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Enerige & Management > Verbände - Industrie unzufrieden mit der Energiewende
Bild: Stauke, Fotolia
VERBÄNDE:
Industrie unzufrieden mit der Energiewende
Das „Energiewende-Barometer“ des Dachverbandes der Industrie- und Handelskammern fiel im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt auf minus 3,1.
 
Die deutsche Wirtschaft sieht die Energiewende nach einer Umfrage des Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zunehmend skeptisch. Bei den Rahmenbedingungen für den Umstieg auf nicht-fossile Energien seien in diesem Jahr „wenig sichtbare Fortschritte erzielt worden“, heißt es bei der Vorstellung des jährlichen „IHK-Energiewende-Barometer“. Dabei handelt es sich um eine Online-Umfrage von 2500 Unternehmen.

Das Barometer vergleicht die Erwartungen der Unternehmen im Hinblick auf die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit auf einer Skala zwischen -100 (sehr negativ) und +100 (sehr positiv). Sind diese Erwartungen in den Vorjahren zuvor noch überwiegend positiv ausgefallen, ging das Barometer 2018 erstmalig auf -2,1 zurück und ist in diesem Jahr um einen weiteren Punkt auf -3,1 gesunken.

Nur Dienstleister sind positiv gestimmt

Viele Unternehmen fürchteten einen weiteren Anstieg der Strompreise und Probleme bei der Versorgungssicherheit, insbesondere nach dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke, heißt es in einer Bewertung des DIHK. „In einer digitalen Wirtschaftswelt können selbst kleinere Unterbrechungen der Stromversorgung zu empfindlichen Betriebsstörungen führen.“

Besonders pessimistisch sind die Erwartungen des produzierenden Gewerbes(-19). Hier hoffen nur 15 % der Unternehmen von der Energiewende zu profitieren. Auch die Handels-(-7,5) und die Bauunternehmen(-4) sehen die emissionsfreie Zukunft skeptisch. Lediglich die meisten Dienstleister(+6,4) erwarten, gestärkt aus der Transformation hervorzugehen.

Auch zwischen den Regionen gibt es signifikante Unterschiede bei der Bewertung. Im Norden sieht man der Energiewende mit Zuversicht entgegen: +3,4. Im Rest der Republik verbindet man damit eher Risiken als Chancen. Im Osten(-5,8) sind die Befürchtungen etwa so groß wie im Westen(-5,7). In beiden Fällen ist der Wert gegenüber 2018 deutlich zurückgegangen. Im Süden (-2,2) fällt die Skepsis dagegen etwas geringer aus als im Vorjahr.
 
Steigende Strompreise machen schlechte Stimmung

Zur Begründung der schlechten Stimmung verweist der Dachverband auf die weiter steigenden Strompreise. Für Mittelständler seien sie „zum Jahreswechsel nochmals um über 10 % gestiegen“. Abgesehen von bestimmten Großunternehmen mit besonderen Ausgleichsregelungen müssten inzwischen alle deutschen Unternehmen die höchsten Energiepreise in Europa bezahlen. Neben höheren Netzentgelten mache sich vor allem der höhere CO2-Preis bemerkbar.

In den nächsten Jahren erwartet der DIHK einen neuen Aufschwung beim Bezug von Ökostrom, der im letzten Jahr 23 % des Stromverbrauchs der Unternehmen ausmachte. Derzeit sei es kaum möglich „erneuerbaren Strom made in Germany zu erwerben“. Mit dem Auslaufen der Förderung für viele Anlagen ab 2021 werde das deutsche Grünstrom-Angebot aber wieder steigen.

Größeres Interesse habe die Wirtschaft inzwischen auch an Smart Metern, insbesondere an der Analyse des Stromverbrauchs und der Fernauslesung von Verbrauchsdaten. Zurückhaltender seien die Unternehmen gegenüber anderen Aspekten dieser Technologie wie dem Lastenmanagement oder lastvariablen Tarifen.
 
 

Tom Weingärtner
© 2019 Energie & Management GmbH
Montag, 28.10.2019, 16:14 Uhr

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