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Energie & Management > Finanzierung - Hunderte Millionen Euro für Fusionsreaktor
Modellspule für Kernfusion im Teststand. Quelle: MPI für Plasmaphysik / Frank Fleschner
Finanzierung

Hunderte Millionen Euro für Fusionsreaktor

Das Münchner Unternehmen Proxima Fusion erhält von Investoren 411 Millionen Euro für den Bau eines Fusionsreaktors in Bayern. Zu den Geldgebern gehören RWE und Google.
„Stellarator“ – der Name soll an die Kernfusion als Energiequelle der Sterne (lateinsch: stella) erinnern. Proxima Fusion, ein Spin-out des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, erhält für den Bau eines Stellarator-Demonstrators in Garching bei München 411 Millionen Euro. Das Unternehmen sammelt das Geld über eine Finanzierungsrunde, die laut einer Mitteilung jetzt abgeschlossen ist. Der Demonstrationsreaktor soll bis Anfang der 30er-Jahre entstehen, rund 2 Milliarden Euro wird der Bau voraussichtlich kosten.

Mehr als ein Dutzend Investoren beteiligen sich an der Finanzspritze, darunter der Energiekonzern RWE und der US-Techriese Google. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde nach Unternehmensangaben von „XTX Ventures“ und „East X Ventures“. Insgesamt habe man in weniger als drei Jahren mehr als 650 Millionen Euro eingeworben, teilt Proxima Fusion mit. Darin enthalten seien öffentliche Fördermittel in Höhe von 95 Millionen Euro.

Tests für kommerzielles Kraftwerk in Gundremmingen

Der Einstieg von RWE folgt drei Monate nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit dem Essener Energiekonzern, dem Freistaat Bayern und dem Max-Planck-Institut. Das „Memorandum of Understanding“ zeichnet einen Fahrplan hin zu Europas erstem ans Netz angeschlossenen Magnetfusionskraftwerk und sieht ein Finanzierungsmodell aus öffentlichen und privaten Mitteln vor.

Proxima Fusion und RWE schwebt vor, auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern ein kommerzielles Stellarator-Fusionskraftwerk zu errichten. In dem Stellarator-Demonstrator namens „Alpha“ bei Garching sollen Technologien für die spätere kommerzielle Anlage erprobt werden. Stellaratoren sind Kernfusionsreaktoren, die heißes Plasma mit Magnetfeldern einschließen.

Für „Alpha“ soll Proxima Fusion im Rahmen der bayerischen Hightech-Strategie eine Zuwendung von bis zu 400 Millionen Euro bekommen. Die Finanzierungsrunde habe das Ziel übertroffen, „die vom Freistaat Bayern zugesagte öffentliche Förderung von 400 Millionen Euro für die Unternehmens-Roadmap durch private Mittel zu ergänzen“, betont das Start-up.
 
Das Garchinger Spin-out wird nach eigenen Angaben jetzt 2,4 Milliarden Euro bewertet. Damit zählt es zu den sogenannten „Einhörnern“ – Start-up-Unternehmen, deren Bewertung eine Milliarde Euro überschreitet. Proxima Fusion selbst sieht sich als das „am besten finanzierte Fusionsunternehmen in Europa“.

Das frische Kapital soll in Hochtemperatur-Supraleitungskabel und Magneten sowie in die Weiterentwicklung der für Stellaratoren erforderlichen Engineering- und Fertigungssysteme fließen. Darüber hinaus will man weitere Mitarbeitende für Engineering, Fertigung und Betrieb gewinnen.

