Die Mitglieder des Aufsichtsrates bei der Unterzeichnung des langfristigen Wärmeliefervertrag zwischen den Stadtwerke Dessau und der Novocarbo. Quelle: Stadtwerke Dessau
Die Stadtwerke Dessau wollen künftig 13,5 Millionen kWh aus einer Pyrolyse-Anlage in ihr Fernwärmenetz einspeisen.
Biogene Reststoffe wie Holzhackschnitzel oder Fruchtkerne für die Wärmewende in Dessau: Der kommunale Versorger der Stadt hat mit den Hamburger Klimatechnik-Unternehmen Novocarbo und Hevella Carbon einen langfristigen Wärmeabnahmevertrag geschlossen.
Wie die Stadtwerke mitteilen, erhalten sie jährlich bis zu 13,5 Millionen kWh Wärme aus einer noch zu errichtenden Pyrolyseanlage. Der Vertrag hat dem Vernehmen nach eine Laufzeit von 15 Jahren ab Inbetriebnahme. Der Start soll spätestens zum 1. Januar 2028 erfolgen.
Erzeugt wird die Wärmeerzeugung per „Biochar Carbon Removal“. Bei dem Verfahren werden biogene Reststoffe unter hohen Temperaturen von 600 bis 700 Grad Celsius pyrolysiert, wie Novocarbo erklärt. Neben Pflanzenkohle entsteht Abwärme, die in das Fernwärmesystem eingespeist werden soll. Der in der Pflanzenkohle gebundene Kohlenstoff könne in nachgelagerten Anwendungen eingesetzt werden – etwa in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder in Baustoffen.
Die Anlage ist Teil der kommunalen Wärmewende in Dessau-Roßlau. Grundlage dafür sind die kommunale Wärmeplanung sowie der Transformationsplan der Stadtwerke. Dieser sieht vor, bis 2030 mindestens 30 Prozent erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme in die Fernwärme zu integrieren.
„Die Nutzung unvermeidbarer Abwärme aus der Pflanzenkohleproduktion ist ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz. So können wir fossile Energieträger schrittweise durch innovative Wärmequellen ersetzen und unsere Fernwärmeversorgung nachhaltig in Richtung Klimaneutralität weiterentwickeln“, kommentiert Stadtwerke-Geschäftsführer Dino Höll die Vereinbarung.
Freitag, 17.04.2026, 12:57 Uhr
Manfred Fischer
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