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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Wechseln statt Laden
Quelle: Pixabay / Arek Socha
Elektrofahrzeuge

Wechseln statt Laden

Kürzere Standzeiten für E-Lkw und Unabhängigkeit vom Ladenetzausbau: Das verspricht das Batteriewechselkonzept der TU Berlin. Die zweijährige Testphase ist jetzt erfolgreich beendet.  
Der automatisierte Batteriewechsel schwerer E-Lkw ist unter Praxisbedingungen technisch umsetzbar und marktfähig. Das zeigt das abgeschlossene Projekt „eHaul“ der TU Berlin. In Zusammenarbeit mit Logistikunternehmen testete das Projektteam ein Jahr lang eine erste Wechselstation. Wie aus einer aktuellen Meldung der Forschungseinrichtung hervorgeht, war dieser erste Test „so erfolgreich, dass die TU Berlin zusammen mit den beiden beteiligten Speditionsunternehmen Unitax Pharmalogistik und Reinert Logistic eine Verlängerung um ein weiteres Jahr beschloss“. 

Dieses zweite Jahr ist nun vorbei, und die Beteiligten ziehen eine durchweg positive Bilanz: „Wir haben sehr viel gelernt“, lässt sich Prof. Dr. Stefanie Marker, Hochschuldozentin für Mobile Energiespeicher am Fachgebiet Elektrische Energiespeichertechnik der TU Berlin, in der Mitteilung zitieren:

„Das Konzept wurde für den Serienbetrieb in unserem Nachfolgeprojekt ‚UniSwapHD‘ nochmals weiterentwickelt, auch gemeinsam mit europäischen Lkw-Herstellern. Ein Weiterbetrieb der ersten Station mit öffentlichen Mitteln sehen wir daher als nicht mehr gerechtfertigt an. Vielmehr sollte nun der Fokus auf der Kommerzialisierung des skalierungsfähigen Systems liegen“. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hatte das Projekt mit fünf Millionen Euro gefördert

Das System ermöglicht den vollautomatischen Tausch von Batterien in wenigen Minuten – eine Alternative zum Schnellladen, das hohe Netzanschlussleistungen erfordert und längere Ladezeiten verursacht. Angesichts des für den Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur notwendigen, aber zeit- und kostenintensiven Netzausbaus könnte der Wechselansatz ein ergänzender Infrastrukturbaustein sein. 

Die im brandenburgischen Lübbenau errichtete Station wird nun für die weitere Nutzung an die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) überführt. 

Startup für die nächste Generation der Wechselstation

Das neu gegründete Startup „E▪HAUL GmbH“ entwickelt derzeit ein Wechselsystem der nächsten Generation. Dieses soll unter anderem durch einen Batterietausch von unten schneller und zuverlässiger funktionieren. Der Vorgang soll in weniger als fünf Minuten abgeschlossen sein, während die Fahrerin oder der Fahrer im Fahrzeug verbleibt. 

Für den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Wechselstationen sucht Ehaul derzeit Kapitalgeber. Die erste Finanzierungsrunde ist für das Jahr 2026 geplant. Das Unternehmen verfolgt einen typenoffenen Ansatz, um möglichst viele E-Lkw-Modelle einbinden zu können. 

Im Projekt „UniSwapHD“, das ebenfalls durch das BMWE gefördert wird, arbeiten TU Berlin und Industriepartner darüber hinaus an der Standardisierung von Wechselbatterien − auch mit Blick nach China, wo Batteriewechselsysteme bereits weit verbreitet sind. Eine DIN-Vornorm (DIN SPEC 91533) soll im ersten Quartal 2026 erscheinen. 

