Quelle: Everllence
Motorenhersteller Everllence entwickelt mit Industrie- und Forschungspartnern Konzepte für Motorenkraftwerke mit Wasserstoff oder Ammoniak.
Der Augsburger Motorenhersteller Everllence hat gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern das Forschungsprojekt „HydroMonia“ gestartet, teilte das Unternehmen am 26. Juni mit. Ziel ist die Entwicklung von Kraftwerkskonzepten mit mittelschnelllaufenden Viertakt-Gasmotoren, die entweder mit reinem Wasserstoff oder reinem Ammoniak betrieben werden.
Neben Everllence beteiligen sich die WTZ Roßlau gGmbH, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) sowie der Chemnitzer Energieversorger und Kraftwerksbetreiber „eins energie in sachsen“ als assoziierter Partner. Das Vorhaben begann im Januar 2026 und läuft über 36 Monate. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt.
„Für Everllence ist dieses Forschungsprojekt ein weiterer Schritt auf dem Weg, klimaneutrale Kraftwerkslösungen anzubieten“, erklärte Alexander Knafl, Head of Engineering, R&D Four-Stroke bei Everllence. „Für uns beginnt der Weg zur Dekarbonisierung des Strommarktes mit der Dekarbonisierung von Kraftstoffen und in diesem Zusammenhang sind Ammoniak und Wasserstoff vielversprechende Kandidaten, da diese vollständig kohlenstofffrei sind.“
Fokus auf flexible Kraftwerke
Im Projekt entwickeln die Partner Konzepte für Kraftwerke mit Gasmotoren, die künftig als flexible Erzeugungsanlagen eingesetzt werden können. Nach Angaben des Unternehmens richtet sich der Blick insbesondere auf Zeiten mit geringer Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen. In diesen Phasen sollen wasserstoff- oder ammoniakbetriebene Motorenkraftwerke gesicherte Leistung bereitstellen.
Everllence verweist darauf, dass Motorenkraftwerke schnell starten und ihre Leistung kurzfristig anpassen können. Das Unternehmen sieht darin eine Voraussetzung für den Einsatz als flexible Reservekapazitäten in einem Stromsystem mit hohem Anteil erneuerbarer Energien.
Everllence übernimmt die Entwicklung des Kraftwerks- und Motorenkonzepts einschließlich der Abgasnachbehandlung. Die WTZ Roßlau entwickelt die Brennverfahren für den Betrieb mit Wasserstoff und Ammoniak. Das FKFS erstellt Verbrennungssimulationen und unterstützt die Auslegung der Motoren.
Das Fraunhofer ISE untersucht die Klimabilanz der Kraftstoffe über ihren gesamten Lebenszyklus sowie mögliche Entwicklungen der Infrastruktur und der Importketten. Der Chemnitzer Energieversorger Eins bringt Anforderungen aus dem Betrieb von Gasmotorenkraftwerken in das Projekt ein und bewertet die Konzepte aus Sicht eines Kraftwerksbetreibers.
Freitag, 26.06.2026, 12:18 Uhr
Heidi Roider
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