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Die erste Schiffsladung mit LNG aus den USA traf am LNG-Terminal der Deutschen Regas auf Rügen ein. Über Lubmin und Polen gelangt das regasifizierte Gas weiter in die Ukraine.
Über die erste Schiffsladung für die Ukraine am deutschen Terminal Mukran auf
Rügen an der Ostsee informierte der ukrainische Gasversorger Naftogaz am 23. Februar. Das LNG komme aus den USA und werde von der französischen Total Energies geliefert. Nach der Regasifizierung soll die Deutsche Regas das Gas über Pipelines durch Polen an die Ukraine duchleiten, um dort dem Gasbedarf im Februar zu decken.
„Dieser Winter ist aufgrund des ständigen Beschusses der Gasinfrastruktur und der extremen Kälte der schwierigste seit Kriegsbeginn“, erklärte Sergii Koretskyi, CEO von Naftogaz. Daher arbeite Naftogaz mit internationalen Partnern zusammen, um Bezugsquellen und Transportwege zu diversifizieren und so für eine stabile Versorgung der ukrainischen Bevölkerung zu sorgen.
Die Partnerschaft mit der Deutschen Regas, dem Betreiber des einzigen privat finanzierten LNG-Terminals in Deutschland, eröffne der Ukraine einen neuen zuverlässigen Importweg für das laufende Jahr. „Diese Vereinbarung ist nur der erste Schritt hin zu einer langfristigen Zusammenarbeit“, unterstrich Koretskyi.
Strategischer Standort für Mittel- und Osteuropa
„Die erste Lieferung von regasifiziertem LNG aus Deutschland in die Ukraine war nur dank der professionellen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Partner möglich“, sagte Ingo Wagner, CEO Deutsche Regas. Dies sei ein direkter Beitrag zur ukrainischen Energiesicherheit und „unterstreicht die strategische Bedeutung unseres Standorts, nicht nur für den europäischen Markt, sondern insbesondere für unsere mittel- und osteuropäischen Nachbarn.“
Das LNG-Terminal im Industriehafen Mukran auf Rügen ist seit September 2024 im Regelbetrieb. Es verfügt über eine Einspeisekapazität von bis zu 13,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Jahr und regasifizierte in den letzten drei Monaten das meiste Gas in Europa, teilte die Deutsche Regas Anfang Februar mit.
Für Naftogaz ist es ein konsequenter Schritt, sämtliche Optionen zum LNG-Import über die Ostsee zu nutzen, da der Transport über den Norden Medienberichten zufolge weniger kostenintensiv ist als über Griechenland und den längeren Vertkalen Korridor im Süden.
Im November vereinbarte Naftogaz mit dem polnischen Unternehmen Orlen LNG-Lieferungen aus den USA für das erste Quartal 2026. Die erste Charge davon ist am polnischen LNG-Terminal Swinemünde Ende Januar eingetroffen, teilte Naftogaz Anfang Februar mit. Der Lieferumfang betrage 100 Millionen Kubikmeter Gas und könne rund 700.000 Familien einen Wintermonat lang versorgen.
„Die nächsten Lieferungen amerikanischen Gases sind bereits vertraglich gesichert und werden im Februar und März in die Ukraine geliefert“, sagte Koretskyi. Insgesamt könnten die LNG-Lieferungen aus den USA an die Ukraine in diesem Jahr 1 Milliarde Kubikmeter erreichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung eines stabilen Energiebetriebs unter Kriegsbedingungen leisten.
Betrieb in Litauen
Orlen ist außerdem in Litauen aktiv. Im Mai 2025 hat Orlen seine erste LNG-Fracht für die Ukraine hier gelöscht. Mehr als 150.000 Kubikmeter LNG stammten vom Cameron-Verflüssigungsterminal in den USA. Der Gastransport von Klaipeda erfolgte über die Gasverbindungsgasleitung zwischen Litauen und Polen und von dort zur polnisch-ukrainischen Grenze.
Diesen Transportweg nutzte im November 2025 auch das ukrainische Energieunternehmen DTEK für seine erste LNG-Fracht aus den USA. Nach Unternehmensangaben traf die Lieferung am 17. November 2025 in Klaipeda ein; das Schiff brachte rund rund 100 Millionen Kubikmeter Erdgas.
Dienstag, 24.02.2026, 16:57 Uhr
Josephine Bollinger-Kanne
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