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VDE FNN sieht im Smart Meter Light keine Alternative zum intelligenten Messsystem. Stattdessen könnte die konsequente Umsetzung des 1:n-Prinzips den Rollout beschleunigen.
Die Debatte um ein Smart Meter Light ist nach der Ankündigung der Regierungskoalition im Bund wieder aufgeflammt. Im Gespräch mit E&M hat Frank Borchardt vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb die Position des Gremiums, das die technischen Regeln für die Stromnetze im VDE erarbeitet, zu einer abgespeckten Version eines intelligenten Messsystems erläutert.
Zuvor hatte VDE FNN in einem „Impulspapier“ einen Vorschlag der „Smart-Meter-Initiative“, in der sich die Energieanbieter Octopus Energy, Rabot Energy, Ostrom und Tibber zusammengeschlossen haben, einer Bewertung unterzogen. Diese hatten im Juli des laufenden Jahres „technische und regulatorische Umsetzungsoptionen für einen kostengünstigen und cybersicheren Rollout-Pfad außerhalb der Pflichteinbaufälle“ beschrieben.
Die Autoren des VDE teilen ausdrücklich das Ziel, mehr Kunden Zugang zu digitalen Messdaten und damit etwa zu dynamischen Tarifen zu verschaffen. Es wird jedoch schnell deutlich, dass sie den von den Energieanbietern vorgeschlagenen Weg nicht mitgehen. Schon am Anfang des Management Summary geben sie zu verstehen: „Das Konzeptpapier der Smart-Meter-Initiative weist keine kostengünstigere, zugelassene, interoperable und massenmarktfähige Gesamtlösung für ein ‚Smart Meter Light‘ nach.“ Stattdessen drohe eine Fragmentierung des Messwesens in parallele Geräte-, Kommunikations-, Sicherheits- und Administrationsstrukturen. Viele der im Konzeptpapier adressierten Herausforderungen seien mit dem intelligenten Messsystem bereits gelöst, heißt es vonseiten des Verbands, der dies anhand von „Mythen“ erläutert.
Cybersicherheit spricht für das intelligente Messsystem
Mythos 1 lautet, der Rollout in Deutschland sei kompliziert, teuer und komme nicht voran. Mythos 2 bezieht sich auf die zahlreichen mutmaßlich von den meisten Kunden nicht benötigten Funktionen des intelligenten Messsystems und Mythos 3 ist laut FNN der Vorwurf, zu viele Messstellenbetreiber würden ihre Aufgabe nicht erfüllen. Deshalb stocke der Rollout.
Im Grunde sei das Smart Meter Light ein vertriebsgetriebenes Thema, sagt Frank Borchardt. Davon sei die netzdienliche Steuerung von Anlagen zu unterscheiden. Vor diesem Hintergrund stellt er rhetorische Fragen: „Soll man jetzt gedanklich immer den Spagat zwischen beiden Sichtweisen machen und definieren, dass alle Messungen im Sinne der Netzdienlichkeit über das intelligente Messsystem erfolgen, dem Messstellenbetreiber obliegen und über die Preisobergrenze abgerechnet werden? Das Messwesen, das sich auf die flexiblen Tarife bezieht und mit dem zum Beispiel Direktvermarkter oder Aggregatoren ihr Geld verdienen – soll das dann über ein Smart Meter Light abgewickelt werden?“
Um ein signifikantes Flexibilitätspotenzial vermarkten zu können, müssten viele Anlagen gebündelt werden. „Damit haben wir ein Cybersicherheitsthema, bei dem wir um ein intelligentes Messsystem nicht herumkommen“, stellt er klar.
Einer späteren Aufrüstung des Smart Meter Light erteilt Borchardt eine Absage. Erst eine Parallelinfrastruktur aufzubauen bis zu dem Punkt, an dem man realisiert, doch ein intelligentes Messsystem zu benötigen, biete keinen langfristigen Nutzen.
Statt mit einer Smart-Meter-Light-Variante wertvolle Ressourcen und Zeit zu vergeuden, plädieren Borchardt und seine Kolleginnen und Kollegen von VDE FNN für eine klare regulatorische Verankerung von Kooperationsmodellen zwischen wettbewerblichen und grundzuständigen Messstellenbetreibern. Außerdem könne eine konsequente Umsetzung des sogenannten 1:n-Prinzips, also die Anbindung mehrerer elektronischer Zähler an ein Smart Meter Gateway, den Rollout erheblich beschleunigen – vor allem im Segment der Mehrfamilienhäuser und damit auch den Kundinnen und Kunden dort den Weg zu flexiblen Tarifen ebnen. (fw)
Einen ausführlichen Beitrag zur Position des VDE FNN und das vollständige Interview mit Frank Borchardt lesen Sie in der Print-Ausgabe von Energie & Management am 1. Oktober.
Montag, 28.09.2026, 09:03 Uhr
Fritz Wilhelm
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