E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Regenerative - Studie sieht Bedrohung für den Jobmotor Erneuerbare
Quelle: Pixabay / Alex Csiki
Regenerative

Studie sieht Bedrohung für den Jobmotor Erneuerbare

Die Zahl der Beschäftigten in den erneuerbaren Energien ist 2025 auf den Rekordwert von 436.300 gestiegen. Die Bertelsmann Stiftung warnt jedoch vor Risiken durch die aktuelle Politik. 
Die Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland hat 2025 mit 436.300 Arbeitsplätzen einen neuen Höchststand erreicht. Das sind vier Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023 und 100.000 Stellen mehr, als der Erneuerbaren-Sektor noch im Jahr 2021 bot. Die Zahlen gehen aus der Studie „Beschäftigung in den erneuerbaren Energien: Entwicklung und politische Reformen“ hervor, die die Bertelsmann Stiftung am 24. Juni publiziert hat. Die Stiftung warnt darin gleichzeitig vor erhebliche Risiken für die weitere Entwicklung, falls geplante energiepolitische Reformen Investitionen bremsen. 

2025 lieferte die Windenergie an Land mit 131.300 Arbeitsplätzen den stärksten Beschäftigungsbeitrag. Es folgten Biomasse mit 96.800 Beschäftigten, Solarenergie mit 88.200 und Wärmepumpen mit 72.200 Arbeitsplätzen. Die Offshore-Windenergie kommt auf 41.000 Beschäftigte. 

Die Stiftung analysiert eigenen Angaben zufolge die Beschäftigungsentwicklung seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000. Dabei unterscheiden die Autoren fünf Phasen: den Hochlauf der Energiewende bis 2011, den Einbruch der Solarindustrie ab 2012, den Strukturbruch in der Windenergie ab 2017, eine anschließende Stagnationsphase sowie den erneuten Aufschwung seit 2022. 
 
Bruttobeschäftigung in den erneuerbaren Energien nach den einzelnen Technologien im Jahr 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: Bertelsmann Stiftung

„Ausbau alleine reicht nicht“

Die Beschäftigung in den erneuerbaren Energien, schreiben die Autoren, reagiere besonders sensibel auf politische Rahmenbedingungen. So ging die Zahl der Arbeitsplätze in der Solarbranche nach Förderkürzungen und dem Markteintritt chinesischer Hersteller zwischen 2011 und 2017 von 156.700 auf 39.900 zurück. Auch die Windbranche verlor nach der Umstellung auf neue Ausschreibungsverfahren und Genehmigungsproblemen innerhalb weniger Jahre mehrere zehntausend Arbeitsplätze. 

„Die Beschäftigung wächst dort, wo durch Planungssicherheit private Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen“, lässt sich Mitautorin Jana Fingerhut zitieren. Um Beschäftigung zu sichern, reiche aber der Ausbau allein nicht aus. Es brauche auch inländische Produktion und Herstellung, wie das Beispiel Photovoltaik beweise: „Obwohl immer mehr Photovoltaik-Anlagen installiert werden, sinkt die Zahl der Beschäftigten aktuell. Denn die Solar-Module werden im Ausland produziert. Die vor 15 Jahren noch so starke Fertigung in Deutschland ist verschwunden. Diesen Fehler dürfen wir bei der Produktion von Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Wechselrichtern nicht wiederholen. Es geht dabei nicht nur um Arbeitsplätze, sondern auch um eine strategische Unabhängigkeit im Energiebereich. Dafür braucht es eine verlässliche Energiepolitik, auch über Wahlperioden hinweg.“
 
Verteilung der Bruttobeschäftigung in den erneuerbaren Energien nach Segmenten im Jahr 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: Bertelsmann Stiftung

Für die aktuelle Legislaturperiode bewerten die Autoren insbesondere vier geplante Gesetzesvorhaben als beschäftigungspolitisch relevant: das Netzpaket, die EEG-Novelle, das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sowie das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG). 

Kritisch sehen sie dabei unter anderem den geplanten Redispatch-Vorbehalt in netzbelasteten Regionen. Dieser könnte Investitionen in Wind- und Solarprojekte erschweren und damit Beschäftigung entlang der gesamten Wertschöpfungskette beeinträchtigen. Auch die vorgesehene Abschaffung der Förderung für kleine Photovoltaikanlagen birgt aus Sicht der Autoren Risiken für Handwerk, Planung und Installation. Positiv bewertet die Studie dagegen den Ausbau von Windenergie an Land. Verbesserte Genehmigungsverfahren und höhere Investitionen hätten hier zuletzt zu einem deutlichen Beschäftigungsaufbau geführt. 

Die Autoren fordern deshalb, energiepolitische Reformen künftig stärker auf ihre Arbeitsmarktwirkungen zu prüfen. Neben Ausbauzielen müssten auch Planungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Fachkräftesicherung berücksichtigt werden.„In Zeiten wirtschaftlicher Krise, in denen wir um jeden Job kämpfen, sollten wir die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen“, kommentiert Mitautor Roman Wirk die Ergebnisse der Studie: „Wir dürfen den Ausbau der erneuerbaren Energien kein weiteres Mal abwürgen. Es geht um Jobs, um mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen und letztlich um unsere Wettbewerbsfähigkeit“.

Die vollständige Studie „Beschäftigung in den erneuerbaren Energien: Entwicklung und politische Reformen“ ist auf den Internetseiten der Bertelsmann Stiftung abrufbar.

