E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Wärme - Winter mit stabilen Verbräuchen trotz Energiekrise
Quelle: Pixabay / ri
Wärme

Winter mit stabilen Verbräuchen trotz Energiekrise

Der Energiedienstleister Techem analysierte bundesweit den Heizenergieverbrauch der Saison 2025/2026 und stellt stabile Verbräuche sowie regionale Unterschiede bei den Kosten fest.
Der Heizenergieverbrauch in Deutschland ist in der Saison 2025/2026 weitgehend stabil geblieben. Das geht aus einer Analyse des Energiedienstleisters Techem mit Sitz in Eschborn hervor. Grundlage sind unterjährige Verbrauchsdaten für die Monate Oktober 2025 bis März 2026. Sowohl nominal als auch witterungsbereinigt zeigen die Werte laut Unternehmen keine nennenswerten Veränderungen im Vergleich zur Vorsaison.

Die Auswertung basiert auf knapp 640.000 Nutzeinheiten, darunter rund 283.000 Wohnungen mit Erdgas, etwa 291.000 mit Fernwärme sowie gut 65.000 mit Heizöl. Laut Techem bewegten sich die Verbrauchsänderungen bei allen drei Energieträgern innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 1,5 Prozent. Eine strukturelle Verschiebung zwischen den Energieträgern sei nicht erkennbar. Das deute auf ein insgesamt konstantes Heizverhalten hin.

Im Saisonverlauf zeigten sich allerdings Unterschiede. Ein kälterer Januar führte zu einem höheren Heizbedarf, während ein ungewöhnlich milder März diesen Effekt ausglich. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich dadurch ein stabiles Bild auf dem Niveau der Heizperiode 2024/2025.

Heizkosten schwankten

Differenzierter fällt die Entwicklung bei den Heizkosten aus. Für Erdgas verzeichnet Techem im Vergleich zur Vorsaison einen durchschnittlichen Rückgang von 2,7 Prozent. Beim Heizöl sanken die Kosten zunächst deutlicher, bevor ein Anstieg um rund 20 Prozent im März den Effekt abschwächte. Insgesamt ergibt sich auch hier ein Rückgang um 2,7 Prozent im Zeitraum Oktober bis März. Fernwärme blieb mit einem Plus von 0,8 Prozent nahezu konstant.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen sanken die Kosten laut Auswertung um 4,4 Prozent, in Hessen um 4,2 Prozent und in Baden-Württemberg um 2,4 Prozent. Dagegen verzeichneten Berlin mit plus 7,5 Prozent, Brandenburg mit plus 6,5 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit plus 5,2 Prozent steigende Heizkosten.

Datenzugang für angepassten Verbrauch

Die aktuelle Energiekrise wirkt sich nach Einschätzung von Techem zeitverzögert aus. Für die Abrechnung der Saison 2025/2026 lasse sich noch kein signifikanter Einfluss feststellen. Höhere Kosten seien jedoch in der kommenden Heizperiode zu erwarten.

Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Techem-Gruppe, sieht in transparenten Verbrauchsdaten eine zentrale Grundlage für Effizienzmaßnahmen. Nutzende könnten ihr Heizverhalten auf dieser Basis besser einordnen und gezielt anpassen, erklärte er laut Unternehmen. Digitale Anwendungen wie vernetzte Heizungssteuerungen könnten zusätzlich dazu beitragen, Anlagen im Bestand effizienter zu betreiben.

Berlin heizte mehr mit Fernwärme

Parallel bestätigt ein Blick auf die Hauptstadt die stabile Nachfrage nach Heizenergie. Die BEW Berliner Energie und Wärme meldet für den Winter 2025/2026 eine erhöhte Fernwärmenachfrage. Zwischen Oktober und März speiste das Unternehmen 8,8 Prozent mehr Wärme in das Netz ein als im Vorjahr. Ursache war insbesondere eine Kältephase im Januar und Februar. Den höchsten Wert erreichte die Wärmelast laut BEW am 8. Januar 2026 mit 3.100 MW. Gleichzeitig lag die Verfügbarkeit der Erzeugungsanlagen in den Wintermonaten bei über 94 Prozent. Herausforderungen ergaben sich vor allem bei der Brennstofflogistik, da Wasserwege wegen Eis zeitweise nicht nutzbar waren und Transporte auf die Schiene verlagert werden mussten.

Mit dem Ende der Heizperiode hat die BEW nach eigenen Angaben bereits mit der Vorbereitung auf den kommenden Winter begonnen. Geplant sind umfangreiche Revisionen an mehreren Kraftwerksstandorten sowie die frühzeitige Beschaffung von Brennstoffen. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Preisschwankungen zu begrenzen.

