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Tion Renewables hat zum 1. Januar das operative Geschäft und alle Mitarbeitenden von Clearvise übernommen. Das Wind- und PV-Portfolio beider Unternehmen beträgt nun knapp 1.000 MW.
Die Outsourcing-Vereinbarung zwischen der Tion Renewables GmbH und der Clearvise AG ist seit dem 1. Januar 2026 vollständig wirksam. Das teilten beide Unternehmen am 15. Januar mit.
Die Vereinbarung war bereits am 24. September 2025 geschlossen worden und bildet einen zentralen Baustein der strategischen Neuausrichtung von Clearvise hin zu einer dividendenorientierten und kosteneffizienten „YieldCo“, wie es in der Mitteilung heißt. Der Begriff „YieldCo“ stammt aus dem angelsächsischen Finanz- und Energiemarkt und bezeichnet Unternehmen, deren Hauptzweck in der Erwirtschaftung und Ausschüttung stabiler laufender Erträge liegt.
Mit dem Schritt habe Tion Renewables wesentliche operative Geschäftsaktivitäten von Clearvise übernommen. Zudem wechselten sämtliche Mitarbeitenden von Clearvise zu Tion. Tion Renewables ist ein Erzeuger erneuerbarer Energien mit Hauptsitz in München, der Wind- und Solarparks in mehreren europäischen Ländern betreibt. Die Clearvise AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein börsennotierter Betreiber von Onshore-Wind- und Solaranlagen.
Kombinierte Anlagen von fast 1.000 MW
Laut den Unternehmen soll das vollständige Outsourcing Clearvise ermöglichen, sich stärker auf die Rolle als Eigentümerin eines Bestandsportfolios zu konzentrieren. Ende 2025 verwaltete Clearvise ein Onshore-Wind- und Solarportfolio von rund 489 MW, davon 388 MW in Betrieb. Tion Renewables betrieb zu diesem Zeitpunkt eigene Anlagen mit einer Leistung von rund 430 MW. Durch die Bündelung ergibt sich ein kombiniertes Portfolio von knapp 1.000 MW.
Tion ist zugleich der größte Minderheitsaktionär von Clearvise und unterstützt nach eigenen Angaben den strategischen Kurswechsel. Aus Sicht von Tion biete die Integration des Clearvise-Teams auch Vorteile für die eigene Unternehmensentwicklung. Laut Tion schafft das größere verwaltete Portfolio Skaleneffekte im Betrieb, beschleunigt die Digitalisierung von Prozessen und ermöglicht einen effizienteren Einsatz von spezialisiertem Fachpersonal. Davon sollen beide Unternehmen profitieren.
Führungswechsel erfolgt
Mit dem neuen Zuschnitt sind auch personelle Veränderungen bei Tion Renewables verbunden. Mitgründer Christoph Strasser wird seine Funktion als Chief Investment Officer im Sommer 2026 auf eigenen Wunsch niederlegen und das Unternehmen verlassen. Mitbegründer Martin Siddiqui ist bereits Ende 2025 aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Bereits im Oktober 2025 hatte Manuel Sieth, zuvor CFO von Clearvise, die Position des CFO bei Tion Renewables übernommen. Zusätzlich verantwortet er nun auch die Funktion des CIO. Oliver Störkel, bislang Head of Asset Management bei Clearvise, leitet künftig den Bereich Asset Management & Execution bei Tion. Martin Lemmer, zuvor Investment Director DACH, wurde zum Head of Investment Management befördert.
Donnerstag, 15.01.2026, 15:06 Uhr
Susanne Harmsen
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