E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > E-Control - Vorerst keine Krise auf den Energiemärkten
Quelle: Fotolia / Bertold Werkmann
E-Control

Vorerst keine Krise auf den Energiemärkten

Staatliche Eingriffe bei den Strompreisen sind trotz des Kriegs im Iran nicht nötig, hieß es bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts des österreichischen Regulators für 2025. 
Österreichs Regulierungsbehörde E-Control sieht derzeit keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe bei den Strompreisen. Das betonte ihr scheidender Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am 17. März bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts der E-Control für das Jahr 2025. Urbantschitsch erläuterte, die den Haushalten angebotenen Nettopreise für Strom bewegten sich aktuell bei etwa 10 bis 11 Cent/kWh. Das sei durchaus „normal“. Für Kunden mit dynamischen Tarifen sei es allerdings ratsam, auf Tarife mit Fixpreisen umzusteigen: „Da gibt nach wie vor attraktive Angebote.“ Der Anteil der Kunden mit dynamischen Tarifen an der Gesamtzahl der etwa vier Millionen Haushaltskunden liegt laut Urbantschitsch „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“. 

Urbantschitsch ergänzte, wohl seien die Großhandelspreise für Strom und Gas infolge des US-amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran gestiegen: „Wir verzeichnen aber bei weitem nicht die Spitzen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 auftraten.“ Damals hätten die Maxima rund 600 Euro/MWh für Strom und 200 Euro/MWh für Erdgas betragen. Zurzeit werde Erdgas um etwa 50 Euro/MWh gehandelt: „Man kann daher zumindest vorerst noch nicht von einer Krise sprechen.“ Dauert der Krieg im Nahen Osten bis etwa in den Sommer an, ist der E-Control zufolge mit Auswirkungen auf die Strompreise für die Haushaltskunden zu rechnen. Als Richtwert nannte Urbantschitsch eine Erhöhung um etwa 1 Cent/kWh. Ein durchschnittlicher Haushalt benötigt rund 3.500 kWh/Jahr. 

Unzureichende Wechselraten

Als weiterhin unzureichend erachtet die E-Control laut Urbantschitsch die Wechselraten. Im Jahr 2025 wechselten etwa 5,4 Prozent der Kunden ihren Stromversorger und 6,3 Prozent ihren Gaslieferanten: „Da sehen wir nach wie vor viel Luft nach oben.“ Mit einem Wechsel beider Versorger ließen sich unter Umständen „mehrere hundert Euro pro Jahr“ einsparen. 

In den kommenden Tagen veröffentlicht die E-Control ihren „Fairnesskatalog“ zur weiteren Verbesserung des Umgangs der Energieunternehmen mit ihren Kunden, kündigte Urbantschitsch an. Wie berichtet, hatte die Behörde den 14 Seiten umfassenden Entwurf des Katalogs am 9. Dezember 2025 vorgestellt und in den vergangenen Monaten mit der Branche diskutiert. Das Dokument enthält acht „Fairnessgrundsätze“ samt Handlungsempfehlungen. Eine der Empfehlungen ist der Hinweis auf die Möglichkeit, monatliche Abrechnungen zu erhalten, eine weitere die Gleichbehandlung von Neu- und Bestandskunden. 

Ebenfalls in Bälde stellt die E-Control ihren Entwurf einer Musterrechnung für Strom sowie eine Liste mit Musterformulierungen für die Kundenkommunikation online, teilte Urbantschitsch auf Anfrage der Redaktion mit. Beides ist im Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vorgesehen, das Ende 2025 in Kraft trat. Urbantschitsch konstatierte, die Formulierungen stellten eine Hilfe für die Stromversorger dar, aber nicht mehr: „Die Verantwortung für die transparente Kommunikation mit den Kunden liegt natürlich weiter bei ihnen selbst.“ 

