgung Hannovers übernehmen.

Montag, 29.06.2026, 09:15 Uhr
Davina Spohn

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