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Energie & Management > Gas - Die Verzögerungen im LNG-Export kumulieren sich
Quelle: Shutterstock / Igor Grochev
Gas

Die Verzögerungen im LNG-Export kumulieren sich

Laut dem jüngsten vierteljährlichen Gasmarktbericht der IEA hat sich der Ausblick für den globalen Erdgasmarkt durch den Konflikt im Nahen Osten erheblich verändert.
Ein massiver Versorgungsschock erschüttert die Marktgrundlagen und verzögert eine erwartete Welle neuer LNG-Lieferungen, so die Internationale Energie-Agentur in ihrem Quartalsbericht über den Gasmarkt.

Vor der Krise hatte ein starkes Wachstum des LNG-Angebots – gestützt durch neue Verflüssigungskapazitäten, vor allem in Nordamerika – zur Entspannung der Preise beigetragen. Der weltweite LNG-Handel war im Zeitraum Oktober bis Februar im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent gestiegen. Die Referenzpreise für Erdgas hatten in Europa und Asien im selben Fünfmonatszeitraum um rund 25 Prozent nachgegeben. 

Anfang März hat sich die Marktsituation umgekehrt. Die seitdem andauernden Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben zu beispielloser Unsicherheit geführt: Fast 20 Prozent der weltweiten LNG-Lieferungen sind dem Markt entzogen. In wichtigen Importregionen wurden starke Preisanstiege ausgelöst. Die Erdgaspreise in Asien und Europa stiegen auf den höchsten Stand seit Januar 2023, was zu einem Rückgang der Erdgasnachfrage in wichtigen LNG-Importmärkten beitrug. 

Die Verladungen von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sanken im März im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Milliarden Kubikmeter. Dieser starke Rückgang wurde teilweise durch eine höhere LNG-Produktion aus neuen Projekten in Nordamerika und Afrika ausgeglichen. Zudem sanken die weltweiten LNG-Lieferungen zunächst weniger stark als die Verladungen, da sich die Auswirkungen der Unterbrechung aufgrund der Transportzeiten erst verzögert bemerkbar machen. Jeder Monat, in dem keine Ladungen die Meerenge passieren, führt allerdings zu einem Verlust von rund 10 Milliarden Kubikmetern an LNG-Lieferungen. 

Die mittelfristigen Schäden für den Katar und die Welt

Über die unmittelbaren Störungen hinaus dürfte die Krise Auswirkungen auf die mittelfristigen Aussichten haben. Die durch Angriffe auf Katars LNG-Anlagen verursachten Schäden könnten die LNG-Produktion des Landes um nahezu 70 Milliarden Kubikmeter bis 2030 verringern, unter der Annahme einer Reparaturdauer von vier Jahren. Darüber hinaus könnte eine Verzögerung des North-Field-East-Erweiterungsprojekts die LNG-Versorgung bis 2030 um insgesamt fast 20 Milliarden Kubikmeter reduzieren. Berücksichtigt man die kombinierten Auswirkungen der kurzfristigen Versorgungsunterbrechungen und der mittelfristigen Folgen für die Versorgung, ist von einem kumulativen Verlust von rund 120 Milliarden Kubikmetern für den Zeitraum bis 2030 auszugehen. Dadurch dürften sich die Auswirkungen der erwarteten weltweiten LNG-Expansionswelle um mindestens zwei Jahre verzögern.

Der Bericht der IEA unterstreicht die Bedeutung einer Stärkung der globalen Gasversorgungssicherheit durch anhaltende angemessene Investitionen entlang der gesamten LNG-Wertschöpfungskette und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zwischen Produzenten und Verbrauchern. Er weist zudem auf die Vorteile hin, die ein diversifiziertes Portfolio an langfristigen Verträgen für Gasimporteure hinsichtlich der Abmilderung von Preisschwankungen in Zeiten von Versorgungsstörungen mit sich bringen kann. 