„Der Batteriewechsel ist die Methode, um klimafreundliche E-Lkw schnell in großer Zahl auf die Straße zu bringen“, sagt Stefanie Marker: „Europa sollte in der Lage sein, diese Schlüsseltechnologie selbst zu gestalten.“

Donnerstag, 15.01.2026, 12:30 Uhr
Katia Meyer-Tien
Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Wechseln statt Laden
Quelle: Pixabay / Arek Socha
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Wechseln statt Laden
Kürzere Standzeiten für E-Lkw und Unabhängigkeit vom Ladenetzausbau: Das verspricht das Batteriewechselkonzept der TU Berlin. Die zweijährige Testphase ist jetzt erfolgreich beendet.  
Der automatisierte Batteriewechsel schwerer E-Lkw ist unter Praxisbedingungen technisch umsetzbar und marktfähig. Das zeigt das abgeschlossene Projekt „eHaul“ der TU Berlin. In Zusammenarbeit mit Logistikunternehmen testete das Projektteam ein Jahr lang eine erste Wechselstation. Wie aus einer aktuellen Meldung der Forschungseinrichtung hervorgeht, war dieser erste Test „so erfolgreich, dass die TU Berlin zusammen mit den beiden beteiligten Speditionsunternehmen Unitax Pharmalogistik und Reinert Logistic eine Verlängerung um ein weiteres Jahr beschloss“. 

Dieses zweite Jahr ist nun vorbei, und die Beteiligten ziehen eine durchweg positive Bilanz: „Wir haben sehr viel gelernt“, lässt sich Prof. Dr. Stefanie Marker, Hochschuldozentin für Mobile Energiespeicher am Fachgebiet Elektrische Energiespeichertechnik der TU Berlin, in der Mitteilung zitieren:

„Das Konzept wurde für den Serienbetrieb in unserem Nachfolgeprojekt ‚UniSwapHD‘ nochmals weiterentwickelt, auch gemeinsam mit europäischen Lkw-Herstellern. Ein Weiterbetrieb der ersten Station mit öffentlichen Mitteln sehen wir daher als nicht mehr gerechtfertigt an. Vielmehr sollte nun der Fokus auf der Kommerzialisierung des skalierungsfähigen Systems liegen“. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hatte das Projekt mit fünf Millionen Euro gefördert

Das System ermöglicht den vollautomatischen Tausch von Batterien in wenigen Minuten – eine Alternative zum Schnellladen, das hohe Netzanschlussleistungen erfordert und längere Ladezeiten verursacht. Angesichts des für den Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur notwendigen, aber zeit- und kostenintensiven Netzausbaus könnte der Wechselansatz ein ergänzender Infrastrukturbaustein sein. 

Die im brandenburgischen Lübbenau errichtete Station wird nun für die weitere Nutzung an die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) überführt. 

Startup für die nächste Generation der Wechselstation

Das neu gegründete Startup „E▪HAUL GmbH“ entwickelt derzeit ein Wechselsystem der nächsten Generation. Dieses soll unter anderem durch einen Batterietausch von unten schneller und zuverlässiger funktionieren. Der Vorgang soll in weniger als fünf Minuten abgeschlossen sein, während die Fahrerin oder der Fahrer im Fahrzeug verbleibt. 

Für den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Wechselstationen sucht Ehaul derzeit Kapitalgeber. Die erste Finanzierungsrunde ist für das Jahr 2026 geplant. Das Unternehmen verfolgt einen typenoffenen Ansatz, um möglichst viele E-Lkw-Modelle einbinden zu können. 

Im Projekt „UniSwapHD“, das ebenfalls durch das BMWE gefördert wird, arbeiten TU Berlin und Industriepartner darüber hinaus an der Standardisierung von Wechselbatterien − auch mit Blick nach China, wo Batteriewechselsysteme bereits weit verbreitet sind. Eine DIN-Vornorm (DIN SPEC 91533) soll im ersten Quartal 2026 erscheinen. 

„Der Batteriewechsel ist die Methode, um klimafreundliche E-Lkw schnell in großer Zahl auf die Straße zu bringen“, sagt Stefanie Marker: „Europa sollte in der Lage sein, diese Schlüsseltechnologie selbst zu gestalten.“

Donnerstag, 15.01.2026, 12:30 Uhr
Katia Meyer-Tien

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