Fusionsenergie basiert auf dem Prozess der Verschmelzung von Atomkernen. In der Sonne und anderen Sternen liefert dieser Prozess die abgestrahlte Energie. Seit Jahrzehnten träumen Forscher davon, das Fusionsfeuer, das im Inneren der Sonne brennt, auf die Erde zu holen. Viele Experten glauben, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis das erste Fusionskraftwerk Strom liefert. (mf)

Dienstag, 7.07.2026, 17:48 Uhr
Manfred Fischer
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Modellspule für Kernfusion im Teststand. Quelle: MPI für Plasmaphysik / Frank Fleschner
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Hunderte Millionen Euro für Fusionsreaktor
Das Münchner Unternehmen Proxima Fusion erhält von Investoren 411 Millionen Euro für den Bau eines Fusionsreaktors in Bayern. Zu den Geldgebern gehören RWE und Google.
„Stellarator“ – der Name soll an die Kernfusion als Energiequelle der Sterne (lateinsch: stella) erinnern. Proxima Fusion, ein Spin-out des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, erhält für den Bau eines Stellarator-Demonstrators in Garching bei München 411 Millionen Euro. Das Unternehmen sammelt das Geld über eine Finanzierungsrunde, die laut einer Mitteilung jetzt abgeschlossen ist. Der Demonstrationsreaktor soll bis Anfang der 30er-Jahre entstehen, rund 2 Milliarden Euro wird der Bau voraussichtlich kosten.

Mehr als ein Dutzend Investoren beteiligen sich an der Finanzspritze, darunter der Energiekonzern RWE und der US-Techriese Google. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde nach Unternehmensangaben von „XTX Ventures“ und „East X Ventures“. Insgesamt habe man in weniger als drei Jahren mehr als 650 Millionen Euro eingeworben, teilt Proxima Fusion mit. Darin enthalten seien öffentliche Fördermittel in Höhe von 95 Millionen Euro.

Tests für kommerzielles Kraftwerk in Gundremmingen

Der Einstieg von RWE folgt drei Monate nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit dem Essener Energiekonzern, dem Freistaat Bayern und dem Max-Planck-Institut. Das „Memorandum of Understanding“ zeichnet einen Fahrplan hin zu Europas erstem ans Netz angeschlossenen Magnetfusionskraftwerk und sieht ein Finanzierungsmodell aus öffentlichen und privaten Mitteln vor.

Proxima Fusion und RWE schwebt vor, auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern ein kommerzielles Stellarator-Fusionskraftwerk zu errichten. In dem Stellarator-Demonstrator namens „Alpha“ bei Garching sollen Technologien für die spätere kommerzielle Anlage erprobt werden. Stellaratoren sind Kernfusionsreaktoren, die heißes Plasma mit Magnetfeldern einschließen.

Für „Alpha“ soll Proxima Fusion im Rahmen der bayerischen Hightech-Strategie eine Zuwendung von bis zu 400 Millionen Euro bekommen. Die Finanzierungsrunde habe das Ziel übertroffen, „die vom Freistaat Bayern zugesagte öffentliche Förderung von 400 Millionen Euro für die Unternehmens-Roadmap durch private Mittel zu ergänzen“, betont das Start-up.
 
Das Garchinger Spin-out wird nach eigenen Angaben jetzt 2,4 Milliarden Euro bewertet. Damit zählt es zu den sogenannten „Einhörnern“ – Start-up-Unternehmen, deren Bewertung eine Milliarde Euro überschreitet. Proxima Fusion selbst sieht sich als das „am besten finanzierte Fusionsunternehmen in Europa“.

Das frische Kapital soll in Hochtemperatur-Supraleitungskabel und Magneten sowie in die Weiterentwicklung der für Stellaratoren erforderlichen Engineering- und Fertigungssysteme fließen. Darüber hinaus will man weitere Mitarbeitende für Engineering, Fertigung und Betrieb gewinnen.

Fusionsenergie basiert auf dem Prozess der Verschmelzung von Atomkernen. In der Sonne und anderen Sternen liefert dieser Prozess die abgestrahlte Energie. Seit Jahrzehnten träumen Forscher davon, das Fusionsfeuer, das im Inneren der Sonne brennt, auf die Erde zu holen. Viele Experten glauben, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis das erste Fusionskraftwerk Strom liefert. (mf)

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Manfred Fischer

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