Mittwoch, 24.06.2026, 14:02 Uhr
Katia Meyer-Tien
Energie & Management > Regenerative - Studie sieht Bedrohung für den Jobmotor Erneuerbare
Quelle: Pixabay / Alex Csiki
Regenerative
Studie sieht Bedrohung für den Jobmotor Erneuerbare
Die Zahl der Beschäftigten in den erneuerbaren Energien ist 2025 auf den Rekordwert von 436.300 gestiegen. Die Bertelsmann Stiftung warnt jedoch vor Risiken durch die aktuelle Politik. 
Die Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland hat 2025 mit 436.300 Arbeitsplätzen einen neuen Höchststand erreicht. Das sind vier Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023 und 100.000 Stellen mehr, als der Erneuerbaren-Sektor noch im Jahr 2021 bot. Die Zahlen gehen aus der Studie „Beschäftigung in den erneuerbaren Energien: Entwicklung und politische Reformen“ hervor, die die Bertelsmann Stiftung am 24. Juni publiziert hat. Die Stiftung warnt darin gleichzeitig vor erhebliche Risiken für die weitere Entwicklung, falls geplante energiepolitische Reformen Investitionen bremsen. 

2025 lieferte die Windenergie an Land mit 131.300 Arbeitsplätzen den stärksten Beschäftigungsbeitrag. Es folgten Biomasse mit 96.800 Beschäftigten, Solarenergie mit 88.200 und Wärmepumpen mit 72.200 Arbeitsplätzen. Die Offshore-Windenergie kommt auf 41.000 Beschäftigte. 

Die Stiftung analysiert eigenen Angaben zufolge die Beschäftigungsentwicklung seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000. Dabei unterscheiden die Autoren fünf Phasen: den Hochlauf der Energiewende bis 2011, den Einbruch der Solarindustrie ab 2012, den Strukturbruch in der Windenergie ab 2017, eine anschließende Stagnationsphase sowie den erneuten Aufschwung seit 2022. 
 
Bruttobeschäftigung in den erneuerbaren Energien nach den einzelnen Technologien im Jahr 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: Bertelsmann Stiftung

„Ausbau alleine reicht nicht“

Die Beschäftigung in den erneuerbaren Energien, schreiben die Autoren, reagiere besonders sensibel auf politische Rahmenbedingungen. So ging die Zahl der Arbeitsplätze in der Solarbranche nach Förderkürzungen und dem Markteintritt chinesischer Hersteller zwischen 2011 und 2017 von 156.700 auf 39.900 zurück. Auch die Windbranche verlor nach der Umstellung auf neue Ausschreibungsverfahren und Genehmigungsproblemen innerhalb weniger Jahre mehrere zehntausend Arbeitsplätze. 

„Die Beschäftigung wächst dort, wo durch Planungssicherheit private Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen“, lässt sich Mitautorin Jana Fingerhut zitieren. Um Beschäftigung zu sichern, reiche aber der Ausbau allein nicht aus. Es brauche auch inländische Produktion und Herstellung, wie das Beispiel Photovoltaik beweise: „Obwohl immer mehr Photovoltaik-Anlagen installiert werden, sinkt die Zahl der Beschäftigten aktuell. Denn die Solar-Module werden im Ausland produziert. Die vor 15 Jahren noch so starke Fertigung in Deutschland ist verschwunden. Diesen Fehler dürfen wir bei der Produktion von Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Wechselrichtern nicht wiederholen. Es geht dabei nicht nur um Arbeitsplätze, sondern auch um eine strategische Unabhängigkeit im Energiebereich. Dafür braucht es eine verlässliche Energiepolitik, auch über Wahlperioden hinweg.“
 
Verteilung der Bruttobeschäftigung in den erneuerbaren Energien nach Segmenten im Jahr 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: Bertelsmann Stiftung

Für die aktuelle Legislaturperiode bewerten die Autoren insbesondere vier geplante Gesetzesvorhaben als beschäftigungspolitisch relevant: das Netzpaket, die EEG-Novelle, das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sowie das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG). 

Kritisch sehen sie dabei unter anderem den geplanten Redispatch-Vorbehalt in netzbelasteten Regionen. Dieser könnte Investitionen in Wind- und Solarprojekte erschweren und damit Beschäftigung entlang der gesamten Wertschöpfungskette beeinträchtigen. Auch die vorgesehene Abschaffung der Förderung für kleine Photovoltaikanlagen birgt aus Sicht der Autoren Risiken für Handwerk, Planung und Installation. Positiv bewertet die Studie dagegen den Ausbau von Windenergie an Land. Verbesserte Genehmigungsverfahren und höhere Investitionen hätten hier zuletzt zu einem deutlichen Beschäftigungsaufbau geführt. 

Die Autoren fordern deshalb, energiepolitische Reformen künftig stärker auf ihre Arbeitsmarktwirkungen zu prüfen. Neben Ausbauzielen müssten auch Planungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Fachkräftesicherung berücksichtigt werden.„In Zeiten wirtschaftlicher Krise, in denen wir um jeden Job kämpfen, sollten wir die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen“, kommentiert Mitautor Roman Wirk die Ergebnisse der Studie: „Wir dürfen den Ausbau der erneuerbaren Energien kein weiteres Mal abwürgen. Es geht um Jobs, um mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen und letztlich um unsere Wettbewerbsfähigkeit“.

Die vollständige Studie „Beschäftigung in den erneuerbaren Energien: Entwicklung und politische Reformen“ ist auf den Internetseiten der Bertelsmann Stiftung abrufbar.

Mittwoch, 24.06.2026, 14:02 Uhr
Katia Meyer-Tien

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.