Steigende Netztarife

Urbantschitsch verlässt die E-Control per 25. März. Nach zwei Funktionsperioden im Vorstand durfte er sich nicht mehr um eine Vertragsverlängerung bewerben. Sein Kollege Alfons Haber bleibt für weitere fünf Jahre im Amt. Wie er festhielt, ist und bleibt das Vorantreiben der Energiewende eine der wichtigsten Aufgaben der E-Control. Dabei werde es insbesondere um den weiteren Ausbau der Stromnetze gehen. Die Netzbetreiber planten für den Zeitraum 2025 bis 2034 Investitionen von insgesamt etwa 29,5 Milliarden Euro: „Gegenüber den vorigen zehn Jahren ist das mehr als eine Verdopplung.“ Angesichts dessen rechnet die E-Control mit einem weiteren Anstieg der Netztarife, die sich für Haushalte im Zeitraum 2021 bis einschließlich 2025 für einen Durchschnittshaushalt um 70 Prozent auf 9,28 Cent/kWh erhöhten. 

Anders als in Deutschland legt in Österreich der Regulator die Netztarife fest. Grob gesprochen, erfolgt dies auf Basis einer jährlichen Prüfung der Kosten sowie des Mengengerüsts. Vorgesehen ist laut Haber, ab dem 1. Januar 2027 die Leistungskomponente in den Tarifen für die Haushalte stärker zu gewichten. 

Bei den Gasnetzen steht dem gegenüber eine „strategische Neuausrichtung“ an, konstatierte Haber. Tendenziell sinke der Verbrauch, die Kosten blieben jedoch unverändert. Dies führe zu höheren Netzentgelten. Der Tätigkeitsbericht der E-Control verweist in diesem Zusammenhang auf die Stilllegungsplanung der EU hinsichtlich der Gas-Verteilnetze. Deren Ausgestaltung werde „voraussichtlich in den nächsten Monaten“ erfolgen. 

Der Tätigkeitsbericht ist auf der Website der E-Control verfügbar. 

Dienstag, 17.03.2026, 14:00 Uhr
Klaus Fischer
Energie & Management > E-Control - Vorerst keine Krise auf den Energiemärkten
Quelle: Fotolia / Bertold Werkmann
E-Control
Vorerst keine Krise auf den Energiemärkten
Staatliche Eingriffe bei den Strompreisen sind trotz des Kriegs im Iran nicht nötig, hieß es bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts des österreichischen Regulators für 2025. 
Österreichs Regulierungsbehörde E-Control sieht derzeit keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe bei den Strompreisen. Das betonte ihr scheidender Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am 17. März bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts der E-Control für das Jahr 2025. Urbantschitsch erläuterte, die den Haushalten angebotenen Nettopreise für Strom bewegten sich aktuell bei etwa 10 bis 11 Cent/kWh. Das sei durchaus „normal“. Für Kunden mit dynamischen Tarifen sei es allerdings ratsam, auf Tarife mit Fixpreisen umzusteigen: „Da gibt nach wie vor attraktive Angebote.“ Der Anteil der Kunden mit dynamischen Tarifen an der Gesamtzahl der etwa vier Millionen Haushaltskunden liegt laut Urbantschitsch „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“. 

Urbantschitsch ergänzte, wohl seien die Großhandelspreise für Strom und Gas infolge des US-amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran gestiegen: „Wir verzeichnen aber bei weitem nicht die Spitzen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 auftraten.“ Damals hätten die Maxima rund 600 Euro/MWh für Strom und 200 Euro/MWh für Erdgas betragen. Zurzeit werde Erdgas um etwa 50 Euro/MWh gehandelt: „Man kann daher zumindest vorerst noch nicht von einer Krise sprechen.“ Dauert der Krieg im Nahen Osten bis etwa in den Sommer an, ist der E-Control zufolge mit Auswirkungen auf die Strompreise für die Haushaltskunden zu rechnen. Als Richtwert nannte Urbantschitsch eine Erhöhung um etwa 1 Cent/kWh. Ein durchschnittlicher Haushalt benötigt rund 3.500 kWh/Jahr. 

