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Energie & Management > Stadtwerke - Stadtwerk verdient nun auch mit WC-Spülungen Geld
Stadtwerke und Wobag übernehmen einen Handwerksbetrieb. Quelle: Stadt Saalfeld
Stadtwerke

Stadtwerk verdient nun auch mit WC-Spülungen Geld

Ein Stadtwerk in Thüringen hat ein ungewöhnliches Geschäftsfeld für sich entdeckt. Eines der größten lokalen Sanitärunternehmen gehört nun zum kommunalen Versorger aus Saalfeld.
Strom, Erdgas, Wärme – und nun auch Toilettenspülungen: Das Portfolio der Stadtwerke Saalfeld (SWS) hat sich überraschend verändert. Hintergrund ist die Übernahme eines SHK-Betriebs (Sanitär, Heizung, Klima) in der thüringischen Stadt.

Die SWS sind dabei nur eine neue Mutter für die Wärme-, Klima- & Sanitärtechnik GmbH (WKS). Dem Versorger fallen 67 Prozent an dem Handwerksunternehmen zu, der Rest geht an die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Saalfeld/Saale mbH (Wobag), ebenfalls eine Tochter der Kommune.

Mit dem Übergang an SWS und Wobag endet für den 1990 gegründeten Handwerksbetrieb eine etwa zehn Jahre dauernde Nachfolgesuche. 2024 hatte das Unternehmen sich schließlich an die Stadt Saalfeld gewendet, weil sich alle Übernahmegespräche mit Interessierten zerschlagen hatten. Die Kommune selbst habe auf dem Privatmarkt nicht zugreifen dürfen, so Oberbürgermeister Steffen Kania (CDU), die Töchter in gewissem Maße schon.

Die aktuellen WKS-Geschäftsführer Ullrich Gölitzer und Heiko Wittig betonen, es handele sich um einen Eigentümerwechsel, der an der Struktur des Betriebs nichts ändere. Die 50 Arbeitsplätze bleiben erhalten, nur Ullrich Gölitzer scheidet aus Altersgründen Ende August aus. WKS ist derzeit sogar größer als die beiden neuen Gesellschafter einzeln: Sowohl die Stadtwerke als auch die Wobag bleiben knapp unter der Zahl von 50 Beschäftigten (laut Beteiligungsbericht für 2024).

Weil die WKS neben Sanitäranlagen auch Lüftungs-, Kälte- und Klimatechnik im Portfolio hat, erkennt Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Kronthaler laut einer Mitteilung „überwiegend Vorteile“ in der Mehrheitsbeteiligung an der WKS. So werde der Versorger bei den Aufgaben der Wärmeplanung auf das Knowhow des Betriebs zurückgreifen können. Kooperationen habe es ohnehin in der Vergangenheit häufig gegeben. Die Wobag will die Expertise im eigenen Wohnungsbestand nutzen.

Oberbürgermeister Kania ist es wichtig, auf mögliche Bedenken von Wettbewerbern einzugehen. „Die Öffentliche Hand hat niemandem etwas weggenommen“, lässt er sich zitieren. Auch der Branchenverband habe im Rahmen der kommunalrechtlichen Genehmigung die Übernahme begrüßt. Außerdem gebe es andernorts Vorbilder, etwa in Jena. Die Stadtwerke Saalfelden versorgen etwa 20.000 Menschen mit Energie, Wärme und Wasser. (vs)

Mittwoch, 15.07.2026, 15:17 Uhr
Volker Stephan
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Stadtwerke und Wobag übernehmen einen Handwerksbetrieb. Quelle: Stadt Saalfeld
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Stadtwerk verdient nun auch mit WC-Spülungen Geld
Ein Stadtwerk in Thüringen hat ein ungewöhnliches Geschäftsfeld für sich entdeckt. Eines der größten lokalen Sanitärunternehmen gehört nun zum kommunalen Versorger aus Saalfeld.
Strom, Erdgas, Wärme – und nun auch Toilettenspülungen: Das Portfolio der Stadtwerke Saalfeld (SWS) hat sich überraschend verändert. Hintergrund ist die Übernahme eines SHK-Betriebs (Sanitär, Heizung, Klima) in der thüringischen Stadt.

Die SWS sind dabei nur eine neue Mutter für die Wärme-, Klima- & Sanitärtechnik GmbH (WKS). Dem Versorger fallen 67 Prozent an dem Handwerksunternehmen zu, der Rest geht an die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Saalfeld/Saale mbH (Wobag), ebenfalls eine Tochter der Kommune.

Mit dem Übergang an SWS und Wobag endet für den 1990 gegründeten Handwerksbetrieb eine etwa zehn Jahre dauernde Nachfolgesuche. 2024 hatte das Unternehmen sich schließlich an die Stadt Saalfeld gewendet, weil sich alle Übernahmegespräche mit Interessierten zerschlagen hatten. Die Kommune selbst habe auf dem Privatmarkt nicht zugreifen dürfen, so Oberbürgermeister Steffen Kania (CDU), die Töchter in gewissem Maße schon.

Die aktuellen WKS-Geschäftsführer Ullrich Gölitzer und Heiko Wittig betonen, es handele sich um einen Eigentümerwechsel, der an der Struktur des Betriebs nichts ändere. Die 50 Arbeitsplätze bleiben erhalten, nur Ullrich Gölitzer scheidet aus Altersgründen Ende August aus. WKS ist derzeit sogar größer als die beiden neuen Gesellschafter einzeln: Sowohl die Stadtwerke als auch die Wobag bleiben knapp unter der Zahl von 50 Beschäftigten (laut Beteiligungsbericht für 2024).

Weil die WKS neben Sanitäranlagen auch Lüftungs-, Kälte- und Klimatechnik im Portfolio hat, erkennt Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Kronthaler laut einer Mitteilung „überwiegend Vorteile“ in der Mehrheitsbeteiligung an der WKS. So werde der Versorger bei den Aufgaben der Wärmeplanung auf das Knowhow des Betriebs zurückgreifen können. Kooperationen habe es ohnehin in der Vergangenheit häufig gegeben. Die Wobag will die Expertise im eigenen Wohnungsbestand nutzen.

Oberbürgermeister Kania ist es wichtig, auf mögliche Bedenken von Wettbewerbern einzugehen. „Die Öffentliche Hand hat niemandem etwas weggenommen“, lässt er sich zitieren. Auch der Branchenverband habe im Rahmen der kommunalrechtlichen Genehmigung die Übernahme begrüßt. Außerdem gebe es andernorts Vorbilder, etwa in Jena. Die Stadtwerke Saalfelden versorgen etwa 20.000 Menschen mit Energie, Wärme und Wasser. (vs)

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