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Energie & Management > Gas - Startschuss zum Bau der Schwarzmeergasleitung in Rumänien
Quelle: Katia Meyer-Tien
Gas

Startschuss zum Bau der Schwarzmeergasleitung in Rumänien

Mit dem Eintreffen des ersten Spezialschiffs beginnt die Verlegung der Schwarzmeer-Pipeline für Neptun Deep. Ab 2027 soll Rumänien Gas fördern und in europäische Märkte liefern.
Das erste Spezialschiff ist in Rumänien eingetroffen. Es soll die ersten Kilometer der Pipeline von der Küste bis zum Neptun-Tiefsee-Gasprojekt im Schwarzen Meer verlegen. Die Aufnahme des Transportbetriebs ist für 2027 geplant. Für Uniper starten die Gasbezüge aus Rumänien laut Vertrag im Oktober 2027.

OMV Petrom und der staatliche Gasversorger Romgaz gaben am 4. April den feierlichen Startschuss zur Verlegung der 160 km langen Schwarzmeergasleitung, die ab 2027 vom Neptun Deep Projekt Gas an die Küste durchleiten soll. Die rumänische Tochter des österreichischen Mineralölkonzerns OMV und Romgaz sind an diesem Gasförderprojekt je zu 50 Prozent beteiligt. Die förderbaren Ressourcen belaufen sich ihren Angaben nach auf 100 Milliarden Kubikmeter Gas. 

Rund 50 Schiffe im Einsatz

Das erste Spezialschiff vom italienischen Unternehmen Saipem sei in Rumänien eingetroffen, teilten beide Unternehmen mit. Die Castoro 10 werde den ersten Abschnitt der Pipeline im Küstenbereich verlegen. Die Anbindung an der Küste erfolge über einen bereits gebauten Mikrotunnel beim Ort Tuzla. Für die Tiefseearbeiten und die Anbindung an die Förderplattform sollen die zwei Spezialschiffe Castorone und JSD 6000 von Saipem zum Einsatz kommen.

„Die Installationsarbeiten, die für dieses Jahr geplant sind, erfordern den Einsatz einer Flotte von rund 50 Schiffen. Bis zu zehn davon sind für die Pipelineverlegung zuständig“, erläuterte Cristian Hubati, Vorstandsmitglied von OMV Petrom und verantwortlich für Exploration und Produktion. Den Baubeginn der Hauptgaspipeline nannte Razvan Popescu, CEO von Romgaz „einen entscheidenden Meilenstein für das Projekt Neptun Deep.“ Die Aufnahme der kommerziellen Produktion werde mit der ersten Gaslieferung im Jahr 2027 Rumäniens Position in der Energieversorgungssicherheit auf nationaler und regionaler Ebene stärken.

Bauabschluss und Produktionsstart

„Neptun Deep ist ein strategisches Projekt für Rumänien und die Energiesicherheit der Region. Es umfasst Investitionen von rund 4 Milliarden Euro und geschätzt eine Erdgasproduktion von rund 8 Milliarden Kubikmetern im Jahr“, unterstrich Christina Verchere, CEO von OMV Petrom.

Geplant ist, in diesem Jahr den Bau der Offshore-Pipeline, der Unterwasseranlagen und der Produktionsplattform abzuschließen, um die Produktion im Jahr 2027 aufzunehmen. Dann verdoppelt sich die Gasförderung in Rumänien knapp, während das Land rund 9 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr selbst verbraucht und die nötige Restmenge bislang über die russische Schwarzmeergasleitung Turkstream importiert. Mit der Gasproduktion beim Projekt Neptun Deep wird Rumänien zum größten Gasexporteur in der Europäischen Union. 

Gasexporte in der EU


„Dies verschafft Rumänien eine viel größere Bühne in der Europäischen Union, und genau das können solche großen Energieprojekte bewirken“, erklärte Verchere laut Reuters bei der Zeremonie zum offiziellen Baubeginn der Pipeline und ergänzte: „Ich denke, es erinnert uns daran, dass wir, wenn wir Zugang zu einheimischem Erdgas hier in Europa haben, dieses auch entwickeln und sicherstellen sollten.“ Lieferungen davon sollen Deutschland und die Moldau erhalten. Weitere europäische Länder wie die Slowakei hätten ebenfalls Interesse bekundet.

Im vergangenen Jahr hatte Uniper mehrere langfristige Gaslieferverträge abgeschlossen, um die Gasbeschaffung zu diversifizieren. „Dazu gehören zwei Verträge mit dem rumänischen Gasproduzenten OMV Petrom SA über Gaslieferungen innerhalb der EU. Diese Verträge umfassen die Lieferung von insgesamt 14 Terawattstunden Gas über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren, beginnend im Oktober 2027“, ließ Uniper am 11. März wissen. Dann tritt auch das Importverbot der EU für russisches Pipelinegas in Kraft. Die Umweltorganisation Urgewald kritisierte indes im Januar Neptun Deep und prangerte an, dass es das fragile Ökosystem im Schwarzen Meer gefährde.