Unzureichende Wechselraten

Als weiterhin unzureichend erachtet die E-Control laut Urbantschitsch die Wechselraten. Im Jahr 2025 wechselten etwa 5,4 Prozent der Kunden ihren Stromversorger und 6,3 Prozent ihren Gaslieferanten: „Da sehen wir nach wie vor viel Luft nach oben.“ Mit einem Wechsel beider Versorger ließen sich unter Umständen „mehrere hundert Euro pro Jahr“ einsparen. 

In den kommenden Tagen veröffentlicht die E-Control ihren „Fairnesskatalog“ zur weiteren Verbesserung des Umgangs der Energieunternehmen mit ihren Kunden, kündigte Urbantschitsch an. Wie berichtet, hatte die Behörde den 14 Seiten umfassenden Entwurf des Katalogs am 9. Dezember 2025 vorgestellt und in den vergangenen Monaten mit der Branche diskutiert. Das Dokument enthält acht „Fairnessgrundsätze“ samt Handlungsempfehlungen. Eine der Empfehlungen ist der Hinweis auf die Möglichkeit, monatliche Abrechnungen zu erhalten, eine weitere die Gleichbehandlung von Neu- und Bestandskunden. 

Ebenfalls in Bälde stellt die E-Control ihren Entwurf einer Musterrechnung für Strom sowie eine Liste mit Musterformulierungen für die Kundenkommunikation online, teilte Urbantschitsch auf Anfrage der Redaktion mit. Beides ist im Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vorgesehen, das Ende 2025 in Kraft trat. Urbantschitsch konstatierte, die Formulierungen stellten eine Hilfe für die Stromversorger dar, aber nicht mehr: „Die Verantwortung für die transparente Kommunikation mit den Kunden liegt natürlich weiter bei ihnen selbst.“ 

Steigende Netztarife

Urbantschitsch verlässt die E-Control per 25. März. Nach zwei Funktionsperioden im Vorstand durfte er sich nicht mehr um eine Vertragsverlängerung bewerben. Sein Kollege Alfons Haber bleibt für weitere fünf Jahre im Amt. Wie er festhielt, ist und bleibt das Vorantreiben der Energiewende eine der wichtigsten Aufgaben der E-Control. Dabei werde es insbesondere um den weiteren Ausbau der Stromnetze gehen. Die Netzbetreiber planten für den Zeitraum 2025 bis 2034 Investitionen von insgesamt etwa 29,5 Milliarden Euro: „Gegenüber den vorigen zehn Jahren ist das mehr als eine Verdopplung.“ Angesichts dessen rechnet die E-Control mit einem weiteren Anstieg der Netztarife, die sich für Haushalte im Zeitraum 2021 bis einschließlich 2025 für einen Durchschnittshaushalt um 70 Prozent auf 9,28 Cent/kWh erhöhten. 

Anders als in Deutschland legt in Österreich der Regulator die Netztarife fest. Grob gesprochen, erfolgt dies auf Basis einer jährlichen Prüfung der Kosten sowie des Mengengerüsts. Vorgesehen ist laut Haber, ab dem 1. Januar 2027 die Leistungskomponente in den Tarifen für die Haushalte stärker zu gewichten. 

Bei den Gasnetzen steht dem gegenüber eine „strategische Neuausrichtung“ an, konstatierte Haber. Tendenziell sinke der Verbrauch, die Kosten blieben jedoch unverändert. Dies führe zu höheren Netzentgelten. Der Tätigkeitsbericht der E-Control verweist in diesem Zusammenhang auf die Stilllegungsplanung der EU hinsichtlich der Gas-Verteilnetze. Deren Ausgestaltung werde „voraussichtlich in den nächsten Monaten“ erfolgen. 

Der Tätigkeitsbericht ist auf der Website der E-Control verfügbar. 

Dienstag, 17.03.2026, 14:00 Uhr
Klaus Fischer

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.