Dienstag, 21.04.2026, 14:05 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Wärme - Winter mit stabilen Verbräuchen trotz Energiekrise
Quelle: Pixabay / ri
Wärme
Winter mit stabilen Verbräuchen trotz Energiekrise
Der Energiedienstleister Techem analysierte bundesweit den Heizenergieverbrauch der Saison 2025/2026 und stellt stabile Verbräuche sowie regionale Unterschiede bei den Kosten fest.
Der Heizenergieverbrauch in Deutschland ist in der Saison 2025/2026 weitgehend stabil geblieben. Das geht aus einer Analyse des Energiedienstleisters Techem mit Sitz in Eschborn hervor. Grundlage sind unterjährige Verbrauchsdaten für die Monate Oktober 2025 bis März 2026. Sowohl nominal als auch witterungsbereinigt zeigen die Werte laut Unternehmen keine nennenswerten Veränderungen im Vergleich zur Vorsaison.

Die Auswertung basiert auf knapp 640.000 Nutzeinheiten, darunter rund 283.000 Wohnungen mit Erdgas, etwa 291.000 mit Fernwärme sowie gut 65.000 mit Heizöl. Laut Techem bewegten sich die Verbrauchsänderungen bei allen drei Energieträgern innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 1,5 Prozent. Eine strukturelle Verschiebung zwischen den Energieträgern sei nicht erkennbar. Das deute auf ein insgesamt konstantes Heizverhalten hin.

Im Saisonverlauf zeigten sich allerdings Unterschiede. Ein kälterer Januar führte zu einem höheren Heizbedarf, während ein ungewöhnlich milder März diesen Effekt ausglich. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich dadurch ein stabiles Bild auf dem Niveau der Heizperiode 2024/2025.

Heizkosten schwankten

Differenzierter fällt die Entwicklung bei den Heizkosten aus. Für Erdgas verzeichnet Techem im Vergleich zur Vorsaison einen durchschnittlichen Rückgang von 2,7 Prozent. Beim Heizöl sanken die Kosten zunächst deutlicher, bevor ein Anstieg um rund 20 Prozent im März den Effekt abschwächte. Insgesamt ergibt sich auch hier ein Rückgang um 2,7 Prozent im Zeitraum Oktober bis März. Fernwärme blieb mit einem Plus von 0,8 Prozent nahezu konstant.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen sanken die Kosten laut Auswertung um 4,4 Prozent, in Hessen um 4,2 Prozent und in Baden-Württemberg um 2,4 Prozent. Dagegen verzeichneten Berlin mit plus 7,5 Prozent, Brandenburg mit plus 6,5 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit plus 5,2 Prozent steigende Heizkosten.

Datenzugang für angepassten Verbrauch

Die aktuelle Energiekrise wirkt sich nach Einschätzung von Techem zeitverzögert aus. Für die Abrechnung der Saison 2025/2026 lasse sich noch kein signifikanter Einfluss feststellen. Höhere Kosten seien jedoch in der kommenden Heizperiode zu erwarten.

Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Techem-Gruppe, sieht in transparenten Verbrauchsdaten eine zentrale Grundlage für Effizienzmaßnahmen. Nutzende könnten ihr Heizverhalten auf dieser Basis besser einordnen und gezielt anpassen, erklärte er laut Unternehmen. Digitale Anwendungen wie vernetzte Heizungssteuerungen könnten zusätzlich dazu beitragen, Anlagen im Bestand effizienter zu betreiben.

Berlin heizte mehr mit Fernwärme

Parallel bestätigt ein Blick auf die Hauptstadt die stabile Nachfrage nach Heizenergie. Die BEW Berliner Energie und Wärme meldet für den Winter 2025/2026 eine erhöhte Fernwärmenachfrage. Zwischen Oktober und März speiste das Unternehmen 8,8 Prozent mehr Wärme in das Netz ein als im Vorjahr. Ursache war insbesondere eine Kältephase im Januar und Februar. Den höchsten Wert erreichte die Wärmelast laut BEW am 8. Januar 2026 mit 3.100 MW. Gleichzeitig lag die Verfügbarkeit der Erzeugungsanlagen in den Wintermonaten bei über 94 Prozent. Herausforderungen ergaben sich vor allem bei der Brennstofflogistik, da Wasserwege wegen Eis zeitweise nicht nutzbar waren und Transporte auf die Schiene verlagert werden mussten.

Mit dem Ende der Heizperiode hat die BEW nach eigenen Angaben bereits mit der Vorbereitung auf den kommenden Winter begonnen. Geplant sind umfangreiche Revisionen an mehreren Kraftwerksstandorten sowie die frühzeitige Beschaffung von Brennstoffen. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Preisschwankungen zu begrenzen.

Dienstag, 21.04.2026, 14:05 Uhr
Susanne Harmsen

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.