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Eine Kurzstudie des Fraunhofer ISE kommt zu dem Ergebnis, dass Wärmepumpen und Fernwärme über den Lebenszyklus meist günstiger sind als Gasheizungen mit Grüngasanteilen.
Wärmepumpen und Fernwärme verursachen über den Lebenszyklus geringere Gesamtkosten als Gasbrennwertheizungen, die die im Gesetzentwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GModG-E) vorgesehene Biotreppe erfüllen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), die im Auftrag der MVV Energie erstellt wurde.
Untersucht wurden ein teilsaniertes Einfamilienhaus sowie ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten. Im günstigsten Szenario weist die Luft-Wasser-Wärmepumpe in beiden Gebäudetypen die niedrigsten Lebenszykluskosten auf, gefolgt von der Fernwärme. Die höchsten Kosten entstehen bei einem Gasbrennwertkessel mit Erdgas und den nach der Biotreppe vorgeschriebenen Anteilen grüner Gase.
Für das Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten des Gaskessels im günstigsten Fall rund 60
Prozent über denen der Wärmepumpe und 23
Prozent über denen der Fernwärme. Über einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren ergibt sich daraus ein Kostenunterschied von bis zu 49.000
Euro gegenüber der Wärmepumpe beziehungsweise 25.000
Euro gegenüber der Fernwärme.
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Spezifische Jahresgesamtkosten (brutto) der Wärmeversorgung für ein beispielhaftes Einfamilienhaus. Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken. Quelle Fraunhofer ISE |
Im Mehrfamilienhaus betragen die Mehrkosten des Gaskessels 33
Prozent gegenüber der Wärmepumpe und 15
Prozent gegenüber der Fernwärme. Pro Wohneinheit summiert sich die Differenz innerhalb von 20 Jahren auf rund 10.500
Euro beziehungsweise 5.400
Euro.
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Spezifische Jahresgesamtkosten (brutto) der Wärmeversorgung für ein beispielhaftes Mehrfamilienhaus. Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken. Quelle: Fraunhofer ISE |
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Bandbreiten der Investitions- und Betriebskosten bei allen Technologien groß sind. Während bei Wärmepumpen insbesondere die Investitionskosten stark vom Gebäude abhängen, unterscheiden sich die Fernwärmepreise regional deutlich. Die größte Unsicherheit bei Gasheizungen sehen die Autoren in der künftigen Entwicklung der Preise für Biomethan sowie der Gasnetzentgelte. Beide Faktoren könnten sich je nach Entwicklung der Gasnachfrage erheblich verändern.
Nach Einschätzung des Fraunhofer ISE verstärken sich diese Effekte bei späteren Investitionsentscheidungen, weil höhere Grüngasanteile erst nach 2035 wirksam werden und damit einen größeren Teil der Anlagenlebensdauer betreffen. Die Studie empfiehlt deshalb weiterhin eine technologieoffene Beratung von Hauseigentümern vor einer Investition in neue Heiztechnik.
Die vollständige Kurzstudie
„Vergleich der Wärmeversorgung: Die “Bio-Treppe„ im Gebäudemodernisierungsgesetz“ ist auf den Internetseiten des Fraunhofer ISE abrufbar.
Montag, 29.06.2026, 15:05 Uhr
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