Dienstag, 5.05.2026, 15:22 Uhr
Josephine Bollinger-Kanne
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Quelle: Katia Meyer-Tien
Gas
Startschuss zum Bau der Schwarzmeergasleitung in Rumänien
Mit dem Eintreffen des ersten Spezialschiffs beginnt die Verlegung der Schwarzmeer-Pipeline für Neptun Deep. Ab 2027 soll Rumänien Gas fördern und in europäische Märkte liefern.
Das erste Spezialschiff ist in Rumänien eingetroffen. Es soll die ersten Kilometer der Pipeline von der Küste bis zum Neptun-Tiefsee-Gasprojekt im Schwarzen Meer verlegen. Die Aufnahme des Transportbetriebs ist für 2027 geplant. Für Uniper starten die Gasbezüge aus Rumänien laut Vertrag im Oktober 2027.

OMV Petrom und der staatliche Gasversorger Romgaz gaben am 4. April den feierlichen Startschuss zur Verlegung der 160 km langen Schwarzmeergasleitung, die ab 2027 vom Neptun Deep Projekt Gas an die Küste durchleiten soll. Die rumänische Tochter des österreichischen Mineralölkonzerns OMV und Romgaz sind an diesem Gasförderprojekt je zu 50 Prozent beteiligt. Die förderbaren Ressourcen belaufen sich ihren Angaben nach auf 100 Milliarden Kubikmeter Gas. 

Rund 50 Schiffe im Einsatz

Das erste Spezialschiff vom italienischen Unternehmen Saipem sei in Rumänien eingetroffen, teilten beide Unternehmen mit. Die Castoro 10 werde den ersten Abschnitt der Pipeline im Küstenbereich verlegen. Die Anbindung an der Küste erfolge über einen bereits gebauten Mikrotunnel beim Ort Tuzla. Für die Tiefseearbeiten und die Anbindung an die Förderplattform sollen die zwei Spezialschiffe Castorone und JSD 6000 von Saipem zum Einsatz kommen.

„Die Installationsarbeiten, die für dieses Jahr geplant sind, erfordern den Einsatz einer Flotte von rund 50 Schiffen. Bis zu zehn davon sind für die Pipelineverlegung zuständig“, erläuterte Cristian Hubati, Vorstandsmitglied von OMV Petrom und verantwortlich für Exploration und Produktion. Den Baubeginn der Hauptgaspipeline nannte Razvan Popescu, CEO von Romgaz „einen entscheidenden Meilenstein für das Projekt Neptun Deep.“ Die Aufnahme der kommerziellen Produktion werde mit der ersten Gaslieferung im Jahr 2027 Rumäniens Position in der Energieversorgungssicherheit auf nationaler und regionaler Ebene stärken.

Bauabschluss und Produktionsstart

„Neptun Deep ist ein strategisches Projekt für Rumänien und die Energiesicherheit der Region. Es umfasst Investitionen von rund 4 Milliarden Euro und geschätzt eine Erdgasproduktion von rund 8 Milliarden Kubikmetern im Jahr“, unterstrich Christina Verchere, CEO von OMV Petrom.

Geplant ist, in diesem Jahr den Bau der Offshore-Pipeline, der Unterwasseranlagen und der Produktionsplattform abzuschließen, um die Produktion im Jahr 2027 aufzunehmen. Dann verdoppelt sich die Gasförderung in Rumänien knapp, während das Land rund 9 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr selbst verbraucht und die nötige Restmenge bislang über die russische Schwarzmeergasleitung Turkstream importiert. Mit der Gasproduktion beim Projekt Neptun Deep wird Rumänien zum größten Gasexporteur in der Europäischen Union. 

Gasexporte in der EU


„Dies verschafft Rumänien eine viel größere Bühne in der Europäischen Union, und genau das können solche großen Energieprojekte bewirken“, erklärte Verchere laut Reuters bei der Zeremonie zum offiziellen Baubeginn der Pipeline und ergänzte: „Ich denke, es erinnert uns daran, dass wir, wenn wir Zugang zu einheimischem Erdgas hier in Europa haben, dieses auch entwickeln und sicherstellen sollten.“ Lieferungen davon sollen Deutschland und die Moldau erhalten. Weitere europäische Länder wie die Slowakei hätten ebenfalls Interesse bekundet.

Im vergangenen Jahr hatte Uniper mehrere langfristige Gaslieferverträge abgeschlossen, um die Gasbeschaffung zu diversifizieren. „Dazu gehören zwei Verträge mit dem rumänischen Gasproduzenten OMV Petrom SA über Gaslieferungen innerhalb der EU. Diese Verträge umfassen die Lieferung von insgesamt 14 Terawattstunden Gas über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren, beginnend im Oktober 2027“, ließ Uniper am 11. März wissen. Dann tritt auch das Importverbot der EU für russisches Pipelinegas in Kraft. Die Umweltorganisation Urgewald kritisierte indes im Januar Neptun Deep und prangerte an, dass es das fragile Ökosystem im Schwarzen Meer gefährde.

Dienstag, 5.05.2026, 15:22 Uhr
Josephine Bollinger-Kanne

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