Freitag, 24.04.2026, 16:30 Uhr
Hans-Wilhelm Schiffer
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Die Verzögerungen im LNG-Export kumulieren sich
Laut dem jüngsten vierteljährlichen Gasmarktbericht der IEA hat sich der Ausblick für den globalen Erdgasmarkt durch den Konflikt im Nahen Osten erheblich verändert.
Ein massiver Versorgungsschock erschüttert die Marktgrundlagen und verzögert eine erwartete Welle neuer LNG-Lieferungen, so die Internationale Energie-Agentur in ihrem Quartalsbericht über den Gasmarkt.

Vor der Krise hatte ein starkes Wachstum des LNG-Angebots – gestützt durch neue Verflüssigungskapazitäten, vor allem in Nordamerika – zur Entspannung der Preise beigetragen. Der weltweite LNG-Handel war im Zeitraum Oktober bis Februar im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent gestiegen. Die Referenzpreise für Erdgas hatten in Europa und Asien im selben Fünfmonatszeitraum um rund 25 Prozent nachgegeben. 

Anfang März hat sich die Marktsituation umgekehrt. Die seitdem andauernden Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben zu beispielloser Unsicherheit geführt: Fast 20 Prozent der weltweiten LNG-Lieferungen sind dem Markt entzogen. In wichtigen Importregionen wurden starke Preisanstiege ausgelöst. Die Erdgaspreise in Asien und Europa stiegen auf den höchsten Stand seit Januar 2023, was zu einem Rückgang der Erdgasnachfrage in wichtigen LNG-Importmärkten beitrug. 

Die Verladungen von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sanken im März im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Milliarden Kubikmeter. Dieser starke Rückgang wurde teilweise durch eine höhere LNG-Produktion aus neuen Projekten in Nordamerika und Afrika ausgeglichen. Zudem sanken die weltweiten LNG-Lieferungen zunächst weniger stark als die Verladungen, da sich die Auswirkungen der Unterbrechung aufgrund der Transportzeiten erst verzögert bemerkbar machen. Jeder Monat, in dem keine Ladungen die Meerenge passieren, führt allerdings zu einem Verlust von rund 10 Milliarden Kubikmetern an LNG-Lieferungen. 

Die mittelfristigen Schäden für den Katar und die Welt

Über die unmittelbaren Störungen hinaus dürfte die Krise Auswirkungen auf die mittelfristigen Aussichten haben. Die durch Angriffe auf Katars LNG-Anlagen verursachten Schäden könnten die LNG-Produktion des Landes um nahezu 70 Milliarden Kubikmeter bis 2030 verringern, unter der Annahme einer Reparaturdauer von vier Jahren. Darüber hinaus könnte eine Verzögerung des North-Field-East-Erweiterungsprojekts die LNG-Versorgung bis 2030 um insgesamt fast 20 Milliarden Kubikmeter reduzieren. Berücksichtigt man die kombinierten Auswirkungen der kurzfristigen Versorgungsunterbrechungen und der mittelfristigen Folgen für die Versorgung, ist von einem kumulativen Verlust von rund 120 Milliarden Kubikmetern für den Zeitraum bis 2030 auszugehen. Dadurch dürften sich die Auswirkungen der erwarteten weltweiten LNG-Expansionswelle um mindestens zwei Jahre verzögern.

Der Bericht der IEA unterstreicht die Bedeutung einer Stärkung der globalen Gasversorgungssicherheit durch anhaltende angemessene Investitionen entlang der gesamten LNG-Wertschöpfungskette und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zwischen Produzenten und Verbrauchern. Er weist zudem auf die Vorteile hin, die ein diversifiziertes Portfolio an langfristigen Verträgen für Gasimporteure hinsichtlich der Abmilderung von Preisschwankungen in Zeiten von Versorgungsstörungen mit sich bringen kann. 

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Hans-Wilhelm Schiffer

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