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Energie & Management > Regenerative - EnBW neuerdings größter Direktvermarkter
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Regenerative

EnBW neuerdings größter Direktvermarkter

In dieses Jahr startet erstmals nicht mehr Statkraft Markets als der Direktvermarkter mit der größten Erneuerbaren-Leistung. Das zeigt die 17. Direktvermarktungs-Umfrage von E&M.
Zeitenwende bei der von Energie & Management seit 2013 veröffentlichten Branchenumfrage zur Direktvermarktung: Mit einem Plus von gut 2.000 MW auf 10.710 MW im Vergleich zum Ende des zurückliegenden Jahres katapultierte sich die Energie Baden- Württemberg (EnBW) erstmals an die Spitze.

Der Südwest-Konzern löste damit Dauer-Spitzenreiter Statkraft Markets ab, der ein Minus von 2.800 MW gemeldet hatte und zu Jahresbeginn über ein Portfolio von 9.200 MW verfügte. Keine der vorigen 16 Direktvermarktungs-Umfragen von E&M hatte einen größeren Schwund im Direktvermarktungssektor offengelegt wie die 17. Ausgabe.

In ähnlicher Größe wie bei Statkraft schrumpfte über den Jahreswechsel auch das Portfolio von BKW Energie / WET Wind Energy Trading, nämlich um 2.730 MW. Dagegen vergrößerten zwei Unternehmen ihr Portfolio: Mit Zuwächsen auf insgesamt 8.650 MW robbte sich Quadra Energy, eine Schwester des Windturbinen-Herstellers Enercon, eng an Statkraft heran. Auch Next Kraftwerke schaffte dank starker Solar-Performance erstmals den Sprung über 8.000 MW Portfolioumfang. 

Dass Statkraft nur auf Platz zwei ins Ziel gekommen ist, löste beim Team des nunmehr größten Direktvermarkters Erstaunen aus. „Damit haben wir ehrlicherweise nicht gerechnet“, betont Andreas Bader, Leiter Stromvermarktung Erneuerbare Energien und Batteriespeicher bei der EnBW, gegenüber E&M. Für den Sprung an die Spitze habe es nicht „den einen Grund allein gegeben“, erklärt Bader. „Wir sind nicht nur bei einem regenerativen Energieträger gewachsen, sondern bei fast allen.“

Unter anderem sei folgende Vertriebsstrategie bei Anlagenbetreibern gut angekommen: „Wir sind immer offen mit den gestiegenen Vermarktungsentgelten umgegangen, aber gleichzeitig haben wir stets auf die gestiegenen Erlöschancen infolge der erhöhten Marktwerte hingewiesen.“ 

 
Andreas Bader (EnBW)
Quelle: Statkraft

Für Statkraft Markets gibt es eine Reihe von Gründen, die zum enormen Schwund beim Direktvermarktungsportfolio geführt haben. Obenan stehen die Vermarktungskosten. „Bei den neuen Verträgen haben wir fairer kalkuliert, sodass eine Reihe unserer bisherigen Kunden sich von uns getrennt hat“, sagt Marc Kohlenbach. Er ist seit 2019 bei der Deutschland-Dependance des norwegischen Energiekonzerns für die Direktvermarktung hierzulande verantwortlich.

Die Debatte um die Erlösabschöpfung von September bis Mitte Dezember sowie die neuen Redispatch-2.0-Regelungen hätten die Vertragsverhandlungen zusätzlich belastet: „Gerade beim Redispatch, bei dem viele Vorgänge nicht mehr stärker automatisierbar sind, ist es zu Kostensteigerungen gekommen, die wir weitergeben mussten“, so Kohlenbach. 

Wie bei der 16. Direktvermarktungs-Umfrage fürs erste Halbjahr 2022 gab es Newcomer im Markt, die ihre Zahlen gemeldet haben: (Leag) Energy Cubes und CF Flex Power. Das Gründer-Quartett der CF Flex Power aus Jan Egidi, Max Amir Dieringer, Mirko Thoden und Amani Joas hat vorher das Direktvermarktungs-Handwerk bei der Next Kraftwerke in Köln gelernt, die ebenfalls an der Umfrage teilnahm, und damals zeitweise das größte Solar-Portfolio bundesweit gemanagt. 

Der größte Windstrom-Vermarkter ist seit 1. Januar Statkraft Markets (8.500 MW). Die größte Solarstrom-Leistung vermarktet Next Kraftwerke (5.649 MW), der größte Biomassestrom-Vermarkter ist Energy2Market (1.906 MW).

Die komplette 17. Direktvermarktungs-Umfrage zum Gesamtjahr 2022 erscheint am 1. Februar in der gedruckten Ausgabe der Fachzeitung Energie & Management. Mit aktuell 49 teilnehmenden Unternehmen, die zusammen knapp 102.000 MW meldeten (inklusive Doppelzählungen), und einer Historie seit 2009 ist es die breiteste Übersicht über diesen Sektor in der deutschsprachigen Energie-Publizistik. 

Es wurden auch abgefragt: 
  • die installierte Leistung unter Vertrag bei Wasserkraft und erdgasbasierter Kraft-Wärme-Kopplung,
  • die Vermarktungsleistung für Dritte als White Label, 
  • die Vermarktungsleistung in der förderfreien Direktvermarktung und in Power Purchase Agreements 
  • und diesmal auch, ob die aktuellen Gesetzgebungsprozesse der Vermarktung geschadet haben, 
  • wie der einzelne Direktvermarkter seine Chancen und Risiken einschätzt, sowie,
  • ob tatsächlich an Photovoltaik unter 500 kW Desinteresse herrscht. 

Montag, 23.01.2023, 14:37 Uhr
Ralf Kpke und Georg Eble
Energie & Management > Regenerative - EnBW neuerdings größter Direktvermarkter
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Regenerative
EnBW neuerdings größter Direktvermarkter
In dieses Jahr startet erstmals nicht mehr Statkraft Markets als der Direktvermarkter mit der größten Erneuerbaren-Leistung. Das zeigt die 17. Direktvermarktungs-Umfrage von E&M.
Zeitenwende bei der von Energie & Management seit 2013 veröffentlichten Branchenumfrage zur Direktvermarktung: Mit einem Plus von gut 2.000 MW auf 10.710 MW im Vergleich zum Ende des zurückliegenden Jahres katapultierte sich die Energie Baden- Württemberg (EnBW) erstmals an die Spitze.

Der Südwest-Konzern löste damit Dauer-Spitzenreiter Statkraft Markets ab, der ein Minus von 2.800 MW gemeldet hatte und zu Jahresbeginn über ein Portfolio von 9.200 MW verfügte. Keine der vorigen 16 Direktvermarktungs-Umfragen von E&M hatte einen größeren Schwund im Direktvermarktungssektor offengelegt wie die 17. Ausgabe.

In ähnlicher Größe wie bei Statkraft schrumpfte über den Jahreswechsel auch das Portfolio von BKW Energie / WET Wind Energy Trading, nämlich um 2.730 MW. Dagegen vergrößerten zwei Unternehmen ihr Portfolio: Mit Zuwächsen auf insgesamt 8.650 MW robbte sich Quadra Energy, eine Schwester des Windturbinen-Herstellers Enercon, eng an Statkraft heran. Auch Next Kraftwerke schaffte dank starker Solar-Performance erstmals den Sprung über 8.000 MW Portfolioumfang. 

Dass Statkraft nur auf Platz zwei ins Ziel gekommen ist, löste beim Team des nunmehr größten Direktvermarkters Erstaunen aus. „Damit haben wir ehrlicherweise nicht gerechnet“, betont Andreas Bader, Leiter Stromvermarktung Erneuerbare Energien und Batteriespeicher bei der EnBW, gegenüber E&M. Für den Sprung an die Spitze habe es nicht „den einen Grund allein gegeben“, erklärt Bader. „Wir sind nicht nur bei einem regenerativen Energieträger gewachsen, sondern bei fast allen.“

Unter anderem sei folgende Vertriebsstrategie bei Anlagenbetreibern gut angekommen: „Wir sind immer offen mit den gestiegenen Vermarktungsentgelten umgegangen, aber gleichzeitig haben wir stets auf die gestiegenen Erlöschancen infolge der erhöhten Marktwerte hingewiesen.“ 

 
Andreas Bader (EnBW)
Quelle: Statkraft

Für Statkraft Markets gibt es eine Reihe von Gründen, die zum enormen Schwund beim Direktvermarktungsportfolio geführt haben. Obenan stehen die Vermarktungskosten. „Bei den neuen Verträgen haben wir fairer kalkuliert, sodass eine Reihe unserer bisherigen Kunden sich von uns getrennt hat“, sagt Marc Kohlenbach. Er ist seit 2019 bei der Deutschland-Dependance des norwegischen Energiekonzerns für die Direktvermarktung hierzulande verantwortlich.

Die Debatte um die Erlösabschöpfung von September bis Mitte Dezember sowie die neuen Redispatch-2.0-Regelungen hätten die Vertragsverhandlungen zusätzlich belastet: „Gerade beim Redispatch, bei dem viele Vorgänge nicht mehr stärker automatisierbar sind, ist es zu Kostensteigerungen gekommen, die wir weitergeben mussten“, so Kohlenbach. 

Wie bei der 16. Direktvermarktungs-Umfrage fürs erste Halbjahr 2022 gab es Newcomer im Markt, die ihre Zahlen gemeldet haben: (Leag) Energy Cubes und CF Flex Power. Das Gründer-Quartett der CF Flex Power aus Jan Egidi, Max Amir Dieringer, Mirko Thoden und Amani Joas hat vorher das Direktvermarktungs-Handwerk bei der Next Kraftwerke in Köln gelernt, die ebenfalls an der Umfrage teilnahm, und damals zeitweise das größte Solar-Portfolio bundesweit gemanagt. 

Der größte Windstrom-Vermarkter ist seit 1. Januar Statkraft Markets (8.500 MW). Die größte Solarstrom-Leistung vermarktet Next Kraftwerke (5.649 MW), der größte Biomassestrom-Vermarkter ist Energy2Market (1.906 MW).

Die komplette 17. Direktvermarktungs-Umfrage zum Gesamtjahr 2022 erscheint am 1. Februar in der gedruckten Ausgabe der Fachzeitung Energie & Management. Mit aktuell 49 teilnehmenden Unternehmen, die zusammen knapp 102.000 MW meldeten (inklusive Doppelzählungen), und einer Historie seit 2009 ist es die breiteste Übersicht über diesen Sektor in der deutschsprachigen Energie-Publizistik. 

Es wurden auch abgefragt: 
  • die installierte Leistung unter Vertrag bei Wasserkraft und erdgasbasierter Kraft-Wärme-Kopplung,
  • die Vermarktungsleistung für Dritte als White Label, 
  • die Vermarktungsleistung in der förderfreien Direktvermarktung und in Power Purchase Agreements 
  • und diesmal auch, ob die aktuellen Gesetzgebungsprozesse der Vermarktung geschadet haben, 
  • wie der einzelne Direktvermarkter seine Chancen und Risiken einschätzt, sowie,
  • ob tatsächlich an Photovoltaik unter 500 kW Desinteresse herrscht. 

Montag, 23.01.2023, 14:37 Uhr
Ralf Kpke und Georg Eble

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